Arnold Schönberg an Universal-Edition
2. Oktober 1924
Lieber Herr Direktor, anbei mit bestem Dank
die Abschrift des Briefes an Lipsky. Ich
war von vornherein überzeugt, dass sich
die Sache so auf diese Art aufklären
wird. Das ist allerdings ziemlich krass
und es zeigt sich wieder, dass es mit
der gerühmten deutschen Solidität nicht
so weit her ist.
die Abschrift des Briefes an Lipsky. Ich
war von vornherein überzeugt, dass sich
die Sache so auf diese Art aufklären
wird. Das ist allerdings ziemlich krass
und es zeigt sich wieder, dass es mit
der gerühmten deutschen Solidität nicht
so weit her ist.
Besten Dank für Ihre Bemühung, mir die
Adresse Einsteins1 zu verschaffen. Wäre es
Ihnen möglich, eine Verbindung2 zwischen
E. und mir herzustellen? Ich möchte gerne
mit ihm über einiges sprechen.
Adresse Einsteins1 zu verschaffen. Wäre es
Ihnen möglich, eine Verbindung2 zwischen
E. und mir herzustellen? Ich möchte gerne
mit ihm über einiges sprechen.
Herzlich-
st[t]en Dank im Voraus und allerbeste Grüsse,
Ihr
st[t]en Dank im Voraus und allerbeste Grüsse,
Ihr
Adresse
Einsteins
Adressbucheintrag (ASCI
A3881).
Verbindung
Erster erhaltener Brief von
Arnold Schönberg an Albert Einstein, 1. Jänner 1925 (ASCC
990). In der Korrespondenz beklagt Schönberg, dass seine Bedeutung als Musiker in
Deutschland aus
(kultur-)politischen und antisemitischen Gründen ignoriert werde, obwohl
er im Ausland als führende Figur gelte. Er äußert sich kritisch zur Idee
einer spezifisch jüdischen Kunstmusik und betont den umfassenden, aber
schwer zu trennenden Einfluss jüdischen Geistes auf die gesamte
abendländische Musik. Ferner regt er ein persönliches Gespräch über die
Gründung eines jüdischen Staates an, wobei er sich differenziert vom
offiziellen Zionismus abgrenzt (Schoenberg 1987).
Lieber Herr Direktor, anbei mit bestem Dank die Abschrift des Briefes an
Lipsky. Ich
war von vornherein überzeugt, dass sich die Sache so auf diese Art
aufklären wird. Das ist allerdings ziemlich krass und es zeigt sich
wieder, dass es mit der gerühmten deutschen Solidität nicht so weit her ist.
Adresse
Einsteins
Adressbucheintrag (ASCI
A3881).
Verbindung
Erster erhaltener Brief von
Arnold Schönberg an Albert Einstein, 1. Jänner 1925 (ASCC
990). In der Korrespondenz beklagt Schönberg, dass seine Bedeutung als Musiker in
Deutschland aus
(kultur-)politischen und antisemitischen Gründen ignoriert werde, obwohl
er im Ausland als führende Figur gelte. Er äußert sich kritisch zur Idee
einer spezifisch jüdischen Kunstmusik und betont den umfassenden, aber
schwer zu trennenden Einfluss jüdischen Geistes auf die gesamte
abendländische Musik. Ferner regt er ein persönliches Gespräch über die
Gründung eines jüdischen Staates an, wobei er sich differenziert vom
offiziellen Zionismus abgrenzt (Schoenberg 1987).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 2. Oktober 1924, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.1099.