Wien, 2.III.1925
Herrn Direktor Emil Herzka
Lieber Herr Direktor, [...] ich glaube es ist am Besten, wenn ich
Ihnen mein Anliegen schriftlich mitteile.
Ich [...]brauche im März und im April – vor unserer spanische[n] Tournee1
je 2000 S[c]hillinge und bitte Sie, mir diese Vorschüsse entweder
auf meine laufende Jahresabrechnung oder, was mir lieber wäre, in
etwas gestreckterer Verrechnung (so wie früher, als meine Eingän[ge] L
noch geringer waren) zu bewilligen. Ich hoffe umso sicherer, dass
Sie mir hiebei keine Schwierigkeiten machen werden, als ich ja
während unserer langen Besprechungen übervun die Regulierung
unserer Verträge stets als Bedingung gestellt habe, dass ich einen
„Jahresbetrag“ im Notfall von Ihnen als Vorschuss bekomm[m]en können
muss, was Sie mir auch in manchen der seinerzeitigen Vertragsent-
würfe
2 auch zugestanden haben. Aber ich bin überzeugt, dass diese
Erinnerung nicht nötig ist und dass ich darauf rechnen darf, dass
Ihre mir oft bezeugte Freundschaft allein mir genügend Garantie
sein kann, dass ich auch diesmal keine Fehlbitte tun werde. Sie
wissen, dass ich augenblicklich grosse Lasten auf mir habe, da
die allgemein schwi[e]rige Erwerbslage es meinen von mir abhängigen
Angehörigen schwer macht, sich selbst zu erhalten; Sie wissen
auch selbst, dass ich grosse Ausfälle gehabt habe und dass eben
auch die letzte Anstrengung meiner Gegner immerhin insoferne ei-
nige materielle Erfolgre erzielt hat, als sie die mein[e]igen hin-
dert. Ich denke: bis zum Ende dieser Saison wird auch dieser Kampf
zu meinen Gunsten entschieden sein und die allgemeine Lage sich
gebessert haben. Dann bin ich wieder obenauf. Ich verdiene ja
in fünf oder sechs Engagements das was mir fehlt!

Ich möchte gerne morgen Dienstag oder übermorgen Mittwoch nach-
mittags zu Ihnen kommen und bitte Sie mir eventuell telephonisch
sagen zu lassen, ob Ihnen das recht ist.
Mit vielen herzlichen Grüssen bin ich Ihr ergebener
Wien, 2.III.1925
Herrn Direktor Emil Herzka
Lieber Herr Direktor, ich glaube es ist am Besten, wenn ich Ihnen mein Anliegen schriftlich mitteile.
Ich brauche im März und im April – vor unserer spanischen Tournee1 – je 2000 Schillinge und bitte Sie, mir diese Vorschüsse entweder auf meine laufende Jahresabrechnung oder, was mir lieber wäre, in etwas gestreckterer Verrechnung (so wie früher, als meine Eingänge noch geringer waren) zu bewilligen. Ich hoffe umso sicherer, dass Sie mir hiebei keine Schwierigkeiten machen werden, als ich ja während unserer langen Besprechungen über die Regulierung unserer Verträge stets als Bedingung gestellt habe, dass ich einen „Jahresbetrag“ im Notfall von Ihnen als Vorschuss bekommen können muss, was Sie mir auch in manchen der seinerzeitigen Vertragsentwürfe2 auch zugestanden haben. Aber ich bin überzeugt, dass diese Erinnerung nicht nötig ist und dass ich darauf rechnen darf, dass Ihre mir oft bezeugte Freundschaft allein mir genügend Garantie sein kann, dass ich auch diesmal keine Fehlbitte tun werde. Sie wissen, dass ich augenblicklich grosse Lasten auf mir habe, da die allgemein schwierige Erwerbslage es meinen von mir abhängigen Angehörigen schwer macht, sich selbst zu erhalten; Sie wissen auch selbst, dass ich grosse Ausfälle gehabt habe und dass eben auch die letzte Anstrengung meiner Gegner immerhin insoferne einige materielle Erfolge erzielt hat, als sie die meinigen hindert. Ich denke: bis zum Ende dieser Saison wird auch dieser Kampf zu meinen Gunsten entschieden sein und die allgemeine Lage sich gebessert haben. Dann bin ich wieder obenauf. Ich verdiene ja in fünf oder sechs Engagements das was mir fehlt!
Ich möchte gerne morgen Dienstag oder übermorgen Mittwoch nachmittags zu Ihnen kommen und bitte Sie mir eventuell telephonisch sagen zu lassen, ob Ihnen das recht ist.
Mit vielen herzlichen Grüssen bin ich Ihr ergebener
Arnold Schönberg

2. März 1925


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection

Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 2. März 1925, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.1126.

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