z. Z. Sorenbohm
Bez. Köslin.
Lieber Herr Schönberg.
Ich dachte mir schon,
es sei Ihnen an dem Stich
der Quartettstimmen nichts
gelegen, weil Sie die seiner-
zeit dem Rosé-Quartett zur
Verfügung gestellten Stimmen1,
die wir von Röder zurückfordern
mussten, nicht wieder an uns

oder Röder zurückgeschickt
haben. Ich sah darin eine
gewisse Absichtlichkeit und
beschloss so viel Zeit zu haben
wie der Autor! Also packen
Sie das Material ein und
schicken Sie es unverzüglich
an C. G. Röder in Leipzig.
Wenn Sie sich klar darüber
sein würden, dass wir natur-
gemäss solche Drucklegungen gleichsam

nur „honoris causa“ unterneh-
men, mit der leisen Hoffnung
auf einen Gewinn nach Jahren
um nicht zu sagen nach Jahr-
zehnten, so könnten wir
uns über Geschäftliches viel
leichter verständigen!
Mit Fried und dem Pelleas
wird es voraussichtlich nichts
werden
2. F. hat bereits sein
Programm3 für den nächsten

Winter veröffentlicht; und „Pelleas
und Melisande
“ ist nicht in ihm
enthalten. Schade. Das hat Ihnen
wohl Mahler verdorben.
Wir haben wundervolle Tage hier
an der Ostsee, sodass wir unsere Heim-
kehr, die am Montag erfolgen sollte,
wohl noch verschieben werden. Ich
freue mich zu hören, dass auch Sie
einen angenehmen Sommer verlebt4.
haben. Lassen Sie mal wieder von
sich hören. Sie brauchen ja Ihren Groll
gegen den Verlag nicht auf mich auszu-
dehnen.
Mit besten Grüssen von H. z. H.
Ihr
Max Marschalk
z. Z. Sorenbohm
Bez. Köslin.
Lieber Herr Schönberg.
Ich dachte mir schon, es sei Ihnen an dem Stich der Quartettstimmen nichts gelegen, weil Sie die seinerzeit dem Rosé-Quartett zur Verfügung gestellten Stimmen1, die wir von Röder zurückfordern mussten, nicht wieder an uns oder Röder zurückgeschickt haben. Ich sah darin eine gewisse Absichtlichkeit und beschloss so viel Zeit zu haben wie der Autor! Also packen Sie das Material ein und schicken Sie es unverzüglich an C. G. Röder in Leipzig.
Wenn Sie sich klar darüber sein würden, dass wir naturgemäss solche Drucklegungen gleichsam nur „honoris causa“ unternehmen, mit der leisen Hoffnung auf einen Gewinn nach Jahren um nicht zu sagen nach Jahrzehnten, so könnten wir uns über Geschäftliches viel leichter verständigen!
Mit Fried und dem Pelleas wird es voraussichtlich nichts werden2. F. hat bereits sein Programm3 für den nächsten Winter veröffentlicht; und „Pelleas und Melisande“ ist nicht in ihm enthalten. Schade. Das hat Ihnen wohl Mahler verdorben.
Wir haben wundervolle Tage hier an der Ostsee, sodass wir unsere Heimkehr, die am Montag erfolgen sollte, wohl noch verschieben werden. Ich freue mich zu hören, dass auch Sie einen angenehmen Sommer verlebt4. haben. Lassen Sie mal wieder von sich hören. Sie brauchen ja Ihren Groll gegen den Verlag nicht auf mich auszudehnen.
Mit besten Grüssen von Haus zu Haus Ihr Max Marschalk

zwischen 3. September 1907 und 6. November 1907 (unsicher)


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, zwischen 3. September und 6. November 1907, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.11564.

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