Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
5. Februar 1904
Lieber Herr Schönberg.
Sie sind doch ein
sonderbarer Heiliger.
Das Material1 hätte schon
längst fertig vorliegen
können. Dass vor einer
Aufführung (durch ein gutes
Orchester), der Sie nach-
drücklichst beiwohnen, Part.
od. Stimmen vervielfältigt
werden, halte ich nicht für
ratsam, Sie ja wohl auch
nicht, denn die Notwendigkeit
kleiner Retouchen ergiebt
sich stets. Aber – 150 MK
scheint mir sehr viel Geld
zu sein, ich glaube dass
wir hier billiger dazu
kommen, weshalb ich
Sie bitte mir die Partitur2
zu schicken. Ich werde dann
sonderbarer Heiliger.
Das Material1 hätte schon
längst fertig vorliegen
können. Dass vor einer
Aufführung (durch ein gutes
Orchester), der Sie nach-
drücklichst beiwohnen, Part.
od. Stimmen vervielfältigt
werden, halte ich nicht für
ratsam, Sie ja wohl auch
nicht, denn die Notwendigkeit
kleiner Retouchen ergiebt
sich stets. Aber – 150 MK
scheint mir sehr viel Geld
zu sein, ich glaube dass
wir hier billiger dazu
kommen, weshalb ich
Sie bitte mir die Partitur2
zu schicken. Ich werde dann
dafür Sorge tragen,
dass
das Stimmenmaterial um-
gehend hergestellt wird –
obschon ich nicht an das
Zustandekommen einer Auffüh-
rung3 glaube –! Im Uebrigen
bin ich nicht so schlecht, un-
freundschaftlich, nachlässig
wie es den Anschein hat. –
Die Herstellung des Materials
wird nota bene etwa 14 Tage
beanspruchen. – Die Korrek-
turen Ihres op 3 haben Sie wohl
inzwischen erhalten? Dass Sie
Messchaerts Interesse erweckten
ist ja sehr erfreulich. Hoffent-
lich wird er Sie wirklich sin-
gen.
das Stimmenmaterial um-
gehend hergestellt wird –
obschon ich nicht an das
Zustandekommen einer Auffüh-
rung3 glaube –! Im Uebrigen
bin ich nicht so schlecht, un-
freundschaftlich, nachlässig
wie es den Anschein hat. –
Die Herstellung des Materials
wird nota bene etwa 14 Tage
beanspruchen. – Die Korrek-
turen Ihres op 3 haben Sie wohl
inzwischen erhalten? Dass Sie
Messchaerts Interesse erweckten
ist ja sehr erfreulich. Hoffent-
lich wird er Sie wirklich sin-
gen.
Ich verspreche Ihnen
feierlich Sie in Zukunft
„prompt zu bedienen“ mit
Antworten etc. Seien Sie
mir jedenfalls nicht böse
– Grund genug hätten Sie
ja, das gebe ich reumütig
zu.
feierlich Sie in Zukunft
„prompt zu bedienen“ mit
Antworten etc. Seien Sie
mir jedenfalls nicht böse
– Grund genug hätten Sie
ja, das gebe ich reumütig
zu.
Beste Grüsse Ihres
Material
Partitur
Partiturreinschrift, autograph (ASGA B 10, Quelle C).
Zustandekommen einer Aufführung
Im Dezember 1903
berichtete Arnold Schönberg an
Ferruccio Busoni: „es ist
augenblicklich eine Anzahl von Bekannten bestrebt, mir von einigen
Kunstfreunden den zur Aufführung [nicht realisiert] meiner symphonischen Dichtung nötigen Betrag zu
verschaffen“ (Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni, 6. Dezember 1903;
ASCC 22650).
Lieber Herr Schönberg.
Sie sind doch ein sonderbarer Heiliger. Das Material1 hätte schon längst fertig vorliegen können. Dass vor einer
Aufführung (durch ein gutes Orchester), der Sie nachdrücklichst beiwohnen, Part. od. Stimmen vervielfältigt
werden, halte ich nicht für ratsam, Sie ja wohl auch nicht, denn
die Notwendigkeit kleiner Retouchen ergiebt sich stets. Aber – 150 MK
scheint mir sehr viel Geld zu sein, ich glaube dass wir hier
billiger dazu kommen, weshalb ich Sie bitte mir die Partitur2
zu schicken. Ich werde dann dafür Sorge tragen,
dass das Stimmenmaterial umgehend hergestellt wird – obschon ich nicht an das
Zustandekommen einer Aufführung3 glaube –! Im Uebrigen bin ich nicht so schlecht, unfreundschaftlich, nachlässig wie es den Anschein hat. –
Die Herstellung des Materials wird nota bene etwa 14 Tage
beanspruchen. – Die Korrekturen Ihres op 3 haben Sie wohl
inzwischen erhalten? Dass Sie
Messchaerts Interesse erweckten ist ja
sehr erfreulich. Hoffentlich wird er Sie wirklich singen.
Ich verspreche Ihnen feierlich Sie in Zukunft „prompt zu
bedienen“ mit Antworten etc. Seien Sie mir jedenfalls nicht böse
– Grund genug hätten Sie ja, das gebe ich reumütig zu.
Material
Partitur
Partiturreinschrift, autograph (ASGA B 10, Quelle C).
Zustandekommen einer Aufführung
Im Dezember 1903
berichtete Arnold Schönberg an
Ferruccio Busoni: „es ist
augenblicklich eine Anzahl von Bekannten bestrebt, mir von einigen
Kunstfreunden den zur Aufführung [nicht realisiert] meiner symphonischen Dichtung nötigen Betrag zu
verschaffen“ (Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni, 6. Dezember 1903;
ASCC 22650).
5. Februar 1904
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 5. Februar 1904, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12378.