Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
8. August 1906
Lieber Herr Schönberg!
Ich komme erst jetzt dazu Ihre Karte1 zu beantworten, da ich
verreist war. An Herrn Fried zu schreiben könnte nichts schaden. Seine
Adresse ist Nikolassee bei Berlin. An das Holländische Trio werde ich
schreiben und anfragen, ob sich die Herren für Ihr Quartett interessie-
ren und ob sie es ev. schnell prüfen könnten.
verreist war. An Herrn Fried zu schreiben könnte nichts schaden. Seine
Adresse ist Nikolassee bei Berlin. An das Holländische Trio werde ich
schreiben und anfragen, ob sich die Herren für Ihr Quartett interessie-
ren und ob sie es ev. schnell prüfen könnten.
Fried fragte übrigens nach einem Klavierauszug2 Ihrer sinfonischen
Dichtung „Pelleas und Melisande“; haben Sie einen, dann bitte ich
Sie ihn mir einen zu schicken, ev. direkt an Fried. Die Herren Bodansky
un[d] Posa mögen mir nur eine Zeit bestimmen; ich werde jederzeit gern
bereit sein sie anzuhören3.
Dichtung „Pelleas und Melisande“; haben Sie einen, dann bitte ich
Sie ihn mir einen zu schicken, ev. direkt an Fried. Die Herren Bodansky
un[d] Posa mögen mir nur eine Zeit bestimmen; ich werde jederzeit gern
bereit sein sie anzuhören3.
Mit den besten Grüssen
Ihr Max Marschalk
Ihr Max Marschalk
Karte
Klavierauszug
Es gibt keinen Hinweis auf ein Vorhandensein
eines Klavierauszugs außer: Klavierauszug (Particell?), von Schönberg verfertigt, verschollen (ASGA B 10, Quelle D*). Ein Klavierauszug zu vier Händen des
Schönberg-Schülers Heinrich Jalowetz erschien erst 1924 bei der UE.
sie anzuhören
Arnold Schönberg hatte offenbar ein
Vorspiel der Kammersymphonie op. 9 für
Max Marschalk durch Artur Bodanzky und Oskar Posa initiiert. Posa schlug folgendes Prozedere vor:
„Wenn Sie mir die Zeit geben die Partitur samt dem Klavierauszug genau
zu studieren, so kann ich das Stück Herrn Marschal[k]
aus der Partitur vorspielen. Ein vierhändiges
Vorspielen halte ich für vollkommen ausgeschlossen, wenn das Stück in
seinen Hauptzügen verständlich gemacht werden soll. […] Ich habe
versucht mit Bodanzky vierhändig zu
spielen, aber es kommt nichts heraus dabei. Man macht auch soviele
Lesefehler, wenn man die Partitur nicht kennt. […] Marschalk hat mir bereits geschrieben und
bittet Sie, wenn Sie mit meinem Vorschlag einverstanden sind, mich und
ihn davon zu verständigen.“ (Oskar Posa an Arnold Schönberg, 14. August
1906; ASCC 15075).
Lieber Herr Schönberg!
Ich komme erst jetzt dazu Ihre Karte1 zu beantworten, da ich verreist war. An Herrn Fried zu schreiben
könnte nichts schaden. Seine Adresse ist Nikolassee bei Berlin. An das Holländische Trio werde ich schreiben und anfragen, ob sich
die Herren für Ihr Quartett interessieren und ob sie es ev. schnell prüfen könnten.
Fried fragte übrigens nach einem Klavierauszug2 Ihrer sinfonischen Dichtung „Pelleas und
Melisande“; haben Sie einen, dann bitte ich Sie ihn mir zu
schicken, ev. direkt an Fried. Die Herren
Bodansky
und
Posa mögen mir nur eine Zeit bestimmen; ich
werde jederzeit gern bereit sein sie anzuhören3.
Mit den besten Grüssen Ihr
Max
Marschalk
Karte
Klavierauszug
Es gibt keinen Hinweis auf ein Vorhandensein
eines Klavierauszugs außer: Klavierauszug (Particell?), von Schönberg verfertigt, verschollen (ASGA B 10, Quelle D*). Ein Klavierauszug zu vier Händen des
Schönberg-Schülers Heinrich Jalowetz erschien erst 1924 bei der UE.
sie anzuhören
Arnold Schönberg hatte offenbar ein
Vorspiel der Kammersymphonie op. 9 für
Max Marschalk durch Artur Bodanzky und Oskar Posa initiiert. Posa schlug folgendes Prozedere vor:
„Wenn Sie mir die Zeit geben die Partitur samt dem Klavierauszug genau
zu studieren, so kann ich das Stück Herrn Marschal[k]
aus der Partitur vorspielen. Ein vierhändiges
Vorspielen halte ich für vollkommen ausgeschlossen, wenn das Stück in
seinen Hauptzügen verständlich gemacht werden soll. […] Ich habe
versucht mit Bodanzky vierhändig zu
spielen, aber es kommt nichts heraus dabei. Man macht auch soviele
Lesefehler, wenn man die Partitur nicht kennt. […] Marschalk hat mir bereits geschrieben und
bittet Sie, wenn Sie mit meinem Vorschlag einverstanden sind, mich und
ihn davon zu verständigen.“ (Oskar Posa an Arnold Schönberg, 14. August
1906; ASCC 15075).
8. August 1906
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 8. August 1906, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12391.