Lieber Herr Schönberg!
Dass Strauss Ihnen versprochen hat1 eine Aufführung Ihrer Orchester-
lieder
in Dresden durchzusetzen, freut mich sehr. Man mag über die Ton-
künstlerfeste denken wie man will: ein guter Markt sind sie doch. Das
wissen Strauss und Mahler sehr gut, weshalb sie ihre Werke mit Vorliebe
zuerst auf Tonkünstlerfesten aufführen lassen. Sie tun freilich so, als
ob sie dem Allgemeinen Deutschen Musikverein einen Gefallen täten.
Die Aufführung2 Ihres Sextettes durch das Holländische Streichquar-
tett
ist sicher. Heute erhielt ich einen Brief von dem Schriftführer der
Herren, in dem er um ein weiteres Exemplar der Partitur bat und mit-
teilte, dass Herr Posa * zu einer Probe3 geladen werden würde.
Ich schicke Ihnen die ersten 15 Bogen der autographischen Abschrift4
Ihrer Partitur zu „Pelleas und Melisande“ mit der Bitte sie baldmög-
lichst zu korrigieren und sauber verpackt zurück zu schicken. Sie wissen
wohl, das Korrekturen nur mit Bleistift unter möglichster Schonung der
Autographie vorgenommen werden dürfen. Mit der Fortsetzung der Abschrift
müssen wir nun so lange warten, bis wir wieder im Besitz der Partitur5
sein werden.
Mit besten Grüssen
Ihr
Max Marschalk
Lieber Herr Schönberg!
Dass Strauss Ihnen versprochen hat1 eine Aufführung Ihrer Orchesterlieder in Dresden durchzusetzen, freut mich sehr. Man mag über die Tonkünstlerfeste denken wie man will: ein guter Markt sind sie doch. Das wissen Strauss und Mahler sehr gut, weshalb sie ihre Werke mit Vorliebe zuerst auf Tonkünstlerfesten aufführen lassen. Sie tun freilich so, als ob sie dem Allgemeinen Deutschen Musikverein einen Gefallen täten.
Die Aufführung2 Ihres Sextettes durch das Holländische Streichquartett ist sicher. Heute erhielt ich einen Brief von dem Schriftführer der Herren, in dem er um ein weiteres Exemplar der Partitur bat und mitteilte, dass Herr Posa zu einer Probe3 geladen werden würde.
Ich schicke Ihnen die ersten 15 Bogen der autographischen Abschrift4 Ihrer Partitur zu „Pelleas und Melisande“ mit der Bitte sie baldmöglichst zu korrigieren und sauber verpackt zurück zu schicken. Sie wissen wohl, das Korrekturen nur mit Bleistift unter möglichster Schonung der Autographie vorgenommen werden dürfen. Mit der Fortsetzung der Abschrift müssen wir nun so lange warten, bis wir wieder im Besitz der Partitur5 sein werden.
Mit besten Grüssen Ihr Max Marschalk

20. September 1906


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 20. September 1906, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12393.

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