Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
4. September 1909
Lieber Herr Schönberg!
Ich bin gestern abend von einer kleinen Reise zurückgekehrt,
habe Ihren Brief1 vom 30. Aug. vorgefunden und beeile mich nun Ih-
nen kurz folgendes mitzuteilen. Der Verlag Dreililien ist vor vierzehn
Tagen verkauft worden und zwar an Herrn Oberleutnant Georg Messner,
München, Prinzregenten-Platz 7. Der Verlag bleibt in Berlin und mein
Verhältnis zu ihm hat sich nicht geändert. Herr Messner, der ein Jahr
Urlaub genommen hat, um am Münchener Hoftheater als Volontär oder wie
man so etwas nennen mag, die Theaterverhältnisse zu studieren. Er wird
nebenbei sein Interesse dem Verlage zuwenden, um später, nachdem er
seinen Abschied genommen haben wird, ausschliesslich im Verlag und
für den Verlag tätig zu sein. Die Existenz des Verlages, die in der
letzten Zeit in Frage gestellt war, ist durch den Verkauf vollkom-
men gesichert, und es liegt die Absicht vor den Betrieb allmählich
zu vergrößern. Der erste Vorschlag, den ich Herrn Messner gemacht ha-
be, war der, eine resolute Stellung Ihnen gegenüber zu nehmen und vor-
erst einmal Herrn Fried, der neulich mir gegenüber wieder von „Pel-
leas und Melisande“ gesprochen hatte, die von ihm erbetenen Mk. 350.–
für eine Probe zu bewilligen. Herr Messner schrieb mir unter dem 30.8.
dass er nicht abgeneigt sei! Ich kann Ihnen heut nicht mehr schreiben,
weil es mir an Zeit gebricht. Ich möchte Ihnen heut nur den Rat ge-
ben, nicht voreilig anderweitig abzuschliessen. Herrn Messner werde
habe Ihren Brief1 vom 30. Aug. vorgefunden und beeile mich nun Ih-
nen kurz folgendes mitzuteilen. Der Verlag Dreililien ist vor vierzehn
Tagen verkauft worden und zwar an Herrn Oberleutnant Georg Messner,
München, Prinzregenten-Platz 7. Der Verlag bleibt in Berlin und mein
Verhältnis zu ihm hat sich nicht geändert. Herr Messner, der ein Jahr
Urlaub genommen hat, um am Münchener Hoftheater als Volontär oder wie
man so etwas nennen mag, die Theaterverhältnisse zu studieren. Er wird
nebenbei sein Interesse dem Verlage zuwenden, um später, nachdem er
seinen Abschied genommen haben wird, ausschliesslich im Verlag und
für den Verlag tätig zu sein. Die Existenz des Verlages, die in der
letzten Zeit in Frage gestellt war, ist durch den Verkauf vollkom-
men gesichert, und es liegt die Absicht vor den Betrieb allmählich
zu vergrößern. Der erste Vorschlag, den ich Herrn Messner gemacht ha-
be, war der, eine resolute Stellung Ihnen gegenüber zu nehmen und vor-
erst einmal Herrn Fried, der neulich mir gegenüber wieder von „Pel-
leas und Melisande“ gesprochen hatte, die von ihm erbetenen Mk. 350.–
für eine Probe zu bewilligen. Herr Messner schrieb mir unter dem 30.8.
dass er nicht abgeneigt sei! Ich kann Ihnen heut nicht mehr schreiben,
weil es mir an Zeit gebricht. Ich möchte Ihnen heut nur den Rat ge-
ben, nicht voreilig anderweitig abzuschliessen. Herrn Messner werde
ich Ihren
Brief einsenden und ihn bitten sich bald zu entschliessen.
Lieber Herr Schönberg!
Ich bin gestern abend von einer kleinen Reise zurückgekehrt, habe Ihren Brief1 vom 30. Aug. vorgefunden und beeile mich
nun Ihnen kurz folgendes mitzuteilen. Der Verlag Dreililien ist vor vierzehn Tagen verkauft worden und
zwar an Herrn Oberleutnant Georg Messner,
München, Prinzregenten-Platz 7.
Der Verlag bleibt in Berlin und mein
Verhältnis zu ihm hat sich nicht geändert. Herr Messner, der ein Jahr Urlaub genommen hat, um am Münchener Hoftheater als Volontär oder wie man
so etwas nennen mag, die Theaterverhältnisse zu studieren. Er wird nebenbei
sein Interesse dem Verlage zuwenden, um später, nachdem er seinen Abschied
genommen haben wird, ausschliesslich im Verlag und für den Verlag tätig zu
sein. Die Existenz des Verlages, die in der letzten Zeit in Frage gestellt
war, ist durch den Verkauf vollkommen gesichert, und es liegt die Absicht vor den Betrieb
allmählich zu vergrößern. Der erste Vorschlag, den ich Herrn Messner gemacht habe, war der, eine resolute Stellung Ihnen gegenüber zu nehmen
und vorerst einmal Herrn Fried,
der neulich mir gegenüber wieder von „Pelleas und Melisande“ gesprochen hatte, die von ihm
erbetenen Mk. 350.– für eine Probe zu bewilligen. Herr Messner schrieb mir unter dem 30.8.
dass er nicht abgeneigt sei! Ich kann Ihnen heut nicht mehr schreiben,
weil es mir an Zeit gebricht. Ich möchte Ihnen heut nur den Rat geben, nicht voreilig anderweitig abzuschliessen. Herrn Messner werde ich Ihren
Brief einsenden und ihn bitten sich bald zu entschliessen.
4. September 1909
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 4. September 1909, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12413.