Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
28. September 1909
Lieber Herr Schönberg!
Herr Messner und Herr Fried haben in München eine Unterredung
gehabt, in der sich Herr Messner bereit erklärt hat eine Probe
Ihrer Dichtung „Pelleas und Melisande“ zu bezahlen; die Probe soll
Mitte Oktober ungefähr stattfinden. Was Ihr Monodram anbelangt, so
können wir doch nicht ohne weiteres es freigeben; wir müssen doch
so ungefähr wissen worum es sich handelt. Wie Sie aus der beiliegenden
Abschrift Ihres Kontos ersehen, besteht noch ein Saldo von über Mk. 140
Mk. 1400.– zu unseren Gunsten; wir wollen Ihnen keine Schwierig-
keiten in den Weg legen, aber wir müssen doch schliesslich sehen, wo
wir bleiben. Einen neuen Vertrag mit Ihnen zu formulieren wird sehr
schwer sein, da Sie offenbar Forderungen haben, die dem bisherigen
Stande der Geschäfte nicht entsprechen. Wir müssen also mit dem al-
ten solange auskommen, bis er abgelaufen sein wird. – Herr Richard
Specht hat keine Noten von Ihnen verlangt; er hätte sie sonst be-
kommen.
gehabt, in der sich Herr Messner bereit erklärt hat eine Probe
Ihrer Dichtung „Pelleas und Melisande“ zu bezahlen; die Probe soll
Mitte Oktober ungefähr stattfinden. Was Ihr Monodram anbelangt, so
können wir doch nicht ohne weiteres es freigeben; wir müssen doch
so ungefähr wissen worum es sich handelt. Wie Sie aus der beiliegenden
Abschrift Ihres Kontos ersehen, besteht noch ein Saldo von über Mk. 140
Mk. 1400.– zu unseren Gunsten; wir wollen Ihnen keine Schwierig-
keiten in den Weg legen, aber wir müssen doch schliesslich sehen, wo
wir bleiben. Einen neuen Vertrag mit Ihnen zu formulieren wird sehr
schwer sein, da Sie offenbar Forderungen haben, die dem bisherigen
Stande der Geschäfte nicht entsprechen. Wir müssen also mit dem al-
ten solange auskommen, bis er abgelaufen sein wird. – Herr Richard
Specht hat keine Noten von Ihnen verlangt; er hätte sie sonst be-
kommen.
Mit besten Grüssen
Ihr Max Marschalk
Ihr Max Marschalk
Lieber Herr Schönberg!
Herr Messner und Herr Fried haben in München eine Unterredung gehabt, in der sich Herr
Messner bereit erklärt hat eine Probe
Ihrer Dichtung „Pelleas und Melisande“ zu
bezahlen; die Probe soll Mitte Oktober ungefähr
stattfinden. Was Ihr Monodram anbelangt, so
können wir doch nicht ohne weiteres es freigeben; wir müssen doch so
ungefähr wissen worum es sich handelt. Wie Sie aus der beiliegenden Abschrift Ihres Kontos ersehen, besteht noch ein Saldo von über
Mk. 1400.– zu unseren Gunsten; wir wollen Ihnen keine
Schwierigkeiten in den Weg legen, aber wir müssen doch schliesslich
sehen, wo wir bleiben. Einen neuen Vertrag mit Ihnen zu formulieren wird
sehr schwer sein, da Sie offenbar Forderungen haben, die dem bisherigen
Stande der Geschäfte nicht entsprechen. Wir müssen also mit dem alten solange auskommen, bis er abgelaufen sein wird. – Herr
Richard Specht hat keine Noten von
Ihnen verlangt; er hätte sie sonst bekommen.
Mit besten Grüssen Ihr
Max Marschalk
28. September 1909
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 28. September 1909, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12415.