Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
8. Jänner 1910
Lieber Herr Schönberg!
Ich muss Sie immer wieder auf unseren Vertrag
hinweisen, den durchzule-
sen Sie sich offenbar die Mühe nicht nehmen. Dies in Bezug auf „Pelleas und
Melisande“. Von Fried habe ich noch nichts wieder gehört; es scheint mir
so, als ob er, trotzdem wir ihm eine Probe bezahlen wollten, von der Auf-
führung1 absehen wolle.
sen Sie sich offenbar die Mühe nicht nehmen. Dies in Bezug auf „Pelleas und
Melisande“. Von Fried habe ich noch nichts wieder gehört; es scheint mir
so, als ob er, trotzdem wir ihm eine Probe bezahlen wollten, von der Auf-
führung1 absehen wolle.
Eine so schnelle Entscheidung über Ihr Monodram „Erwartung“ kann ich
leider nicht herbeiführen; ich werde erst heute nachmittag dazu kommen es
mir genauer anzusehen. Je nach dem Befund werde ich es dann sofort an Sie zu-
rück schicken oder Herrn Messner Gelegenheit geben selbst Stellung dazu zu
nehmen.
leider nicht herbeiführen; ich werde erst heute nachmittag dazu kommen es
mir genauer anzusehen. Je nach dem Befund werde ich es dann sofort an Sie zu-
rück schicken oder Herrn Messner Gelegenheit geben selbst Stellung dazu zu
nehmen.
Ihre Energie nehme ich Ihnen selbstverständlich nicht übel. Energie im-
poniert mir immer, umsomehr als es eine Tugend ist, die sich selbst in sehr
geringem Masse besitze.
poniert mir immer, umsomehr als es eine Tugend ist, die sich selbst in sehr
geringem Masse besitze.
Lieber Herr Schönberg!
Ich muss Sie immer wieder auf unseren Vertrag
hinweisen, den durchzulesen Sie sich
offenbar die Mühe nicht nehmen. Dies in Bezug auf „Pelleas und Melisande“. Von Fried habe ich noch nichts wieder gehört; es scheint mir
so, als ob er, trotzdem wir ihm eine Probe bezahlen wollten, von der Aufführung1 absehen wolle.
Eine so schnelle Entscheidung über Ihr Monodram „Erwartung“ kann ich leider nicht herbeiführen; ich werde
erst heute nachmittag dazu kommen es mir genauer anzusehen. Je nach dem
Befund werde ich es dann sofort an Sie zurück schicken oder Herrn Messner Gelegenheit
geben selbst Stellung dazu zu nehmen.
Ihre Energie nehme ich Ihnen selbstverständlich nicht übel. Energie imponiert mir immer, umsomehr als es eine
Tugend ist, dieich selbst in sehr geringem
Masse besitze.
8. Jänner 1910
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 8. Jänner 1910, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12418.