Lieber Herr Schönberg!
Dass Sie unseren Rechnungsauszug nicht verstehen, liegt
sicherlich mehr an Ihnen als an dem Rechnungsauszug. Was Os-
kar Fried
und Ihre symphonische Dichtung „Pelleas und Melisande
anbelangt, so ist zwischen dem Verlage Dreililien und Fried
folgendes fest verabredet: Fried führt im ersten oder zweiten Kon-
zerte der Gesellschaft der Musikfreunde Ihr Werk auf
1, wofern der
Verlag ihm eine bestimmte Summe zur teilweisen Deckung der durch
Orchester-Verstärkung und Probenvermehrung entstehenden Unkosten
zahlt. Diese Summe zu zahlen hat sich Herr Messner bereit erklärt
unter der Voraussetzung natürlich, dass uns nach den Bedingungen
unseres Vertrages ein Vorkaufsrecht bis 14 Tage nach der Auf-
führung zusteht. Sie müssten uns Ihr Einverständnis damit noch
ausdrücklich geben. Die Partitur2 und die Skizze3 sind in Frieds Be-
sitz. Wenn Sie ihrer unbedingt bedürfen oder auf eine Aufführung
verzichten wollen, so bitte ich Sie sich an Herrn Fried direkt zu
wenden. Er wohnt Nikolassee bei Berlin.
Mit bestem Gruss
Ihr

Max Marschalk

[Abbildung: Zeichnungen]
Lieber Herr Schönberg!
Dass Sie unseren Rechnungsauszug nicht verstehen, liegt sicherlich mehr an Ihnen als an dem Rechnungsauszug. Was Oskar Fried und Ihre symphonische Dichtung „Pelleas und Melisande“ anbelangt, so ist zwischen dem Verlage Dreililien und Fried folgendes fest verabredet: Fried führt im ersten oder zweiten Konzerte der Gesellschaft der Musikfreunde Ihr Werk auf1, wofern der Verlag ihm eine bestimmte Summe zur teilweisen Deckung der durch Orchester-Verstärkung und Probenvermehrung entstehenden Unkosten zahlt. Diese Summe zu zahlen hat sich Herr Messner bereit erklärt unter der Voraussetzung natürlich, dass uns nach den Bedingungen unseres Vertrages ein Vorkaufsrecht bis 14 Tage nach der Aufführung zusteht. Sie müssten uns Ihr Einverständnis damit noch ausdrücklich geben. Die Partitur2 und die Skizze3 sind in Frieds Besitz. Wenn Sie ihrer unbedingt bedürfen oder auf eine Aufführung verzichten wollen, so bitte ich Sie sich an Herrn Fried direkt zu wenden. Er wohnt Nikolassee bei Berlin.
Mit bestem Gruss Ihr
Max Marschalk
[Abbildung: Zeichnungen]

Zitierhinweis:

Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 19. April 1910, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12419.

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