Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
13. März 1907
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Besten Dank für die Uebersendung der Liebstöckelei1. Sie haben ganz
recht, sie ist sehr infam. Aber den Gefallen irgendwie darauf zu rea-
gieren will ich diesem Herrn doch nicht tun.
recht, sie ist sehr infam. Aber den Gefallen irgendwie darauf zu rea-
gieren will ich diesem Herrn doch nicht tun.
Mit Oskar Fried sprach ich gestern; in dieser
Saison wird es nichts
mit der Aufführung2 von „Pelleas und Melisande“ werden. Doch für die
nächste Saison hat Fried grosse Pläne. Er will nämlich eine Art musi-
kalischer Gesellschaft gründen, und dann könnte er machen, was er woll-
te. Bisher war er immer nur von Mäcenen abhängig. Nächstens will er übri-
gens „Pelleas und Melisande“ mal in einer Probe durchspielen. Die
Pelleas und Melisande-Partitur3 will ich ihm deshalb noch eine Weile
lassen. Den vierhändigen Klavierauszug4 der Kammersinfonie habe ich ihm
angezeigt; ich bitte Sie nunmehr ihn zu schicken.
mit der Aufführung2 von „Pelleas und Melisande“ werden. Doch für die
nächste Saison hat Fried grosse Pläne. Er will nämlich eine Art musi-
kalischer Gesellschaft gründen, und dann könnte er machen, was er woll-
te. Bisher war er immer nur von Mäcenen abhängig. Nächstens will er übri-
gens „Pelleas und Melisande“ mal in einer Probe durchspielen. Die
Pelleas und Melisande-Partitur3 will ich ihm deshalb noch eine Weile
lassen. Den vierhändigen Klavierauszug4 der Kammersinfonie habe ich ihm
angezeigt; ich bitte Sie nunmehr ihn zu schicken.
Was den Klavierauszug5 zu „Pelleas und Melisande“ anbelangt, das
Stechen der Quartettstimmen, die Drucklegung der Kammersinfonie und der
Orchesterlieder, /die übrigens nicht in meinem Besitz sind/, so müssen
definitive Entscheidungen noch ausstehen aus einem Grunde, den ich Ihnen
momentan noch nicht mitteilen kann.
Stechen der Quartettstimmen, die Drucklegung der Kammersinfonie und der
Orchesterlieder, /die übrigens nicht in meinem Besitz sind/, so müssen
definitive Entscheidungen noch ausstehen aus einem Grunde, den ich Ihnen
momentan noch nicht mitteilen kann.
Den Verlagsentwurf sollen Sie nächstens erhalten und über Ihre Dar-
lehensaffaire werde ich mit Peters Rücksprache nehmen, um sie definitiv
zu erledigen.
lehensaffaire werde ich mit Peters Rücksprache nehmen, um sie definitiv
zu erledigen.
Liebstöckelei
Liebstöckl
1907 bezieht sich auf das Konzert
8. Februar 1907, Wien, Großer Musikvereinssaal, 2. Konzert der
Bläser-Kammermusik-Vereinigung der k. k.
Hofoper
.
Aufführung
Partitur
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
Klavierauszug
Klavierauszug zu vier Händen
(ASGA B 5, ohne Quellensiegel) .
Klavierauszug
Es gibt keinen Hinweis auf ein Vorhandensein
eines Klavierauszugs außer: Klavierauszug (Particell?), von Schönberg verfertigt, verschollen (ASGA B 10, Quelle D*). Ein Klavierauszug zu vier Händen des
Schönberg-Schülers Heinrich Jalowetz erschien erst 1924 bei der UE.
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Besten Dank für die Uebersendung der Liebstöckelei1. Sie haben ganz recht, sie ist sehr infam. Aber den Gefallen
irgendwie darauf zu reagieren will ich diesem Herrn doch nicht tun.
Mit Oskar Fried sprach ich gestern; in dieser
Saison wird es nichts mit der Aufführung2 von „Pelleas und Melisande“ werden. Doch für die nächste
Saison hat Fried grosse Pläne. Er will nämlich
eine Art musikalischer Gesellschaft gründen, und dann könnte er machen, was
er wollte. Bisher war er immer nur von
Mäcenen abhängig. Nächstens will er übrigens „Pelleas und Melisande“ mal in
einer Probe durchspielen. Die
Pelleas und
Melisande-Partitur3 will ich ihm deshalb noch
eine Weile lassen. Den vierhändigen Klavierauszug4 der Kammersinfonie habe ich ihm
angezeigt; ich bitte Sie nunmehr ihn zu schicken.
Was den Klavierauszug5 zu „Pelleas und Melisande“ anbelangt, das
Stechen der Quartettstimmen, die Drucklegung
der Kammersinfonie und der
Orchesterlieder, /die übrigens nicht in meinem
Besitz sind/, so müssen definitive Entscheidungen noch ausstehen aus einem
Grunde, den ich Ihnen momentan noch nicht mitteilen kann.
Den Verlagsentwurf sollen Sie nächstens erhalten und über Ihre Darlehensaffaire werde ich mit Peters Rücksprache nehmen, um sie definitiv zu
erledigen.
Liebstöckelei
Liebstöckl
1907 bezieht sich auf das Konzert
8. Februar 1907, Wien, Großer Musikvereinssaal, 2. Konzert der
Bläser-Kammermusik-Vereinigung der k. k.
Hofoper
.
Aufführung
Partitur
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
Klavierauszug
Klavierauszug zu vier Händen
(ASGA B 5, ohne Quellensiegel) .
Klavierauszug
Es gibt keinen Hinweis auf ein Vorhandensein
eines Klavierauszugs außer: Klavierauszug (Particell?), von Schönberg verfertigt, verschollen (ASGA B 10, Quelle D*). Ein Klavierauszug zu vier Händen des
Schönberg-Schülers Heinrich Jalowetz erschien erst 1924 bei der UE.
13. März 1907
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 13. März 1907, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12435.