Musikblätter des Anbruch an Arnold Schönberg
3. August 1919
MUSIKBLÄTTER
DES ANBRUCH
HALBMONATSSCHRIFT FÜR MODERNE MUSIK – HERAUSGEGEB. V. D. UNIVERSAL-EDITION A. G.
TELEPHON NUMMER 45-33 UND 32-28
BANKKONTO: LÄNDERBANK WIEN
TELEGR.-ADR.: MUSIKEDITION WIEN
SCHRIFTLEITUNG:
DR. OTTO SCHNEIDER
WIEN, I. KARLSPLATZ NR. 6
SPRECHZEIT DER SCHRIFTLEITUNG:
DIENSTAG UND FREITAG VON 11 BIS 12
FEIERTAGE AUSGENOMMEN
WIEN, 3.VIII.19
DES ANBRUCH
HALBMONATSSCHRIFT FÜR MODERNE MUSIK – HERAUSGEGEB. V. D. UNIVERSAL-EDITION A. G.
TELEPHON NUMMER 45-33 UND 32-28
BANKKONTO: LÄNDERBANK WIEN
TELEGR.-ADR.: MUSIKEDITION WIEN
SCHRIFTLEITUNG:
DR. OTTO SCHNEIDER
WIEN, I. KARLSPLATZ NR. 6
SPRECHZEIT DER SCHRIFTLEITUNG:
DIENSTAG UND FREITAG VON 11 BIS 12
FEIERTAGE AUSGENOMMEN
WIEN, 3.VIII.19
Sehr geehrter Herr Schönberg,
die Vorarbeit zu den Musikblättern des Anbruch ist
soweit gediehen, dass ich eben mit der Zusammenstel-
lung der ersten Nummer1 beschäftigt bin. Wie ich schon
in meiner Einladung und gelegentlich meines Besuches
betonte, halte ich gerade Ihre Mitarbeit von uner-
lässlichster Wichtigkeit; persönlich und im Interesse
der Sache tat es mir ausserordentlich leid, dass eine
ständige Mitarbeit unter Ihren Bedingungen im Verlag
nicht durchzusetzen war. Sie erklärten mir jedoch
damals schon, dass nichtsdestoweniger eine gelegent-
liche Mitarbeit im Bereich der Möglichkeit liege.
Diese Gelegenheit – meiner Meinung nach sachliche
Notwendigkeit – ergibt sich in der ersten Nummer.
Eine Musikzeitschrift, mit dem Sitz in Wien und den
Ihnen bereits dargetanen Zielen und künstlerischen
Ambitionen, wäre von Vornherein eine halbe Aufgabe,
müsste sie, sozusagen mit ihrer Geburtsanzeige der
soweit gediehen, dass ich eben mit der Zusammenstel-
lung der ersten Nummer1 beschäftigt bin. Wie ich schon
in meiner Einladung und gelegentlich meines Besuches
betonte, halte ich gerade Ihre Mitarbeit von uner-
lässlichster Wichtigkeit; persönlich und im Interesse
der Sache tat es mir ausserordentlich leid, dass eine
ständige Mitarbeit unter Ihren Bedingungen im Verlag
nicht durchzusetzen war. Sie erklärten mir jedoch
damals schon, dass nichtsdestoweniger eine gelegent-
liche Mitarbeit im Bereich der Möglichkeit liege.
Diese Gelegenheit – meiner Meinung nach sachliche
Notwendigkeit – ergibt sich in der ersten Nummer.
Eine Musikzeitschrift, mit dem Sitz in Wien und den
Ihnen bereits dargetanen Zielen und künstlerischen
Ambitionen, wäre von Vornherein eine halbe Aufgabe,
müsste sie, sozusagen mit ihrer Geburtsanzeige der
ersten Nummer eine musikalische Persönlichkeit Ihres
Ranges, einen Grundpfeiler der internationalen Mu-
sik überhaupt, darin vermissen. Ich halte Ihre Mit-
arbeit schon in der ersten Nummer für eine essentiel-
le Vorbedingung für uns, da sie ein Grundelement
unsrer prinzipiellen Gesichtspunkte, mithin ein Teil
jener künstlerischen Physiognomie ist, mit der wir
in die Öffentlichkeit treten.
Ranges, einen Grundpfeiler der internationalen Mu-
sik überhaupt, darin vermissen. Ich halte Ihre Mit-
arbeit schon in der ersten Nummer für eine essentiel-
le Vorbedingung für uns, da sie ein Grundelement
unsrer prinzipiellen Gesichtspunkte, mithin ein Teil
jener künstlerischen Physiognomie ist, mit der wir
in die Öffentlichkeit treten.
Zusagen zur Mitarbeit haben bisher gegeben: Schreker,
Marx, Walter, Fried, Furtwängler, Blech, Berg u. a.
Je nach den Postverhältnissen werden erwartet: Men-
gelberg, Busoni, Schillings, Delius, Strawinski,
Bartok, Kodaly, Novak, Suk, Stepan, Klemperer. Je
nach dem rechtzeitigen Eintreffen der Beiträge wird
sich das Material ausschliesslich aus diesen zusam-
mensetzen. Ich bitte Sie daher um einen Beitrag für
diese Nummer; das Manuskript müsste ich spätestens
anfangs September in Händen haben. Es ist selbstver-
ständlich, dass in entsprechender Bewertung Ihres
Beitrages ein ausserordentliches Honorar festgelegt
wird, um dessen Bemessung ich Sie bitte; ich über-
nehme die persönliche Bürgschaft für die Bestätigung
seitens des Verlages.
Marx, Walter, Fried, Furtwängler, Blech, Berg u. a.
Je nach den Postverhältnissen werden erwartet: Men-
gelberg, Busoni, Schillings, Delius, Strawinski,
Bartok, Kodaly, Novak, Suk, Stepan, Klemperer. Je
nach dem rechtzeitigen Eintreffen der Beiträge wird
sich das Material ausschliesslich aus diesen zusam-
mensetzen. Ich bitte Sie daher um einen Beitrag für
diese Nummer; das Manuskript müsste ich spätestens
anfangs September in Händen haben. Es ist selbstver-
ständlich, dass in entsprechender Bewertung Ihres
Beitrages ein ausserordentliches Honorar festgelegt
wird, um dessen Bemessung ich Sie bitte; ich über-
nehme die persönliche Bürgschaft für die Bestätigung
seitens des Verlages.
In Erwartung Ihrer sehr gesch. Rückantwort empfehle
ich mich Ihnen in ergebenster Hochachtung
ich mich Ihnen in ergebenster Hochachtung
ersten Nummer
MUSIKBLÄTTER
DES ANBRUCH
HALBMONATSSCHRIFT FÜR MODERNE MUSIK – HERAUSGEGEB. V. D. UNIVERSAL-EDITION A. G.
TELEPHON NUMMER 45-33 UND 32-28
BANKKONTO: LÄNDERBANK WIEN
TELEGR.-ADR.: MUSIKEDITION WIEN
SCHRIFTLEITUNG:
DR. OTTO SCHNEIDER
WIEN, I. KARLSPLATZ NR. 6
SPRECHZEIT DER SCHRIFTLEITUNG:
DIENSTAG UND FREITAG VON 11 BIS 12
FEIERTAGE AUSGENOMMEN
WIEN, 3.VIII.19
DES ANBRUCH
HALBMONATSSCHRIFT FÜR MODERNE MUSIK – HERAUSGEGEB. V. D. UNIVERSAL-EDITION A. G.
TELEPHON NUMMER 45-33 UND 32-28
BANKKONTO: LÄNDERBANK WIEN
TELEGR.-ADR.: MUSIKEDITION WIEN
SCHRIFTLEITUNG:
DR. OTTO SCHNEIDER
WIEN, I. KARLSPLATZ NR. 6
SPRECHZEIT DER SCHRIFTLEITUNG:
DIENSTAG UND FREITAG VON 11 BIS 12
FEIERTAGE AUSGENOMMEN
WIEN, 3.VIII.19
Sehr geehrter Herr Schönberg,
die Vorarbeit zu den Musikblättern des Anbruch ist
soweit gediehen, dass ich eben mit der Zusammenstellung der ersten Nummer1
beschäftigt bin. Wie ich schon
in meiner Einladung und gelegentlich meines Besuches betonte, halte
ich gerade Ihre Mitarbeit von unerlässlichster Wichtigkeit; persönlich und im Interesse der
Sache tat es mir ausserordentlich leid, dass eine ständige Mitarbeit unter
Ihren Bedingungen im Verlag
nicht durchzusetzen war. Sie erklärten mir jedoch damals schon, dass
nichtsdestoweniger eine gelegentliche Mitarbeit im Bereich der Möglichkeit liege. Diese
Gelegenheit – meiner Meinung nach sachliche Notwendigkeit – ergibt sich in
der ersten Nummer. Eine Musikzeitschrift, mit dem Sitz in Wien und den Ihnen bereits dargetanen
Zielen und künstlerischen Ambitionen, wäre von Vornherein eine halbe
Aufgabe, müsste sie, sozusagen mit ihrer Geburtsanzeige der ersten Nummer eine musikalische Persönlichkeit Ihres
Ranges, einen Grundpfeiler der internationalen Musik überhaupt, darin vermissen. Ich halte Ihre Mitarbeit schon in der ersten Nummer für eine essentielle Vorbedingung für uns, da sie ein Grundelement unsrer
prinzipiellen Gesichtspunkte, mithin ein Teil jener künstlerischen
Physiognomie ist, mit der wir in die Öffentlichkeit treten.
Zusagen zur Mitarbeit haben bisher gegeben: Schreker,
Marx, Walter, Fried, Furtwängler, Blech, Berg u. a. Je
nach den Postverhältnissen werden erwartet: Mengelberg, Busoni, Schillings,
Delius, Strawinski,
Bartok, Kodaly, Novak, Suk, Stepan,
Klemperer. Je nach dem
rechtzeitigen Eintreffen der Beiträge wird sich das Material
ausschliesslich aus diesen zusammensetzen. Ich bitte Sie daher um einen Beitrag für diese
Nummer; das Manuskript müsste ich spätestens
anfangs September in Händen haben. Es ist
selbstverständlich, dass in entsprechender Bewertung Ihres Beitrages
ein ausserordentliches Honorar festgelegt wird, um dessen Bemessung ich Sie
bitte; ich übernehme die persönliche Bürgschaft für die Bestätigung
seitens des Verlages.
In Erwartung Ihrer sehr gesch. Rückantwort empfehleich mich Ihnen
in ergebenster Hochachtung
Dr Otto Schneider
Dr Otto Schneider
ersten Nummer
3. August 1919
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Musikblätter des Anbruch an Arnold Schönberg, 3. August 1919, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12849.