Pult und Taktstock an Arnold Schönberg
8. November 1928
PULT UND TAKTSTOCK
MONATSSCHRIFT FÜR DIRIGENTEN
Verlag der Universal-Edition
WIEN, 8. November 1928.
I. KARLSPLATZ 6
MONATSSCHRIFT FÜR DIRIGENTEN
Verlag der Universal-Edition
WIEN, 8. November 1928.
I. KARLSPLATZ 6
Lieber Herr Schönberg!
Vielen Dank für Ihren Brief und Ihre
interessanten Mitteilungen.
Auf den Oratorientext bin ich ja kolossal neugierig. Ist es eine Um-
arbeitung des Dramas?
Auf den Oratorientext bin ich ja kolossal neugierig. Ist es eine Um-
arbeitung des Dramas?
Auf die Fragen, die Sie urgieren, konnte ich Ihnen damals
noch nichts sagen, zum Teil auch heute noch nichts genaues. Wegen des
Honorares: Sie sagten, dass Sie auf Mk. 35.– pro Seite nicht bestehen.
Direktor Hertzka möchte auch prinzipiell nicht so viel bezahlen. Er
sprach von Mk. 100.– Gesamthonorar, falls der Aufsatz zuerst in „Pult
und Taktstock“ erscheint. Ist Ihnen das recht? Der Aufsatz wird im
Dezember-Heft erscheinen, ungefähr gleichzeitig mit der Uraufführung1.
An Prunière schicke ich ihn etwa in der nächsten Woche. – Ueber die
Aufführung2 der Gurre-Lieder in Buenos haben wir bis jetzt nichts weiter
gehört. Die Bestellung erfolgte durch eine Berliner Handlung für das
Teatro Colon. Als Dirigent wurde uns Egon Pollak, (Hamburg) angegeben.
Nach unseren Informationen hat die Aufführung bis jetzt nicht stattge-
funden. Ich habe veranlasst, dass die Sache urgiert wird.
noch nichts sagen, zum Teil auch heute noch nichts genaues. Wegen des
Honorares: Sie sagten, dass Sie auf Mk. 35.– pro Seite nicht bestehen.
Direktor Hertzka möchte auch prinzipiell nicht so viel bezahlen. Er
sprach von Mk. 100.– Gesamthonorar, falls der Aufsatz zuerst in „Pult
und Taktstock“ erscheint. Ist Ihnen das recht? Der Aufsatz wird im
Dezember-Heft erscheinen, ungefähr gleichzeitig mit der Uraufführung1.
An Prunière schicke ich ihn etwa in der nächsten Woche. – Ueber die
Aufführung2 der Gurre-Lieder in Buenos haben wir bis jetzt nichts weiter
gehört. Die Bestellung erfolgte durch eine Berliner Handlung für das
Teatro Colon. Als Dirigent wurde uns Egon Pollak, (Hamburg) angegeben.
Nach unseren Informationen hat die Aufführung bis jetzt nicht stattge-
funden. Ich habe veranlasst, dass die Sache urgiert wird.
Furtwängler sagte mir, dass er einen Brief3 von Ihnen
erhalten hat, in welchem von Bedingungen die Rede war, unter denen
Sie eine Aufführung eines Ihrer Werke durch die Wiener Philhar-
moniker gestatten würden. Ob dies der Brief vom ungefähr 15.IX.
ist, weiss ich nicht. Jedenfalls hat Furtwängler die Absicht, die
Variationen schon anlässlich einer früheren Probe für ein früheres
Konzert (Mitte November) durchzuspielen. Das Material hat Greissle,
dem einige Helfer gegeben wurden, für den 10. ds. versprochen. Es
wird dann sofort nach Berlin abgehen. – Die Angelegenheit der Einzüge
in Ihrer Bach Bearbeitung habe ich mit Direktor Hertzka besprochen.
Es wird also, wenn das Material fertig vorliegt, auch eine ent-
sprechende Einziehung gemacht und nur nach den Prinzipien, wie Sie
sie wünschen, verliehen werden.
erhalten hat, in welchem von Bedingungen die Rede war, unter denen
Sie eine Aufführung eines Ihrer Werke durch die Wiener Philhar-
moniker gestatten würden. Ob dies der Brief vom ungefähr 15.IX.
ist, weiss ich nicht. Jedenfalls hat Furtwängler die Absicht, die
Variationen schon anlässlich einer früheren Probe für ein früheres
Konzert (Mitte November) durchzuspielen. Das Material hat Greissle,
dem einige Helfer gegeben wurden, für den 10. ds. versprochen. Es
wird dann sofort nach Berlin abgehen. – Die Angelegenheit der Einzüge
in Ihrer Bach Bearbeitung habe ich mit Direktor Hertzka besprochen.
Es wird also, wenn das Material fertig vorliegt, auch eine ent-
sprechende Einziehung gemacht und nur nach den Prinzipien, wie Sie
sie wünschen, verliehen werden.
Steht es schon fest wie lange Sie noch an der Riviera
bleiben? Ich werde oft um Ihre Adresse gefragt.
bleiben? Ich werde oft um Ihre Adresse gefragt.
Haben Sie die Wiener
Pierrot
Aufführung4 gehört? Ich
glaube
sie war recht gut. Berg und andere, die das Werk gut kennen, sagen5,
dass es im Radio sehr gut geklungen hat. Die Sendung wurde auch
nach Agram übertragen.
sie war recht gut. Berg und andere, die das Werk gut kennen, sagen5,
dass es im Radio sehr gut geklungen hat. Die Sendung wurde auch
nach Agram übertragen.
Haben Sie eigentlich prinzipiell etwas dagegen, wenn ein
Mann den Pierrot spricht? Ich habe in letzter
Zeit einige Anfragen
hierüber erhalten. – Eben war Franz Schmidt, der jetztige Rektor
der Hochschule, bei Direktor Hertzka und hat ihm einen interessanten
Plan6 mitgeteilt: Er will Pierrot mit einem Schüler-Ensemble ein-
studieren und hofft das zu Stande zu bringen.
hierüber erhalten. – Eben war Franz Schmidt, der jetztige Rektor
der Hochschule, bei Direktor Hertzka und hat ihm einen interessanten
Plan6 mitgeteilt: Er will Pierrot mit einem Schüler-Ensemble ein-
studieren und hofft das zu Stande zu bringen.
Uraufführung
Aufführung
In Pult
und Taktstock 1928, S. 81 und 85 werden eine Aufführung im
September in Buenos Aires unter Egon
Pollak sowie weitere internationale Aufführungen
angekündigt.
Brief
Arnold Schönberg an Wilhelm
Furtwängler, 21. September 1928 (ASCC
1240).
Aufführung
sagen
Alban Berg an Arnold Schönberg, 6.
November 1928 (ASCC
20148).
interessanten Plan
Franz Schmidt an Franz Schreker, 16. Dezember 1928 (ASCC 16080); von Schreker an Schönberg in Kopie gesandt;
15. April 1929, Wien, Akademie für Musik und
Darstellende Kunst, Schönberg-Abend.
PULT UND TAKTSTOCK
MONATSSCHRIFT FÜR DIRIGENTEN
Verlag der Universal-Edition
WIEN, 8. November 1928.
I. KARLSPLATZ 6
MONATSSCHRIFT FÜR DIRIGENTEN
Verlag der Universal-Edition
WIEN, 8. November 1928.
I. KARLSPLATZ 6
Lieber Herr Schönberg!
Vielen Dank für Ihren Brief und Ihre
interessanten Mitteilungen. Auf den Oratorientext bin ich ja kolossal neugierig. Ist es eine Umarbeitung des Dramas?
Auf die Fragen, die Sie urgieren, konnte ich Ihnen damals noch nichts sagen,
zum Teil auch heute noch nichts genaues. Wegen des Honorares: Sie sagten,
dass Sie auf Mk. 35.– pro Seite nicht bestehen. Direktor Hertzka möchte auch prinzipiell nicht so viel
bezahlen. Er sprach von Mk. 100.– Gesamthonorar, falls der Aufsatz zuerst in „Pult
und Taktstock“ erscheint. Ist Ihnen das recht? Der Aufsatz
wird im
Dezember-Heft erscheinen, ungefähr gleichzeitig mit
der Uraufführung1. An Prunière
schicke ich ihn etwa in der nächsten Woche. – Ueber die
Aufführung2
der Gurre-Lieder in Buenos haben wir bis jetzt nichts weiter gehört. Die
Bestellung erfolgte durch eine Berliner
Handlung für das
Teatro Colon. Als Dirigent wurde uns Egon
Pollak, (Hamburg)
angegeben. Nach unseren Informationen hat die Aufführung bis jetzt nicht
stattgefunden. Ich habe veranlasst, dass die Sache urgiert wird.
Furtwängler sagte mir, dass er einen Brief3 von Ihnen erhalten hat, in welchem von Bedingungen die Rede war, unter denen Sie eine Aufführung
eines Ihrer Werke durch die Wiener Philharmoniker gestatten würden. Ob dies der Brief vom
ungefähr 15.IX.
ist, weiss ich nicht. Jedenfalls hat Furtwängler die Absicht, die
Variationen schon anlässlich einer früheren Probe
für ein früheres Konzert (Mitte November) durchzuspielen. Das Material hat Greissle, dem einige Helfer gegeben wurden,
für den 10. ds. versprochen. Es wird dann
sofort nach Berlin abgehen. – Die Angelegenheit der Einzüge in Ihrer
Bach Bearbeitung habe ich mit Direktor
Hertzka besprochen. Es wird also,
wenn das Material fertig vorliegt, auch eine entsprechende Einziehung gemacht und nur nach den Prinzipien, wie
Sie sie wünschen, verliehen werden.
Steht es schon fest wie lange Sie noch an der Riviera
bleiben? Ich werde oft um Ihre Adresse gefragt.
Haben Sie die Wiener
Pierrot
Aufführung4 gehört? Ich
glaube sie war recht gut. Berg und
andere, die das Werk gut kennen, sagen5, dass es im Radio sehr gut geklungen
hat. Die Sendung wurde auch nach Agram übertragen.
Haben Sie eigentlich prinzipiell etwas dagegen, wenn ein Mann den Pierrot spricht? Ich habe in letzter
Zeit einige Anfragen hierüber erhalten. – Eben war Franz Schmidt, der jetztige Rektor der
Hochschule, bei Direktor Hertzka und hat ihm einen interessanten Plan6 mitgeteilt: Er will Pierrot mit
einem Schüler-Ensemble einstudieren und hofft das zu Stande zu bringen.
Uraufführung
Aufführung
In Pult
und Taktstock 1928, S. 81 und 85 werden eine Aufführung im
September in Buenos Aires unter Egon
Pollak sowie weitere internationale Aufführungen
angekündigt.
Brief
Arnold Schönberg an Wilhelm
Furtwängler, 21. September 1928 (ASCC
1240).
Aufführung
sagen
Alban Berg an Arnold Schönberg, 6.
November 1928 (ASCC
20148).
interessanten Plan
Franz Schmidt an Franz Schreker, 16. Dezember 1928 (ASCC 16080); von Schreker an Schönberg in Kopie gesandt;
15. April 1929, Wien, Akademie für Musik und
Darstellende Kunst, Schönberg-Abend.
8. November 1928
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Pult und Taktstock an Arnold Schönberg, 8. November 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.16816.