Hei/Fi.
Wien, am 29. März 1933.
Herrn
Berlin W 50
Sehr verehrter Herr Professor!
Kapellmeister Adolf Heller vom Olmützer Böhmischen
Theater
, ein Schüler Zemlinskys, der sehr viel moderne Musik
in Oper und Konzert in Olmütz aufführt und damit ständig
Erfolge hat, schreibt uns heute folgendes:
„Ich möchte hier gerne die „Erwartung“ machen! Ich
hätte die Sängerin, auch Drehbühne1 – natürlich orchestral
müsste ich es ein bisschen unseren Verhältnissen anpassen,
etwa 47–50 Mann! Aber gerade Arnold Schönberg hat schon
so etwas gemacht (Gurrelieder, Orchesterstücke !! Pierrot,
Quintett etz.)
Ich bin sogar gerne bereit, mir diese Bearbeitung
für kleinere Orchesterbesetzung selber zu machen (im Sommer),
aber möchte unbedingt, dass Sie vorher Herr Professor Schoenberg
fragen!
Ich habe z. B. mit „Parsifal“, „Elektra“, „Salome
(also Werke, die auch, vielleicht etwas anders, einen Riesen-
apparat verlangen) rein künstlerisch überraschende Erfolge
gehabt – und das ganze hat in dem, an sich etwas kleinerem
Rahmen tadellos gewirkt.“
Wir unsererseits wären sehr dafür diese Aufführung
zu bewilligen und bitten Sie ergebenst um eine Meinungs-
äusserung, damit wir Herrn Heller recht bald Bescheid geben
können.

Hei/Fi.
Wien, am 29. März 1933.
Herrn
Berlin W 50
Sehr verehrter Herr Professor!
Kapellmeister Adolf Heller vom Olmützer Böhmischen Theater, ein Schüler Zemlinskys, der sehr viel moderne Musik in Oper und Konzert in Olmütz aufführt und damit ständig Erfolge hat, schreibt uns heute folgendes:
„Ich möchte hier gerne die „Erwartung“ machen! Ich hätte die Sängerin, auch Drehbühne1 – natürlich orchestral müsste ich es ein bisschen unseren Verhältnissen anpassen, etwa 47–50 Mann! Aber gerade Arnold Schönberg hat schon so etwas gemacht (Gurrelieder, Orchesterstücke !! Pierrot, Quintett etz.)
Ich bin sogar gerne bereit, mir diese Bearbeitung für kleinere Orchesterbesetzung selber zu machen (im Sommer), aber möchte unbedingt, dass Sie vorher Herr Professor Schoenberg fragen!
Ich habe z. B. mit „Parsifal“, „Elektra“, „Salome“ (also Werke, die auch, vielleicht etwas anders, einen Riesenapparat verlangen) rein künstlerisch überraschende Erfolge gehabt – und das ganze hat in dem, an sich etwas kleinerem Rahmen tadellos gewirkt.“
Wir unsererseits wären sehr dafür diese Aufführung zu bewilligen und bitten Sie ergebenst um eine Meinungsäusserung, damit wir Herrn Heller recht bald Bescheid geben können.

29. März 1933


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 29. März 1933, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17376.

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