NEUE BUREAU-ADRESSE
AB 7. SEPTEMBER 1914, I. KARLSPLATZ 6
MUSIKVEREINSGEBÄUDE.
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Nun sind auch die George-Lieder endlich herausgekommen1
und ich lasse Ihnen gleichzeitig ein Beleg-Exemplar zugehen. Die
Bütten-Ausgabe wird bereits vorbereitet und Sie werden gebeten,
50 Exemplare dieser Ausgabe eigenhändig zu signieren. Die Blätter erbitten wir
an unsere Adresse retour
Nachdem die Firma Geidel mir mitgeteilt, dass sie in
den allernächsten Tagen auch den Stich der Monodram-Partitur beendet
haben wird, so wird bis zum Frühherbst auch diese Partitur in Druck
gelegt sein. Sie sehen, ich halte mehr als ich verspreche, was in die-
ser unerhört schlechten Zeit nicht wenig bedeuten soll.
Heute schreibt mir Casella aus Paris, dass die Société
Musicale Independante
im nächsten Winter den Pierrot gerne französisch
aufführen
2 möchte. Wie verhalten Sie sich zu dieser Sache und wie steht
es nun eigentlich mit dem Recht3 von Frau Zehme? Nachdem durch das Er-
scheinen
4 der Ausgaben von Pierrot die Frage der Aufführbarkeit in ein
neues Stadium getreten ist, wäre es wünschenswert, diesbezüglich eine
prinzipielle allgemeine Entscheidung zu wissen, um nicht in jedem ein-
zelnen Falle an Einsicht oder Entgegenkommen von Frau Zehme appelieren
zu müssen.

Ich reise morgen auf cca. acht Tage geschäftlich in
die Schweiz, stehe aber mit meinem Büro täglich in brieflichem und
telegrafischem Verkehr.
Mit herzlichen Grüssen Ihr ganz ergebener
NS.
Casella möchte auch gerne, dass Frau Maria Freund
in Paris die George-Lieder singt. Glauben Sie, dass
ihr diese Lieder gut liegen?

NEUE BUREAU-ADRESSE
AB 7. SEPTEMBER 1914, I. KARLSPLATZ 6
MUSIKVEREINSGEBÄUDE.
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Nun sind auch die George-Lieder endlich herausgekommen1 und ich lasse Ihnen gleichzeitig ein Beleg-Exemplar zugehen. Die Bütten-Ausgabe wird bereits vorbereitet und Sie werden gebeten, 50 Exemplare dieser Ausgabe eigenhändig zu signieren. Die Blätter erbitten wir an unsere Adresse retour
Nachdem die Firma Geidel mir mitgeteilt, dass sie in den allernächsten Tagen auch den Stich der Monodram-Partitur beendet haben wird, so wird bis zum Frühherbst auch diese Partitur in Druck gelegt sein. Sie sehen, ich halte mehr als ich verspreche, was in dieser unerhört schlechten Zeit nicht wenig bedeuten soll.
Heute schreibt mir Casella aus Paris, dass die Société Musicale Independante im nächsten Winter den Pierrot gerne französisch aufführen2 möchte. Wie verhalten Sie sich zu dieser Sache und wie steht es nun eigentlich mit dem Recht3 von Frau Zehme? Nachdem durch das Erscheinen4 der Ausgaben von Pierrot die Frage der Aufführbarkeit in ein neues Stadium getreten ist, wäre es wünschenswert, diesbezüglich eine prinzipielle allgemeine Entscheidung zu wissen, um nicht in jedem einzelnen Falle an Einsicht oder Entgegenkommen von Frau Zehme appelieren zu müssen.
Ich reise morgen auf cca. acht Tage geschäftlich in die Schweiz, stehe aber mit meinem Büro täglich in brieflichem und telegrafischem Verkehr.
Mit herzlichen Grüssen Ihr ganz ergebener
Hertzka
NS. Casella möchte auch gerne, dass Frau Maria Freund in Paris die George-Lieder singt. Glauben Sie, dass ihr diese Lieder gut liegen?

20. Juli 1914


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 20. Juli 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17556.

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