W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg !
Heute, am 15. Februar, erhalte ich endlich Ihren Brief1
vom 1. ds. und bin vor allem sehr befriedigt, dass Ihnen meine
Notensendung Freude gemacht hat.
Dass Sie fleissig mit dem Herausschreiben der Stimmen2
beschäftigt sind, ist mir sehr angenehm, dass aber trotz der
grossen Seiten die Stimmen etwa 700 Seiten haben werden, ist
kolossal. Ich glaube nicht, dass es für Sie zweckmässig ist,
wenn Sie auch die Doubletten machen, denn aus Ihren gut heraus-
geschriebenen Stimmen wird die Herstellung der Doubletten gewiss-
keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr verursachen.
Die Frage der Abrechnung ist ja inzwischen schon er-
ledigt worden und zumindest teilweise, in Ihrem Sinne. Bezgl.
Buch „Die heilige Ente“ habe ich Ihnen heute um die sofortige
Rücksendung telegrafiert3, nachdem Herr Feld das Buch von mir
dringend zurückwünscht. Ich habe allerdings geglaubt, dass Sie,
wie es ja beabsichtigt gewesen ist, das Buch sofort an Herrn
Zemlinsky weitergesandt haben; da dies nicht geschehen ist,
kann ich es jetzt Zemlinsky nicht zur Verfügung stellen. Nach-
dem es Ihnen jedoch nicht gefällt4, so werde ich Z. auch gar

nicht zureden, sich mit der Sache zu beschäftigen.
Was Ihre zwei Orchesterlieder und das Seraphita-
Lied
5 betrifft, so habe ich Sie schon einmal gebeten, mir
dieselben bei Gelegenheit einzusenden und sehe der freundl.
gelegentlichenbaldigen Zusendung gerne entgegen.
Gerne käme ich mal nach Berlin, um mit Ihnen über
Verschiedenes zu sprechen und auch Ihre Buchbinderkünste6, die
mich sehr interessieren, kennen zu lernen. Im Februar kommt
es wohl nicht mehr dazu, aber möglicherweise im März.
Ich wollte, ich wüsste etwas Vernünftiges, um Sie
nach Wien zu bringen; – es könnte selbst etwas Unvernünftiges
sein, wenn nur das Ziel erreicht werden würde.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr Ihnen warm ergebener

W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg !
Heute, am 15. Februar, erhalte ich endlich Ihren Brief1 vom 1. ds. und bin vor allem sehr befriedigt, dass Ihnen meine Notensendung Freude gemacht hat.
Dass Sie fleissig mit dem Herausschreiben der Stimmen2 beschäftigt sind, ist mir sehr angenehm, dass aber trotz der grossen Seiten die Stimmen etwa 700 Seiten haben werden, ist kolossal. Ich glaube nicht, dass es für Sie zweckmässig ist, wenn Sie auch die Doubletten machen, denn aus Ihren gut herausgeschriebenen Stimmen wird die Herstellung der Doubletten gewisskeine nennenswerten Schwierigkeiten mehr verursachen.
Die Frage der Abrechnung ist ja inzwischen schon erledigt worden und zumindest teilweise, in Ihrem Sinne. Bezgl. Buch „Die heilige Ente“ habe ich Ihnen heute um die sofortige Rücksendung telegrafiert3, nachdem Herr Feld das Buch von mir dringend zurückwünscht. Ich habe allerdings geglaubt, dass Sie, wie es ja beabsichtigt gewesen ist, das Buch sofort an Herrn Zemlinsky weitergesandt haben; da dies nicht geschehen ist, kann ich es jetzt Zemlinsky nicht zur Verfügung stellen. Nachdem es Ihnen jedoch nicht gefällt4, so werde ich Z. auch gar nicht zureden, sich mit der Sache zu beschäftigen.
Was Ihre zwei Orchesterlieder und das Seraphita-Lied5 betrifft, so habe ich Sie schon einmal gebeten, mir dieselben bei Gelegenheit einzusenden und sehe der freundl. baldigen Zusendung gerne entgegen.
Gerne käme ich mal nach Berlin, um mit Ihnen über Verschiedenes zu sprechen und auch Ihre Buchbinderkünste6, die mich sehr interessieren, kennen zu lernen. Im Februar kommt es wohl nicht mehr dazu, aber möglicherweise im März.
Ich wollte, ich wüsste etwas Vernünftiges, um Sie nach Wien zu bringen; – es könnte selbst etwas Unvernünftiges sein, wenn nur das Ziel erreicht werden würde.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr Ihnen warm ergebener
Hertzka

15. Februar 1915


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 15. Februar 1915, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17571.

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