Universal-Edition an Arnold Schönberg
15. Februar 1915
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Seeburgstr. 14–20
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: k-k·priv·öst·
Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 15. Februar 1915.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Seeburgstr. 14–20
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Musikvereinsgebäude
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Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 15. Februar 1915.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg !
Heute, am 15. Februar, erhalte ich endlich Ihren Brief1
vom 1. ds. und bin vor allem sehr befriedigt, dass Ihnen meine
Notensendung Freude gemacht hat.
vom 1. ds. und bin vor allem sehr befriedigt, dass Ihnen meine
Notensendung Freude gemacht hat.
Dass Sie fleissig mit dem Herausschreiben der Stimmen2
beschäftigt sind, ist mir sehr angenehm, dass aber trotz der
grossen Seiten die Stimmen etwa 700 Seiten haben werden, ist
kolossal. Ich glaube nicht, dass es für Sie zweckmässig ist,
wenn Sie auch die Doubletten machen, denn aus Ihren gut heraus-
geschriebenen Stimmen wird die Herstellung der Doubletten gewiss-
keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr verursachen.
beschäftigt sind, ist mir sehr angenehm, dass aber trotz der
grossen Seiten die Stimmen etwa 700 Seiten haben werden, ist
kolossal. Ich glaube nicht, dass es für Sie zweckmässig ist,
wenn Sie auch die Doubletten machen, denn aus Ihren gut heraus-
geschriebenen Stimmen wird die Herstellung der Doubletten gewiss-
keine nennenswerten Schwierigkeiten mehr verursachen.
Die Frage der Abrechnung ist ja inzwischen schon er-
ledigt worden und zumindest teilweise, in Ihrem Sinne. Bezgl.
Buch „Die heilige Ente“ habe ich Ihnen heute um die sofortige
Rücksendung telegrafiert3, nachdem Herr Feld das Buch von mir
dringend zurückwünscht. Ich habe allerdings geglaubt, dass Sie,
wie es ja beabsichtigt gewesen ist, das Buch sofort an Herrn
Zemlinsky weitergesandt haben; da dies nicht geschehen ist,
kann ich es jetzt Zemlinsky nicht zur Verfügung stellen. Nach-
dem es Ihnen jedoch nicht gefällt4, so werde ich Z. auch gar
ledigt worden und zumindest teilweise, in Ihrem Sinne. Bezgl.
Buch „Die heilige Ente“ habe ich Ihnen heute um die sofortige
Rücksendung telegrafiert3, nachdem Herr Feld das Buch von mir
dringend zurückwünscht. Ich habe allerdings geglaubt, dass Sie,
wie es ja beabsichtigt gewesen ist, das Buch sofort an Herrn
Zemlinsky weitergesandt haben; da dies nicht geschehen ist,
kann ich es jetzt Zemlinsky nicht zur Verfügung stellen. Nach-
dem es Ihnen jedoch nicht gefällt4, so werde ich Z. auch gar
nicht zureden, sich mit der
Sache zu beschäftigen.
Was Ihre zwei Orchesterlieder und das Seraphita-
Lied5 betrifft, so habe ich Sie schon einmal gebeten, mir
dieselben bei Gelegenheit einzusenden und sehe der freundl.
gelegentlichenbaldigen Zusendung gerne entgegen.
Lied5 betrifft, so habe ich Sie schon einmal gebeten, mir
dieselben bei Gelegenheit einzusenden und sehe der freundl.
gelegentlichenbaldigen Zusendung gerne entgegen.
Gerne käme ich mal nach Berlin, um mit
Ihnen über
Verschiedenes zu sprechen und auch Ihre Buchbinderkünste6, die
mich sehr interessieren, kennen zu lernen. Im Februar kommt
es wohl nicht mehr dazu, aber möglicherweise im März.
Verschiedenes zu sprechen und auch Ihre Buchbinderkünste6, die
mich sehr interessieren, kennen zu lernen. Im Februar kommt
es wohl nicht mehr dazu, aber möglicherweise im März.
Ich wollte, ich wüsste etwas Vernünftiges, um Sie
nach Wien zu bringen; – es könnte selbst etwas Unvernünftiges
sein, wenn nur das Ziel erreicht werden würde.
nach Wien zu bringen; – es könnte selbst etwas Unvernünftiges
sein, wenn nur das Ziel erreicht werden würde.
Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr Ihnen warm ergebener
Brief
Stimmen
Erwartung op.
17; Streicherstimmen, autograph (ASGA B 6/2, Quelle I)
.
telegrafiert
gefällt
Das Libretto
wurde schließlich von Hans Gál als Oper vertont (Uraufführung im April 1923). Alexander Zemlinsky kam 1918
nochmals auf den Text zurück: „Eine Bitte: du hast s. Z. ein
Opernbuch von Feld gelesen u. auch
mir geschickt – ich glaube ‚die heilige Ente‘, eine kom.
fantast. Sache. Erinnerst du dich daran? Hats dir gefallen? Könntest du
einmal Feld anrufen u. das Buch
verlangen oder ihn veranlassen es mir zu schicken? Wenn du einmal 10
Minuten Zeit dafür hast – sei so freundlich u. besorg mir das.“
(Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, März 1918; ASCC
18742).
Seraphita-Lied
Arnold Schönberg, Vier Lieder für Gesang und
Orchester op. 22: Seraphita op. 22/1.
Buchbinderkünste
„Sonst beschäftige ich mich mit
den verschiedensten Basteleien: Buchbinden, Tapezieren, Tischlern etc.“
(Arnold Schönberg an Alban Berg, 2. Jänner 1915; ASCC
438). „Im Uebrigen bastle ich: tischlern, tapezieren,
buchbinden, ordnungmachen.“ (Arnold Schönberg an Alexander Zemlinsky, 9.
Jänner 1915; ASCC
439).
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
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WIEN
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Musikvereinsgebäude
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: k-k·priv·öst·
Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 15. Februar 1915.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Seeburgstr. 14–20
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: k-k·priv·öst·
Länderbank. Wien·Postsparkassen·Konto 57557.
Wien 15. Februar 1915.
W
Lieber Herr Schönberg !
Heute, am 15. Februar, erhalte ich endlich Ihren Brief1
vom 1. ds. und bin vor allem sehr befriedigt, dass Ihnen meine Notensendung
Freude gemacht hat.
Dass Sie fleissig mit dem Herausschreiben der Stimmen2
beschäftigt sind, ist mir sehr angenehm, dass aber trotz der grossen
Seiten die Stimmen etwa 700 Seiten haben werden, ist kolossal. Ich glaube
nicht, dass es für Sie zweckmässig ist, wenn Sie auch die Doubletten
machen, denn aus Ihren gut herausgeschriebenen Stimmen wird die Herstellung der Doubletten
gewisskeine nennenswerten Schwierigkeiten mehr verursachen.
Die Frage der Abrechnung ist ja inzwischen schon erledigt worden und zumindest teilweise, in Ihrem Sinne. Bezgl.
Buch „Die heilige Ente“ habe ich Ihnen
heute um die sofortige Rücksendung telegrafiert3, nachdem Herr Feld das Buch von mir
dringend zurückwünscht. Ich habe allerdings geglaubt, dass Sie, wie es
ja beabsichtigt gewesen ist, das Buch sofort an Herrn
Zemlinsky weitergesandt haben; da dies
nicht geschehen ist, kann ich es jetzt Zemlinsky nicht zur Verfügung stellen. Nachdem es Ihnen jedoch nicht gefällt4, so werde ich Z. auch gar nicht zureden, sich mit der
Sache zu beschäftigen.
Was Ihre zwei Orchesterlieder und das Seraphita-Lied5 betrifft, so habe ich Sie schon einmal gebeten, mir dieselben bei
Gelegenheit einzusenden und sehe der freundl.
baldigen Zusendung gerne entgegen.
Gerne käme ich mal nach Berlin, um mit
Ihnen über Verschiedenes zu sprechen und auch Ihre Buchbinderkünste6, die mich sehr interessieren, kennen zu lernen. Im Februar kommt es wohl nicht mehr dazu, aber
möglicherweise im März.
Ich wollte, ich wüsste etwas Vernünftiges, um Sie nach Wien zu bringen; – es könnte selbst etwas
Unvernünftiges sein, wenn nur das Ziel erreicht werden würde.
Brief
Stimmen
Erwartung op.
17; Streicherstimmen, autograph (ASGA B 6/2, Quelle I)
.
telegrafiert
gefällt
Das Libretto
wurde schließlich von Hans Gál als Oper vertont (Uraufführung im April 1923). Alexander Zemlinsky kam 1918
nochmals auf den Text zurück: „Eine Bitte: du hast s. Z. ein
Opernbuch von Feld gelesen u. auch
mir geschickt – ich glaube ‚die heilige Ente‘, eine kom.
fantast. Sache. Erinnerst du dich daran? Hats dir gefallen? Könntest du
einmal Feld anrufen u. das Buch
verlangen oder ihn veranlassen es mir zu schicken? Wenn du einmal 10
Minuten Zeit dafür hast – sei so freundlich u. besorg mir das.“
(Alexander Zemlinsky an Arnold Schönberg, März 1918; ASCC
18742).
Seraphita-Lied
Arnold Schönberg, Vier Lieder für Gesang und
Orchester op. 22: Seraphita op. 22/1.
Buchbinderkünste
„Sonst beschäftige ich mich mit
den verschiedensten Basteleien: Buchbinden, Tapezieren, Tischlern etc.“
(Arnold Schönberg an Alban Berg, 2. Jänner 1915; ASCC
438). „Im Uebrigen bastle ich: tischlern, tapezieren,
buchbinden, ordnungmachen.“ (Arnold Schönberg an Alexander Zemlinsky, 9.
Jänner 1915; ASCC
439).
15. Februar 1915
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 15. Februar 1915, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17571.