D/Wi.
Herrn
Roquebrune-Cap Martin
France
– – – – – – – – – – – – –
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg!
Herzlichen Dank für Ihre Karte, die mich sehr gefreut
hat. Ich fürchte, dass Sie sich doch mehr übermüden als
es für Sie gut ist und rate Ihnen dringend weise Mäßigung.
Görgi ist verabredungsgemäss in der Stecherei HIRSCH
als „Mitarbeiter“ eingetreten. Wie ich auf Grund von Erkun-
digungen erfahren habe, funktioniert er vollkommen befrie-
digend; ich habe ja mit ihm eine längere persönliche Un-
terredung gehabt und hoffe, dass die Sache sich gut gestal-
ten wird. Die Zeit, die er vorläufig, ohne in eine bestimm-
te „Rangsklasse“ eingeteilt zu werden, in der Stecherei ver-
bringen muss, wird ihm dann später zweifellos eingerechnet
werden. Das wichtigste ist, dass er gut aushält und ich
bitte, ihn auch in diesem Sinne aufzumuntern. Ich werde
ihn in einiger Zeit, bis schon irgend welche positivere
Erfahrungen vorliegen, zu mir kommen und mir seine Ein-
drücke erzählen lassen und ihn soweit als irgend möglich
fördern. – Morgen reise ich auf einen kurzen Besuch zu
SCHREKER an den Bodensee, von dort gehe ich auf einige
Tage nach Baden-Baden. In 8–10 Tagen bin ich wieder in
Wien.

Mit vielen herzlichen Grüssen, auch an Ihre
verehrte Frau, Ihr ergebener
P. S. Meine Frau und Fräulein
Hofer sind schon gestern per
Auto nach dem Bodensee gefah-
ren, wo wir uns treffen. Ich
werde Ihre und Ihrer lieben
Frau Grüsse beiden Damen be-
stellen.

D/Wi.
Herrn
Roquebrune-Cap Martin
France
– – – – – – – – – – – – –
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg!
Herzlichen Dank für Ihre Karte, die mich sehr gefreut hat. Ich fürchte, dass Sie sich doch mehr übermüden als es für Sie gut ist und rate Ihnen dringend weise Mäßigung.
Görgi ist verabredungsgemäss in der Stecherei HIRSCH als „Mitarbeiter“ eingetreten. Wie ich auf Grund von Erkundigungen erfahren habe, funktioniert er vollkommen befriedigend; ich habe ja mit ihm eine längere persönliche Unterredung gehabt und hoffe, dass die Sache sich gut gestalten wird. Die Zeit, die er vorläufig, ohne in eine bestimmte „Rangsklasse“ eingeteilt zu werden, in der Stecherei verbringen muss, wird ihm dann später zweifellos eingerechnet werden. Das wichtigste ist, dass er gut aushält und ich bitte, ihn auch in diesem Sinne aufzumuntern. Ich werde ihn in einiger Zeit, bis schon irgend welche positivere Erfahrungen vorliegen, zu mir kommen und mir seine Eindrücke erzählen lassen und ihn soweit als irgend möglich fördern. – Morgen reise ich auf einen kurzen Besuch zu SCHREKER an den Bodensee, von dort gehe ich auf einige Tage nach Baden-Baden. In 8–10 Tagen bin ich wieder in Wien.
Mit vielen herzlichen Grüssen, auch an Ihre verehrte Frau, Ihr ergebener Emil Hertzka
P. S. Meine Frau und Fräulein Hofer sind schon gestern per Auto nach dem Bodensee gefahren, wo wir uns treffen. Ich werde Ihre und Ihrer lieben Frau Grüsse beiden Damen bestellen.

9. Juli 1928


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 9. Juli 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17770.

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