D/M.
Herrn
Roquebrune Cap Martin,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ihre Absicht, das Ende unseres langjährigen Ver-
tragsverhältnisses mit einem gegenseitigen Akt der Courtoisie
und der Noblesse erfolgen zu lassen, findet bei mir bereit-
willigste Gefolgschaft. Ich habe bereits unsere Buchhaltung
angewiesen, dass die 1000 Mark, die, wie Sie meinen, auf das
Konto „Alte Werke“ gehören, diesem Konto angelastet werden,
so dass Sie auf „Neue Werke“ noch einen Vorschuss von 1000 Mark
zu erhalten haben.
Ich habe mit grosser Befriedigung zur Kenntnis ge-
nommen, dass Sie in wenigen Wochen eine Bach-Orchesterbearbei-
tung
liefern werden, die noch in dieser Saison aufgeführt
werden kann. Da Sie die Uraufführung gerne selbst machen möch-
ten, werden wir dieselbe einstweilen noch nicht vergeben. Die
Herstellung der Partitur und Stimmen wird selbstverständlich
mit möglichster Beschleunigung erfolgen.
Sehr interessiert hat mich auch Ihre Mitteilung,
dass Sie von Ihren letzten Kammermusikwerken und zwar Serenade,
Bläserquintett und Suite op. 29 Orchesterbearbeitungen1
herzustellen beabsichtigen, um der Verbreitung dieser Werke

ein wenig nachzuhelfen. –
Sie haben sich hoffentlich im herrlichen Cap Martin
sehr erholt und die Sonne, die Sie während der schönen Wochen
in sich aufgenommen haben, wird noch lange aus Ihnen strahlen.
In der zweiten Okoberhälfte hoffe ich in Berlin zu sein und
freue mich, dann Sie und Ihre verehrte Frau wiederzusehen und
manches mit Ihnen zu besprechen, was sich weniger gut beschrei-
ben lässt.
Inzwischen grüsse ich Sie und Ihre verehrte Frau herzlichst als Ihr in warmer Verehrung ergebener
P. S. Die gewünschte Abschrift2
der letzten Fassung der Vorbe-
merkungen aus der Suite op. 29
lasse ich Ihnen zugehen.

D/M.
Herrn
Roquebrune Cap Martin,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ihre Absicht, das Ende unseres langjährigen Vertragsverhältnisses mit einem gegenseitigen Akt der Courtoisie und der Noblesse erfolgen zu lassen, findet bei mir bereitwilligste Gefolgschaft. Ich habe bereits unsere Buchhaltung angewiesen, dass die 1000 Mark, die, wie Sie meinen, auf das Konto „Alte Werke“ gehören, diesem Konto angelastet werden, so dass Sie auf „Neue Werke“ noch einen Vorschuss von 1000 Mark zu erhalten haben.
Ich habe mit grosser Befriedigung zur Kenntnis genommen, dass Sie in wenigen Wochen eine Bach-Orchesterbearbeitung liefern werden, die noch in dieser Saison aufgeführt werden kann. Da Sie die Uraufführung gerne selbst machen möchten, werden wir dieselbe einstweilen noch nicht vergeben. Die Herstellung der Partitur und Stimmen wird selbstverständlich mit möglichster Beschleunigung erfolgen.
Sehr interessiert hat mich auch Ihre Mitteilung, dass Sie von Ihren letzten Kammermusikwerken und zwar Serenade, Bläserquintett und Suite op. 29 Orchesterbearbeitungen1 herzustellen beabsichtigen, um der Verbreitung dieser Werke ein wenig nachzuhelfen. –
Sie haben sich hoffentlich im herrlichen Cap Martin sehr erholt und die Sonne, die Sie während der schönen Wochen in sich aufgenommen haben, wird noch lange aus Ihnen strahlen. In der zweiten Okoberhälfte hoffe ich in Berlin zu sein und freue mich, dann Sie und Ihre verehrte Frau wiederzusehen und manches mit Ihnen zu besprechen, was sich weniger gut beschreiben lässt.
Inzwischen grüsse ich Sie und Ihre verehrte Frau herzlichst als Ihr in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka
P. S. Die gewünschte Abschrift2 der letzten Fassung der Vorbemerkungen aus der Suite op. 29 lasse ich Ihnen zugehen.

3. Oktober 1928


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 3. Oktober 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17781.

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