D/R/M.
Herrn
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg!
Ich habe Ihr Schreiben vom 12. d. M. bisher nicht
beantwortet, weil ich immer auf das Einlangen der Bach Bearbeitung-
Partitur1 gewartet habe und diese nicht kam. Ich bin schon recht
verzweifelt gewesen. Endlich ist heute um 6 Uhr abends das Wert-
paket eingelangt. Sie haben auch sofort ein diesbezügliches
Telegramm erhalten.
Ich freue mich sehr, dass wir in so kurzer Zeit
2 Partituren von Ihnen zu Herausgabe erhalten. Das Material
des Variationen-Werkes wird für Furtwängler, der, wie Sie wissen,
die Aufführung2 in Berlin am 2. Dezember veranstaltet, vorbe-
reitet und nun werden wir baldigst an das Bach-Werk gehen.
Ich habe zur Kenntnis genommen, dass Sie gern selbst einige
Engagements dafür bekommen wollen, dass Sie aber nicht im Wege
stehen wollten, wenn einer Ihrer wirklichen Freunde die Ur-
aufführung
3 haben will. Über diese Sache werden wir uns ja noch
verständigen.
Ihre Zahlungs-Dispositionen wurden befolgt. Ihr
Zahnarzt hat seine Rechnung sofort bezahlt erhalten und auch
an das Postscheckamt Berlin ging die Überweisung ab.

Ich bin in den letzten Oktober- und vielleicht auch in
den allerersten Novembertagen in Berlin und würde mich herzlich
freuen, wenn ich Sie zu dieser Zeit schon in Berlin sehen könnte.
Ich wohne Hotel Fürstenhof.
Mit vielen herzlichen Grüssen, auch an Ihre verehrte
Frau, und in der Hoffnung, Sie sehr bald wiederzusehen,
Ihr in aufrichtiger Verehrung
stets ergebener

Emil Hertzka
P. S. Für die Bach-Partitur4
erwarten wir Ihre neuen Vor-
bemerkungen. Wir werden die
Partitur Herrn Stein morgen
sofort übergeben, damit er sich
wegen der Frage der zu transpo-
nierenden Instrumente äussert.

D/R/M.
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg!
Ich habe Ihr Schreiben vom 12. d. M. bisher nicht beantwortet, weil ich immer auf das Einlangen der Bach Bearbeitung- Partitur1 gewartet habe und diese nicht kam. Ich bin schon recht verzweifelt gewesen. Endlich ist heute um 6 Uhr abends das Wertpaket eingelangt. Sie haben auch sofort ein diesbezügliches Telegramm erhalten.
Ich freue mich sehr, dass wir in so kurzer Zeit 2 Partituren von Ihnen zu Herausgabe erhalten. Das Material des Variationen-Werkes wird für Furtwängler, der, wie Sie wissen, die Aufführung2 in Berlin am 2. Dezember veranstaltet, vorbereitet und nun werden wir baldigst an das Bach-Werk gehen. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass Sie gern selbst einige Engagements dafür bekommen wollen, dass Sie aber nicht im Wege stehen wollten, wenn einer Ihrer wirklichen Freunde die Uraufführung3 haben will. Über diese Sache werden wir uns ja noch verständigen.
Ihre Zahlungs-Dispositionen wurden befolgt. Ihr Zahnarzt hat seine Rechnung sofort bezahlt erhalten und auch an das Postscheckamt Berlin ging die Überweisung ab.
Ich bin in den letzten Oktober- und vielleicht auch in den allerersten Novembertagen in Berlin und würde mich herzlich freuen, wenn ich Sie zu dieser Zeit schon in Berlin sehen könnte. Ich wohne Hotel Fürstenhof.
Mit vielen herzlichen Grüssen, auch an Ihre verehrte Frau, und in der Hoffnung, Sie sehr bald wiederzusehen,
Ihr in aufrichtiger Verehrung stets ergebener
Emil Hertzka
P. S. Für die Bach-Partitur4 erwarten wir Ihre neuen Vorbemerkungen. Wir werden die Partitur Herrn Stein morgen sofort übergeben, damit er sich wegen der Frage der zu transponierenden Instrumente äussert.

22. Oktober 1928


The Library of Congress
Washington, D. C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 22. Oktober 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17782.

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