Universal-Edition an Arnold Schönberg
22. Jänner 1929
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 22. Jänner 1929.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 22. Jänner 1929.
D/M.
Herrn
Professor Arnold
Schönberg,
MONTE CARLO,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich war in der vergangenen Woche so ausserordentlich
übermüdet, dass ich mich einige Tage schonen musste und komme
daher erst heute dazu, Ihre freundliche Zuschrift vom 14. d. M.
zu beantworten. – Ich freue mich, dass Sie meinen Vorschlag,
sich zuerst an andere Verleger zu wenden,1 für gerecht erachten
und ich hoffe, Sie werden es inzwischen schon getan haben2, denn
Sie schreiben selbst, dass Sie in nächster Zeit den Vorschlag
irgend eines Verlages haben dürften. Was nun den weiteren Vor-
gang betrifft, der Ihnen Sorge zu machen scheint, so glaube
ich, dass dieser ganz einfach wäre. Ich habe nicht die Empfin-
dung, dass es gegen einen Verleger, der Ihnen einen Vorschlag
macht, unfair erscheint, wenn Sie mir dieses Anbot bekannt-
geben, denn wenn Sie mir ein Vorrecht bei gleichen Bedingungen
einräumen – was Sie ja getan haben – sind Sie verpflichtet,
mir ein derartiges Anbot bekanntzugeben. Gerade dadurch können
Sie unter keinen Umständen zwischen zwei Stühlen zu sitzen
kommen. Der Kernpunkt der Sache für Sie ist doch, von der U.E.
den für Sie bei einem anderen Verlag höchst erreichbaren Preis
zu bekommen. Die U.E. kann nur dann diesen höchst erreichbaren
übermüdet, dass ich mich einige Tage schonen musste und komme
daher erst heute dazu, Ihre freundliche Zuschrift vom 14. d. M.
zu beantworten. – Ich freue mich, dass Sie meinen Vorschlag,
sich zuerst an andere Verleger zu wenden,1 für gerecht erachten
und ich hoffe, Sie werden es inzwischen schon getan haben2, denn
Sie schreiben selbst, dass Sie in nächster Zeit den Vorschlag
irgend eines Verlages haben dürften. Was nun den weiteren Vor-
gang betrifft, der Ihnen Sorge zu machen scheint, so glaube
ich, dass dieser ganz einfach wäre. Ich habe nicht die Empfin-
dung, dass es gegen einen Verleger, der Ihnen einen Vorschlag
macht, unfair erscheint, wenn Sie mir dieses Anbot bekannt-
geben, denn wenn Sie mir ein Vorrecht bei gleichen Bedingungen
einräumen – was Sie ja getan haben – sind Sie verpflichtet,
mir ein derartiges Anbot bekanntzugeben. Gerade dadurch können
Sie unter keinen Umständen zwischen zwei Stühlen zu sitzen
kommen. Der Kernpunkt der Sache für Sie ist doch, von der U.E.
den für Sie bei einem anderen Verlag höchst erreichbaren Preis
zu bekommen. Die U.E. kann nur dann diesen höchst erreichbaren
Preis bieten, wenn Sie ihn nennen. Sie
können ihn aber erst
dann nennen, bis er Ihnen von einem anderen Verlag geboten wird.
Ergo müssen Sie ein Anbot von einem anderen Verlag zu erhalten
trachten. Mit einem Angebot der U.E. würde Ihr Zweck absolut
nicht erreicht werden können und wir wären auch ganz ausserstande,
ein solches Anbot zu machen. Ich glaube, dass Sie diesen Stand-
punkt begreifen und sehe mit grossem Interesse Ihren weiteren
Mitteilungen entgegen.
dann nennen, bis er Ihnen von einem anderen Verlag geboten wird.
Ergo müssen Sie ein Anbot von einem anderen Verlag zu erhalten
trachten. Mit einem Angebot der U.E. würde Ihr Zweck absolut
nicht erreicht werden können und wir wären auch ganz ausserstande,
ein solches Anbot zu machen. Ich glaube, dass Sie diesen Stand-
punkt begreifen und sehe mit grossem Interesse Ihren weiteren
Mitteilungen entgegen.
Mit vielen herzlichen Grüssen, auch an Ihre verehrte Frau,
Ihr in warmer Verehrung ergebener
Verleger zu wenden,
Inverlagnahme Von heute auf morgen. Oper in einem Akt op.
32.
schon getan haben
Neben B. Schott's Söhne
und Fürstner schlug Josef Rufer
Schönberg auch den Verlag J. &
W. Chester vor (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. Jänner 1929; ASCC
15202); später auch N.
Simrock (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. März 1929;
ASCC 15199).
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 22. Jänner 1929.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 22. Jänner 1929.
D/M.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich war in der vergangenen Woche so ausserordentlich übermüdet, dass ich
mich einige Tage schonen musste und komme daher erst heute dazu, Ihre
freundliche Zuschrift vom 14. d. M.
zu beantworten. – Ich freue mich, dass Sie meinen Vorschlag, sich
zuerst an andere Verleger zu wenden,1 für gerecht erachten und ich hoffe, Sie
werden es inzwischen schon getan haben2, denn Sie schreiben
selbst, dass Sie in nächster Zeit den Vorschlag irgend eines Verlages haben
dürften. Was nun den weiteren Vorgang betrifft, der Ihnen Sorge zu machen scheint, so glaube
ich, dass dieser ganz einfach wäre. Ich habe nicht die Empfindung, dass es gegen einen Verleger, der Ihnen einen Vorschlag
macht, unfair erscheint, wenn Sie mir dieses Anbot bekanntgeben, denn wenn Sie mir ein Vorrecht bei gleichen Bedingungen
einräumen – was Sie ja getan haben – sind Sie verpflichtet, mir ein
derartiges Anbot bekanntzugeben. Gerade dadurch können Sie unter keinen
Umständen zwischen zwei Stühlen zu sitzen kommen. Der Kernpunkt der Sache
für Sie ist doch, von der U.E.
den für Sie bei einem anderen Verlag höchst erreichbaren Preis zu
bekommen. Die U.E. kann nur dann diesen höchst
erreichbaren Preis bieten, wenn Sie ihn nennen. Sie
können ihn aber erst dann nennen, bis er Ihnen von einem anderen Verlag
geboten wird. Ergo müssen Sie ein Anbot von einem anderen Verlag zu
erhalten trachten. Mit einem Angebot der U.E. würde Ihr Zweck absolut nicht erreicht werden können
und wir wären auch ganz ausserstande, ein solches Anbot zu machen. Ich
glaube, dass Sie diesen Standpunkt begreifen und sehe mit grossem Interesse Ihren weiteren
Mitteilungen entgegen.
Mit vielen herzlichen Grüssen, auch an Ihre verehrte Frau,
Ihr in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka
Ihr in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka
Verleger zu wenden,
Inverlagnahme Von heute auf morgen. Oper in einem Akt op.
32.
schon getan haben
Neben B. Schott's Söhne
und Fürstner schlug Josef Rufer
Schönberg auch den Verlag J. &
W. Chester vor (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. Jänner 1929; ASCC
15202); später auch N.
Simrock (Josef Rufer an Arnold Schönberg, 2. März 1929;
ASCC 15199).
22. Jänner 1929
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 22. Jänner 1929, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17799.