Universal-Edition an Arnold Schönberg
3. August 1927
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
209 West 57th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
209 West 57th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Dir. W/Ks.
Wien, 3. August 1927.
Herrn
Professor Arnold Schönberg,
Pörtschach am
See
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ihr Schreiben vom 27.
pto. haben wir erhalten und
ersehen daraus, dass Sie mit den Ihnen am 30. Juni gemachten Vor-
schlägen nicht einverstanden sind.
ersehen daraus, dass Sie mit den Ihnen am 30. Juni gemachten Vor-
schlägen nicht einverstanden sind.
Gewiss sind Sie nicht genötigt sich unsere Vor-
schläge „aufzwingen“ zu lassen. Es war dies auch nicht unsere Ab-
sicht. Es war ein Vorschlag und es lag ein gut gemeinter Vorschlag den Sie annehmen oder
ablehnen
konnten [.] Wir bedauern nur sehr den heftigen Ton Ihres Briefes, den
wir nicht verdient haben.
schläge „aufzwingen“ zu lassen. Es war dies auch nicht unsere Ab-
sicht. Es war ein Vorschlag und es lag ein gut gemeinter Vorschlag den Sie annehmen oder
ablehnen
konnten [.] Wir bedauern nur sehr den heftigen Ton Ihres Briefes, den
wir nicht verdient haben.
Wir waren bemüht einen Weg zu finden, um Ihnen ei-
nerseits erhöhte monatliche Zahlungen zu sichern und andererseits
Divergenzen, ob eine an Sie geleistete Zahlung auf Konto alte oder
neue Werke kommt, zu vermeiden. Durch diese Abmachung hätten Sie
jedenfalls auf die Dauer des Vertrages statt M 500.– monatlich
M 600.– erhalten. Wir haben Ihnen ja in unserem Schreiben vom 30. VI.
mitgeteilt, dass die fixen Zahlungen auf Grund des nach dem Jahres-
durchschnitt errechneten Tantiemenertrages geringer sind als die
nun von uns gebotenen monatlichen Zahlungen. Diese Berechnung wurde
auf Grund unserer seinerzeitigen Besprechungen gemacht und wir haben
bei unseren Ausführungen vom 30. VI. ausdrücklich auf die Durchschnitts-
ziffern, so wie Sie sie dachten, hingewiesen. Wir wissen daher nicht,
warum Sie uns „Sabotage“ vorwerfen. In Ihrem Schreiben haben Sie un
nerseits erhöhte monatliche Zahlungen zu sichern und andererseits
Divergenzen, ob eine an Sie geleistete Zahlung auf Konto alte oder
neue Werke kommt, zu vermeiden. Durch diese Abmachung hätten Sie
jedenfalls auf die Dauer des Vertrages statt M 500.– monatlich
M 600.– erhalten. Wir haben Ihnen ja in unserem Schreiben vom 30. VI.
mitgeteilt, dass die fixen Zahlungen auf Grund des nach dem Jahres-
durchschnitt errechneten Tantiemenertrages geringer sind als die
nun von uns gebotenen monatlichen Zahlungen. Diese Berechnung wurde
auf Grund unserer seinerzeitigen Besprechungen gemacht und wir haben
bei unseren Ausführungen vom 30. VI. ausdrücklich auf die Durchschnitts-
ziffern, so wie Sie sie dachten, hingewiesen. Wir wissen daher nicht,
warum Sie uns „Sabotage“ vorwerfen. In Ihrem Schreiben haben Sie un
unseren Vorschlag
der in den Zahlungen über die errechneten
Durchschnittsziffern
hinausgeht, abgelehnt. Wir bitten Sie uns mitzuteilen, in welcher
Höhe Sie sich die fixen Zahlungen dachten.
hinausgeht, abgelehnt. Wir bitten Sie uns mitzuteilen, in welcher
Höhe Sie sich die fixen Zahlungen dachten.
Zu Ihrer Erklärung am Schlusse des Briefes erlauben
wir uns Folgendes zu bemerken:
wir uns Folgendes zu bemerken:
zu Punkt 1.) Wir wissen nicht, was Sie damit meinen,
dass ein Abzug auf das Konto alte Werke nicht erfolgen darf. Wir
haben, wie Sie es verlangten, die Behebungen bzw. Zahlungen von
M 1000.– = S 1680.– , S 1000.– und S 384.76 dem Konto alte Werke
belastet, also zusammen S 3064.76. Die Tantiemengutschrift ist per
I. Semester S 1747.03. Es wurde also von den Tantiemen kein Abzug
gemacht, sondern der Vorschuss hat sich um S 1317.73 noch erhöht.
dass ein Abzug auf das Konto alte Werke nicht erfolgen darf. Wir
haben, wie Sie es verlangten, die Behebungen bzw. Zahlungen von
M 1000.– = S 1680.– , S 1000.– und S 384.76 dem Konto alte Werke
belastet, also zusammen S 3064.76. Die Tantiemengutschrift ist per
I. Semester S 1747.03. Es wurde also von den Tantiemen kein Abzug
gemacht, sondern der Vorschuss hat sich um S 1317.73 noch erhöht.
zu Punkt 2.) Den Vorschuss von M 1000.– nach
Berlin
haben wir, wie Sie aus der Abrechnung ja genau ersehen, Ihnen auf
Konto alte Werke und nicht auf Konto neue Werke belastet. Es muss
hier wohl ein Irrtum Ihrerseits vorliegen.
haben wir, wie Sie aus der Abrechnung ja genau ersehen, Ihnen auf
Konto alte Werke und nicht auf Konto neue Werke belastet. Es muss
hier wohl ein Irrtum Ihrerseits vorliegen.
Wir haben die Rate per Juli, wiewohl wir von Ihnen
noch keine Antwort erhielten, seinerzeit bezahlt und sind auch
bereit die Rate per August zu bezahlen. Wir ersuchen Sie uns mitzu-
teilen, wer den Betrag ausbezahlt erhält.
noch keine Antwort erhielten, seinerzeit bezahlt und sind auch
bereit die Rate per August zu bezahlen. Wir ersuchen Sie uns mitzu-
teilen, wer den Betrag ausbezahlt erhält.
Wir machen Sie bei dieser Gelegenheit höflich darauf
aufmerksam, dass Sie uns mit Schreiben vom 29. Juni mitteilten, dass
wir Ihnen den Betrag von S 1500.– als ein innerhalb vier Wochen rück-
zahlbares Darlehen geben mögen. Sie schrieben uns damals, dass Sie
damals aus Amerika den Betrag von 750 Dollar erhalten und uns dann
die S 1500.– rückzahlen wollen.
aufmerksam, dass Sie uns mit Schreiben vom 29. Juni mitteilten, dass
wir Ihnen den Betrag von S 1500.– als ein innerhalb vier Wochen rück-
zahlbares Darlehen geben mögen. Sie schrieben uns damals, dass Sie
damals aus Amerika den Betrag von 750 Dollar erhalten und uns dann
die S 1500.– rückzahlen wollen.
Was die Abrechnungen betrifft, so werden wir diese
gerne einer nochmaligen Prüfung unterziehen und falls sich Dif-
ferenzen ergeben sollten, werden wir Sie hievon verständigen.
gerne einer nochmaligen Prüfung unterziehen und falls sich Dif-
ferenzen ergeben sollten, werden wir Sie hievon verständigen.
Wir empfehlen uns
hochachtungsvoll
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
209 West 57th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
209 West 57th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Dir. W/Ks.
Wien, 3. August 1927.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ihr Schreiben vom 27.
pto. haben wir erhalten und ersehen daraus, dass Sie mit den
Ihnen am 30. Juni gemachten Vorschlägen nicht einverstanden sind.
Gewiss sind Sie nicht genötigt sich unsere Vorschläge „aufzwingen“ zu lassen. Es war dies auch nicht unsere
Absicht. Es war ein gut gemeinter Vorschlag den Sie annehmen
oder ablehnen konnten
. Wir
bedauern nur sehr den heftigen Ton Ihres Briefes, den wir nicht verdient
haben.
Wir waren bemüht einen Weg zu finden, um Ihnen einerseits erhöhte monatliche Zahlungen zu sichern und
andererseits Divergenzen, ob eine an Sie geleistete Zahlung auf Konto alte
oder neue Werke kommt, zu vermeiden. Durch diese Abmachung hätten Sie
jedenfalls auf die Dauer des Vertrages statt M 500.– monatlich M
600.– erhalten. Wir haben Ihnen ja in unserem Schreiben vom 30. VI.
mitgeteilt, dass die fixen Zahlungen auf Grund des nach dem Jahresdurchschnitt errechneten
Tantiemenertrages geringer sind als die nun von uns gebotenen monatlichen
Zahlungen. Diese Berechnung wurde auf Grund unserer seinerzeitigen
Besprechungen gemacht und wir haben bei unseren Ausführungen vom 30. VI. ausdrücklich auf die Durchschnittsziffern, so wie Sie sie dachten,
hingewiesen. Wir wissen daher nicht, warum Sie uns „Sabotage“
vorwerfen.
Zu Ihrer Erklärung am Schlusse des Briefes erlauben wir uns Folgendes zu
bemerken:
1.) Wir wissen nicht, was Sie damit meinen,
dass ein Abzug auf das Konto alte Werke nicht erfolgen darf. Wir
haben, wie Sie es verlangten, die Behebungen bzw. Zahlungen von M
1000.– = S 1680.– , S 1000.– und S 384.76 dem Konto alte Werke
belastet, also zusammen S 3064.76. Die Tantiemengutschrift ist per I.
Semester S 1747.03. Es wurde also von den Tantiemen kein Abzug gemacht,
sondern der Vorschuss hat sich um S 1317.73 noch erhöht.
2.) Den Vorschuss von M 1000.– nach
Berlin
haben wir, wie Sie aus der Abrechnung ja genau
ersehen, Ihnen auf Konto alte Werke und nicht auf Konto neue Werke
belastet. Es muss hier wohl ein Irrtum Ihrerseits vorliegen.
Wir haben die Rate per Juli, wiewohl wir von Ihnen
noch keine Antwort erhielten, seinerzeit bezahlt und sind auch bereit
die Rate per August zu bezahlen. Wir ersuchen Sie
uns mitzuteilen, wer den Betrag ausbezahlt
erhält.
Wir machen Sie bei dieser Gelegenheit höflich darauf aufmerksam, dass Sie
uns mit Schreiben vom 29. Juni mitteilten, dass wir Ihnen den Betrag von S
1500.– als ein innerhalb vier Wochen rückzahlbares Darlehen geben mögen. Sie schrieben uns damals, dass
Sie
aus Amerika den Betrag von 750 Dollar erhalten und uns dann
die S 1500.– rückzahlen wollen.
Was die Abrechnungen betrifft, so werden wir diesegerne einer nochmaligen Prüfung
unterziehen und falls sich Differenzen
ergeben sollten, Sie hievon verständigen.
3. August 1927
Der gesamte Entwurf ist durchgestrichen, stattdessen wurde
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11. August 1927 verschickt.
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
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Brief, Entwurf
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 3. August 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.19954.