Dir. W/Ks.
Wien, 3. August 1927.
Herrn
Pörtschach am See
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ihr Schreiben vom 27. pto. haben wir erhalten und
ersehen daraus, dass Sie mit den Ihnen am 30. Juni gemachten Vor-
schlägen
nicht einverstanden sind.
Gewiss sind Sie nicht genötigt sich unsere Vor-
schläge „aufzwingen“ zu lassen. Es war dies auch nicht unsere Ab-
sicht. Es war ein Vorschlag und es lag ein gut gemeinter Vorschlag den Sie annehmen oder
ablehnen
konnten
[.] Wir bedauern nur sehr den heftigen Ton Ihres Briefes, den
wir nicht verdient haben.
Wir waren bemüht einen Weg zu finden, um Ihnen ei-
nerseits erhöhte monatliche Zahlungen zu sichern und andererseits
Divergenzen, ob eine an Sie geleistete Zahlung auf Konto alte oder
neue Werke kommt, zu vermeiden. Durch diese Abmachung hätten Sie
jedenfalls auf die Dauer des Vertrages statt M 500.– monatlich
M 600.– erhalten. Wir haben Ihnen ja in unserem Schreiben vom 30. VI.
mitgeteilt, dass die fixen Zahlungen auf Grund des nach dem Jahres-
durchschnitt errechneten Tantiemenertrages geringer sind als die
nun von uns gebotenen monatlichen Zahlungen. Diese Berechnung wurde
auf Grund unserer seinerzeitigen Besprechungen gemacht und wir haben
bei unseren Ausführungen vom 30. VI. ausdrücklich auf die Durchschnitts-
ziffern, so wie Sie sie dachten, hingewiesen. Wir wissen daher nicht,
warum Sie uns „Sabotage“ vorwerfen. In Ihrem Schreiben haben Sie un

unseren Vorschlag der in den Zahlungen über die errechneten Durchschnittsziffern
hinausgeht, abgelehnt. Wir bitten Sie uns mitzuteilen, in welcher
Höhe Sie sich die fixen Zahlungen dachten.
Zu Ihrer Erklärung am Schlusse des Briefes erlauben
wir uns Folgendes zu bemerken:
zu Punkt 1.) Wir wissen nicht, was Sie damit meinen,
dass ein Abzug auf das Konto alte Werke nicht erfolgen darf. Wir
haben, wie Sie es verlangten, die Behebungen bzw. Zahlungen von
M 1000.– = S 1680.– , S 1000.– und S 384.76 dem Konto alte Werke
belastet, also zusammen S 3064.76. Die Tantiemengutschrift ist per
I. Semester S 1747.03. Es wurde also von den Tantiemen kein Abzug
gemacht, sondern der Vorschuss hat sich um S 1317.73 noch erhöht.
zu Punkt 2.) Den Vorschuss von M 1000.– nach Berlin
haben wir, wie Sie aus der Abrechnung ja genau ersehen, Ihnen auf
Konto alte Werke und nicht auf Konto neue Werke belastet. Es muss
hier wohl ein Irrtum Ihrerseits vorliegen.
Wir haben die Rate per Juli, wiewohl wir von Ihnen
noch keine Antwort erhielten, seinerzeit bezahlt und sind auch
bereit die Rate per August zu bezahlen. Wir ersuchen Sie uns mitzu-
teilen, wer den Betrag ausbezahlt erhält.
Wir machen Sie bei dieser Gelegenheit höflich darauf
aufmerksam, dass Sie uns mit Schreiben vom 29. Juni mitteilten, dass
wir Ihnen den Betrag von S 1500.– als ein innerhalb vier Wochen rück-
zahlbares Darlehen geben mögen. Sie schrieben uns damals, dass Sie
damals aus Amerika den Betrag von 750 Dollar erhalten und uns dann
die S 1500.– rückzahlen wollen.

Was die Abrechnungen betrifft, so werden wir diese
gerne einer nochmaligen Prüfung unterziehen und falls sich Dif-
ferenzen ergeben sollten, werden wir Sie hievon verständigen.
Wir empfehlen uns hochachtungsvoll

Dir. W/Ks.
Wien, 3. August 1927.
Herrn
Pörtschach am See
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ihr Schreiben vom 27. pto. haben wir erhalten und ersehen daraus, dass Sie mit den Ihnen am 30. Juni gemachten Vorschlägen nicht einverstanden sind.
Gewiss sind Sie nicht genötigt sich unsere Vorschläge „aufzwingen“ zu lassen. Es war dies auch nicht unsere Absicht. Es war ein gut gemeinter Vorschlag den Sie annehmen oder ablehnen konnten . Wir bedauern nur sehr den heftigen Ton Ihres Briefes, den wir nicht verdient haben.
Wir waren bemüht einen Weg zu finden, um Ihnen einerseits erhöhte monatliche Zahlungen zu sichern und andererseits Divergenzen, ob eine an Sie geleistete Zahlung auf Konto alte oder neue Werke kommt, zu vermeiden. Durch diese Abmachung hätten Sie jedenfalls auf die Dauer des Vertrages statt M 500.– monatlich M 600.– erhalten. Wir haben Ihnen ja in unserem Schreiben vom 30. VI. mitgeteilt, dass die fixen Zahlungen auf Grund des nach dem Jahresdurchschnitt errechneten Tantiemenertrages geringer sind als die nun von uns gebotenen monatlichen Zahlungen. Diese Berechnung wurde auf Grund unserer seinerzeitigen Besprechungen gemacht und wir haben bei unseren Ausführungen vom 30. VI. ausdrücklich auf die Durchschnittsziffern, so wie Sie sie dachten, hingewiesen. Wir wissen daher nicht, warum Sie uns „Sabotage“ vorwerfen.
Zu Ihrer Erklärung am Schlusse des Briefes erlauben wir uns Folgendes zu bemerken:
1.) Wir wissen nicht, was Sie damit meinen, dass ein Abzug auf das Konto alte Werke nicht erfolgen darf. Wir haben, wie Sie es verlangten, die Behebungen bzw. Zahlungen von M 1000.– = S 1680.– , S 1000.– und S 384.76 dem Konto alte Werke belastet, also zusammen S 3064.76. Die Tantiemengutschrift ist per I. Semester S 1747.03. Es wurde also von den Tantiemen kein Abzug gemacht, sondern der Vorschuss hat sich um S 1317.73 noch erhöht.
2.) Den Vorschuss von M 1000.– nach Berlin haben wir, wie Sie aus der Abrechnung ja genau ersehen, Ihnen auf Konto alte Werke und nicht auf Konto neue Werke belastet. Es muss hier wohl ein Irrtum Ihrerseits vorliegen.
Wir haben die Rate per Juli, wiewohl wir von Ihnen noch keine Antwort erhielten, seinerzeit bezahlt und sind auch bereit die Rate per August zu bezahlen. Wir ersuchen Sie uns mitzuteilen, wer den Betrag ausbezahlt erhält.
Wir machen Sie bei dieser Gelegenheit höflich darauf aufmerksam, dass Sie uns mit Schreiben vom 29. Juni mitteilten, dass wir Ihnen den Betrag von S 1500.– als ein innerhalb vier Wochen rückzahlbares Darlehen geben mögen. Sie schrieben uns damals, dass Sie aus Amerika den Betrag von 750 Dollar erhalten und uns dann die S 1500.– rückzahlen wollen.
Was die Abrechnungen betrifft, so werden wir diesegerne einer nochmaligen Prüfung unterziehen und falls sich Differenzen ergeben sollten, Sie hievon verständigen.
Wir empfehlen uns hochachtungsvoll

3. August 1927


Der gesamte Entwurf ist durchgestrichen, stattdessen wurde Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11. August 1927 verschickt.

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief, Entwurf

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 3. August 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.19954.

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