D/R/M.
, 9. November 1927.
Herrn
BERLIN-CHARLOTTENBURG 2,
Verehrter Meister Schönberg!
Als ich mich von Ihnen am Freitag Abend verabschiedet
habe, hat meine Erkältung noch immer zu gewissen Hoffnungen be-
rechtigt. Am Samstag aber musste ich alle Hoffnung fallen lassen
und blieb zu Bette. Es wurde mir dann zwar etwas besser, aber
einerseits mein Gesundheitszustand und andererseits einige wich-
tige Wiener Angelegenheiten veranlassten mich, Montag alles liegen
und stehen zu lassen und nach Wien zurückzukehren. Ich bitte Sie
also, vielmals zu entschuldigen, dass ich mich, wie zugesagt, nicht
mehr melden konnte. Ich habe am Montag früh noch mit Dr. Kopsch in
der G. d. T. eine lange Besprechung gehabt. Es hat sich herausgestellt,
dass der DREI-LILIEN-VERLAG Mitglied der G. d. T. ist und dass Sie
für die Werke, die im Drei-Lilien-Verlag erschienen sind, daher die
Tantiemen erhalten. Ich bin absichtlich der Sache nicht weiter nach-
gegangen, ob und wie weit der Drei-Lilien-Verlag berechtigt ist,
für „Verklärte Nacht“, Streichorchester-Bearbeitung, Tantiemen für
sich in Anspruch zu nehmen, nachdem meine eingehenden wichti-
gen Besprechungen mit Dr. Kopsch möglicherweise ein Resultat zeigen
werden, das Ihren Wünschen und Interessen ausserordentlich entgegen-
kommt. Ich kann vorläufig noch nichts Bestimmtes sagen, da ich mich

hier mit der Materie erst weiter beschäftigen muss. Infolge meiner
plötzlichen Rückreise ist auch die Ihnen zugesagte Intervention
bei Marschalk vorerst unterblieben.
Indem ich Ihnen und Ihrer verehrten Frau noch herzlich
für Ihre liebe Gastfreundschaft danke, verbleibe ich mit besten
Grüssen
Ihr, in warmer Verehrung sehr ergebener
D/R/M.
, 9. November 1927.
Herrn
BERLIN-CHARLOTTENBURG 2,
Verehrter Meister Schönberg!
Als ich mich von Ihnen am Freitag Abend verabschiedet habe, hat meine Erkältung noch immer zu gewissen Hoffnungen berechtigt. Am Samstag aber musste ich alle Hoffnung fallen lassen und blieb zu Bette. Es wurde mir dann zwar etwas besser, aber einerseits mein Gesundheitszustand und andererseits einige wichtige Wiener Angelegenheiten veranlassten mich, Montag alles liegen und stehen zu lassen und nach Wien zurückzukehren. Ich bitte Sie also, vielmals zu entschuldigen, dass ich mich, wie zugesagt, nicht mehr melden konnte. Ich habe am Montag früh noch mit Dr. Kopsch in der G. d. T. eine lange Besprechung gehabt. Es hat sich herausgestellt, dass der DREI-LILIEN-VERLAG Mitglied der G. d. T. ist und dass Sie für die Werke, die im Drei-Lilien-Verlag erschienen sind, daher die Tantiemen erhalten. Ich bin absichtlich der Sache nicht weiter nachgegangen, ob und wie weit der Drei-Lilien-Verlag berechtigt ist, für „Verklärte Nacht“, Streichorchester-Bearbeitung, Tantiemen für sich in Anspruch zu nehmen, nachdem meine eingehenden wichtigen Besprechungen mit Dr. Kopsch möglicherweise ein Resultat zeigen werden, das Ihren Wünschen und Interessen ausserordentlich entgegenkommt. Ich kann vorläufig noch nichts Bestimmtes sagen, da ich mich hier mit der Materie erst weiter beschäftigen muss. Infolge meiner plötzlichen Rückreise ist auch die Ihnen zugesagte Intervention bei Marschalk vorerst unterblieben.
Indem ich Ihnen und Ihrer verehrten Frau noch herzlich
für Ihre liebe Gastfreundschaft danke, verbleibe ich mit besten
Grüssen
Ihr, in warmer Verehrung sehr ergebener
DK W

9. November 1927


Ort erschlossen

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection

Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 9. November 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.19997.

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