Universal-Edition an Arnold Schönberg
14. Dezember 1928
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 14. Dezember 1928.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 14. Dezember 1928.
D/M.
Herrn
Professor Arnold Schönberg,
Roquebrune Cap Martin,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Unsere und die allgemeine Annahme, dass Sie in der
ersten Dezemberwoche in Berlin anwesend sein werden, hat sich
als irrig erwiesen1. Vorgestern nach Wien zurückgekehrt, fand
ich hier einige an das Büro gerichtete Zuschriften2 vor, die
eine mir unerklärliche Verärgerung bekunden. Ich weiss nicht,
was die U.E. wieder verbrochen hat. Jedenfalls muss es etwas
sehr Grosses sein und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie
mir darüber Nachricht geben könnten.
ersten Dezemberwoche in Berlin anwesend sein werden, hat sich
als irrig erwiesen1. Vorgestern nach Wien zurückgekehrt, fand
ich hier einige an das Büro gerichtete Zuschriften2 vor, die
eine mir unerklärliche Verärgerung bekunden. Ich weiss nicht,
was die U.E. wieder verbrochen hat. Jedenfalls muss es etwas
sehr Grosses sein und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie
mir darüber Nachricht geben könnten.
In Berlin wohnte ich Generalprobe3 und Aufführung4
der „Variationen“ bei. Das Werk wurde von niemandem (einige
wenige Auserwählte ausgenommen) verstanden. Eine kleine Schar
unentwegter Pfeifer und Zischer hat ein Skandälchen provoziert,
das sofort von allen Blättern übermässig aufgebauscht wurde.
Die gesamte Kritik steht dem Werke absolut verständnislos gegen-
über und ich bin nicht sicher, ob die Aufführung an diesem
Resultat bei Publikum und Presse nicht beigetragen hat. Der
einzige Mensch, der in der Lage gewesen wäre zu beurteilen, ob
die Aufführung gut oder schlecht war, wären Sie gewesen.
der „Variationen“ bei. Das Werk wurde von niemandem (einige
wenige Auserwählte ausgenommen) verstanden. Eine kleine Schar
unentwegter Pfeifer und Zischer hat ein Skandälchen provoziert,
das sofort von allen Blättern übermässig aufgebauscht wurde.
Die gesamte Kritik steht dem Werke absolut verständnislos gegen-
über und ich bin nicht sicher, ob die Aufführung an diesem
Resultat bei Publikum und Presse nicht beigetragen hat. Der
einzige Mensch, der in der Lage gewesen wäre zu beurteilen, ob
die Aufführung gut oder schlecht war, wären Sie gewesen.
mitgeteilt hat, dass Sie über Wien nach Berlin kämen und dass
er glaubt, Sie würden schwerlich vor Weihnachten nach Berlin
kommen, sende ich diesen Brief doch noch an Ihre bisherige
Adresse ab.
er glaubt, Sie würden schwerlich vor Weihnachten nach Berlin
kommen, sende ich diesen Brief doch noch an Ihre bisherige
Adresse ab.
Ich hoffe, dass es Ihnen und Ihrer verehrten Frau
gut geht und dass der einzige Grund der Verschiebung Ihrer
Rückreise in Ihrer Arbeitsfreudigkeit liegt, und verbleibe
mit den herzlichsten Grüssen an Sie beide
gut geht und dass der einzige Grund der Verschiebung Ihrer
Rückreise in Ihrer Arbeitsfreudigkeit liegt, und verbleibe
mit den herzlichsten Grüssen an Sie beide
Ihr in warmer Verehrung ergebener
hat sich als irrig erwiesen
In Arnold Schönberg an Wilhelm
Furtwängler, 22. November 1928 (ASCC
1600), geht Schönberg
noch davon aus, der Uraufführung der Variationen
für Orchester op. 31 persönlich beizuwohnen; in Arnold
Schönberg an Wilhelm Furtwängler, 28. November 1928 (ASCC
1604), erfolgt die kurzfristige Absage.
Zuschriften
Generalprobe
Aufführung
Eingeweihte
„Diese Musik ist nicht einmal
für die ‚Fachleute‘, sondern nur für die Eingeweihten“
(Strobel 1928; Exemplar aus dem Schönberg-Nachlass; Strobel, Dezember 1928.
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 14. Dezember 1928.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 14. Dezember 1928.
D/M.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Unsere und die allgemeine Annahme, dass Sie in der ersten Dezemberwoche in Berlin anwesend sein werden, hat sich als irrig erwiesen1. Vorgestern nach Wien zurückgekehrt, fand ich hier einige
an das Büro gerichtete Zuschriften2 vor, die eine mir unerklärliche Verärgerung bekunden. Ich weiss
nicht, was die U.E. wieder verbrochen hat.
Jedenfalls muss es etwas sehr Grosses sein und ich wäre Ihnen sehr dankbar,
wenn Sie mir darüber Nachricht geben könnten.
In Berlin wohnte ich Generalprobe3 und Aufführung4
der „Variationen“ bei. Das Werk wurde von
niemandem (einige wenige Auserwählte
ausgenommen) verstanden. Eine kleine Schar unentwegter Pfeifer und Zischer
hat ein Skandälchen provoziert, das sofort von allen Blättern übermässig
aufgebauscht wurde. Die gesamte Kritik steht dem Werke absolut
verständnislos gegenüber und ich bin nicht sicher, ob die Aufführung an diesem
Resultat bei Publikum und Presse nicht beigetragen hat. Der einzige
Mensch, der in der Lage gewesen wäre zu beurteilen, ob die Aufführung gut
oder schlecht war, wären Sie gewesen.
Obwohl mir Herr Rufer vor wenigen
Tagen in Berlin
mitgeteilt hat, dass Sie über Wien nach Berlin kämen und dass er glaubt, Sie würden schwerlich vor
Weihnachten nach Berlin
kommen, sende ich diesen Brief doch noch an Ihre bisherige Adresse
ab.
Ich hoffe, dass es Ihnen und Ihrer verehrten Frau
gut geht und dass der einzige Grund der Verschiebung Ihrer
Rückreise in Ihrer Arbeitsfreudigkeit liegt, und verbleibe mit den
herzlichsten Grüssen an Sie beide
Ihr in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka
hat sich als irrig erwiesen
In Arnold Schönberg an Wilhelm
Furtwängler, 22. November 1928 (ASCC
1600), geht Schönberg
noch davon aus, der Uraufführung der Variationen
für Orchester op. 31 persönlich beizuwohnen; in Arnold
Schönberg an Wilhelm Furtwängler, 28. November 1928 (ASCC
1604), erfolgt die kurzfristige Absage.
Zuschriften
Generalprobe
Aufführung
Eingeweihte
„Diese Musik ist nicht einmal
für die ‚Fachleute‘, sondern nur für die Eingeweihten“
(Strobel 1928; Exemplar aus dem Schönberg-Nachlass; Strobel, Dezember 1928.
14. Dezember 1928
Randanmerkung auf der zweiten Seite = Ich und die
Hegemonie in der Musik
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Nachlass Arnold Schönberg
Wien
Archiv
Nachlass Arnold Schönberg
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 14. Dezember 1928, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.20102.