Universal-Edition an Arnold Schönberg
26. November 1934
Universal-Edition·A. G.
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION, WIEN·POSTSPARKASSEN-KONTO WIEN 57557
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
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Dr. K./Wi.
Wien, 26. November
1934.
Herrn Prof. Arnold
Schönberg,
Hollywood, Calif.
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Wir haben uns sofort nach Erhalt Ihres Briefes
vom 28. Okto-
ber mit Ihrem Sohn Georg in Verbindung gesetzt und haben auch einen
uns persönlich befreundeten Komponisten in Paris ersucht, sich
Georgs anzunehmen, was dieser Komponist, Herr Dr. Spitzmüller-
Harmersbach, in ausgiebiger Weise getan hat, insofern als er ihm
eine Empfehlung an das amerikanische Konsulat verschafft und ihn
auch beraten und sich um die Ueberfahrtspreise erkundigt hat. Das-
selbe haben wir hier getan, haben auch durch einen befreundeten Herrn
in Triest versucht, eine Verbilligung der Reise (eventuell als
Musiker) durchzusetzen, das Resultat ist aber negativ gewesen.
ber mit Ihrem Sohn Georg in Verbindung gesetzt und haben auch einen
uns persönlich befreundeten Komponisten in Paris ersucht, sich
Georgs anzunehmen, was dieser Komponist, Herr Dr. Spitzmüller-
Harmersbach, in ausgiebiger Weise getan hat, insofern als er ihm
eine Empfehlung an das amerikanische Konsulat verschafft und ihn
auch beraten und sich um die Ueberfahrtspreise erkundigt hat. Das-
selbe haben wir hier getan, haben auch durch einen befreundeten Herrn
in Triest versucht, eine Verbilligung der Reise (eventuell als
Musiker) durchzusetzen, das Resultat ist aber negativ gewesen.
Nach allen vorläufigen Erkundigungen, die wir hier in Wien und
in Paris eingeholt haben und die zeitraubender sind als Sie viel-
leicht meinen, haben wir Ihnen nachfolgendes Telegramm geschickt:
in Paris eingeholt haben und die zeitraubender sind als Sie viel-
leicht meinen, haben wir Ihnen nachfolgendes Telegramm geschickt:
Da Frachtdampfer unmöglich Gesamtkosten Perso-
nendampfer circa 730 Dollars wovon wir 200 vor-
legen können stop Eilsendet Georg Paris engli-
sche beglaubigte Garantie Unterhalts Georg und
Familie mit Beschreibung eurer gegenwärtigen
Stellung da anderenfalls Visum nicht erteilt
wird stop Abreise voraussichtlich Mitte Dezem-
ber falls Geldüberweisung Visumunterlagen recht-
zeitig eintreffen Musikedition.
Sie ersehen daraus, dass das Wichtigste zunächst eine Er-
klärung Ihrerseits ist, nach welcher Sie Ihren Sohn samt Familie
in Amerika erhalten werden. Es wird auch verlangt, dass Sie ange-
ben, welche Stellung Sie bekleiden und beide Erklärungen müssen
vom amerikanischen Konsul beglaubigt werden. Diese Erklärungen sind
klärung Ihrerseits ist, nach welcher Sie Ihren Sohn samt Familie
in Amerika erhalten werden. Es wird auch verlangt, dass Sie ange-
ben, welche Stellung Sie bekleiden und beide Erklärungen müssen
vom amerikanischen Konsul beglaubigt werden. Diese Erklärungen sind
die Voraussetzungen für ein Visum, zu dem aber auch
sonstige Dinge
verlangt werden, z. B. zwei amtliche Meldeausweise über den Aufenthalt
besonderswährend der letzten 5 Jahre, die besonders aus Deutschland nicht
leicht in kurzer Zeit beschafft werden können.
verlangt werden, z. B. zwei amtliche Meldeausweise über den Aufenthalt
besonderswährend der letzten 5 Jahre, die besonders aus Deutschland nicht
leicht in kurzer Zeit beschafft werden können.
Nun schreibt uns heute Ihr Sohn, dass auch mit der Erklärung
es noch zweifelhaft ist, ob er ein Visum erhält, weil er Reichsdeut-
scher ist. Er schreibt ausserdem, dass seine Carte d’identité (Auf-
enthaltsbewilligung) nur bis Ende November läuft und er dann eventuell
nach Deutschland abgeschoben wird. Wir werden nun versuchen, durch
Dr. Spitzmüller diese Aufenthaltsbewilligung noch etwas hinauszuschie-
ben, was bestimmt unter den heutigen Verhältnissen in Frankreich sehr
schwer ist, haben aber im Zusammenhang damit folgende Idee mit Herrn
Greissle besprochen, (vorausgesetzt, dass a) die Erlangung des Visums
nicht doch möglich sein wird, b) dass die Aufenthaltsbewilligung bis
zur Abreise verlängert wird, und c) dass Sie den Differenzbetrag für
die Reise in der Höhe von etwa 530 $ einsenden wollen und können.) Und
zwar wenn die Erlangung des Visums für einen Reichsdeutschen zu gros-
se Schwierigkeiten bereitet, dann müsste Georg trachten, Oesterreicher
zu werden. Zu diesem Zweck würden wir alles tun, damit ihm die Ein-
reise nach Oesterreich erlaubt wird und er in Giesshübel oder Mödling
bis zum Zeitpunkt der Erlangung der österreichischen Staatsbürger-
schaft sich aufhält. Mit 50 $ monatlich könnte Georg samt Frau und
Kind hier nicht nur bestimmt sein Auslangen finden, sondern es müsste
auch möglich sein, dass er sich davon monatlich einen kleinen Betrag
(10–15 Dollars) erspart und auf diese Weise einen Reisekostenzu-
schuss zurücklegt. Allerdings dürfte er nicht selbst das Geld verwal-
ten, sondern Herr Greissle meint, dass seine Tante, Frau Manfred, das
Geld in Empfang nimmt und an Ihren Sohn täglich oder wöchentlich Teil-
beträge ausbezahlt und auch die ersparten Beträge zurücklegt. Wenn
Sie mit diesem Vorschlag einverstanden sind, bitten wir um Telegramm,
es noch zweifelhaft ist, ob er ein Visum erhält, weil er Reichsdeut-
scher ist. Er schreibt ausserdem, dass seine Carte d’identité (Auf-
enthaltsbewilligung) nur bis Ende November läuft und er dann eventuell
nach Deutschland abgeschoben wird. Wir werden nun versuchen, durch
Dr. Spitzmüller diese Aufenthaltsbewilligung noch etwas hinauszuschie-
ben, was bestimmt unter den heutigen Verhältnissen in Frankreich sehr
schwer ist, haben aber im Zusammenhang damit folgende Idee mit Herrn
Greissle besprochen, (vorausgesetzt, dass a) die Erlangung des Visums
nicht doch möglich sein wird, b) dass die Aufenthaltsbewilligung bis
zur Abreise verlängert wird, und c) dass Sie den Differenzbetrag für
die Reise in der Höhe von etwa 530 $ einsenden wollen und können.) Und
zwar wenn die Erlangung des Visums für einen Reichsdeutschen zu gros-
se Schwierigkeiten bereitet, dann müsste Georg trachten, Oesterreicher
zu werden. Zu diesem Zweck würden wir alles tun, damit ihm die Ein-
reise nach Oesterreich erlaubt wird und er in Giesshübel oder Mödling
bis zum Zeitpunkt der Erlangung der österreichischen Staatsbürger-
schaft sich aufhält. Mit 50 $ monatlich könnte Georg samt Frau und
Kind hier nicht nur bestimmt sein Auslangen finden, sondern es müsste
auch möglich sein, dass er sich davon monatlich einen kleinen Betrag
(10–15 Dollars) erspart und auf diese Weise einen Reisekostenzu-
schuss zurücklegt. Allerdings dürfte er nicht selbst das Geld verwal-
ten, sondern Herr Greissle meint, dass seine Tante, Frau Manfred, das
Geld in Empfang nimmt und an Ihren Sohn täglich oder wöchentlich Teil-
beträge ausbezahlt und auch die ersparten Beträge zurücklegt. Wenn
Sie mit diesem Vorschlag einverstanden sind, bitten wir um Telegramm,
ob wirSie für den Fall, dass jetzt ein Visum nicht erteilt und dadurch
die sofortige Abreise nach San Francisco unmöglich wird, damit ein-
verstanden sind, dass wir zu Ihren Lasten die Rückreise Georgs samt
Familie von Paris nach Möglich Mödling bezahlen. Es dürften, wenn Ihr
Sohn nach Mödling zurückkehrt, auch noch einige kleine Schulden zu
begleichen sein, deren Höhe wir nicht feststellen können, die aber
vermutlich 300 bis 400 Schilling nicht übersteigen werden, vielleicht
auch geringer sind, und die dann wahrscheinlich, wenn er hier lebt,
von ihm verlangt werden würden und die Sie möglicherweise berücksich-
tigen müssen. Wir haben ferner an Ihren Sohn 100 frs. einstweilen
überweisen lassen, da Georg nicht einmal Geld auf Briefmarken hatte, und
hoffen Sie damit nachträglich einverstanden.
die sofortige Abreise nach San Francisco unmöglich wird, damit ein-
verstanden sind, dass wir zu Ihren Lasten die Rückreise Georgs samt
Familie von Paris nach Möglich Mödling bezahlen. Es dürften, wenn Ihr
Sohn nach Mödling zurückkehrt, auch noch einige kleine Schulden zu
begleichen sein, deren Höhe wir nicht feststellen können, die aber
vermutlich 300 bis 400 Schilling nicht übersteigen werden, vielleicht
auch geringer sind, und die dann wahrscheinlich, wenn er hier lebt,
von ihm verlangt werden würden und die Sie möglicherweise berücksich-
tigen müssen. Wir haben ferner an Ihren Sohn 100 frs. einstweilen
überweisen lassen, da Georg nicht einmal Geld auf Briefmarken hatte, und
hoffen Sie damit nachträglich einverstanden.
Was die Reisekosten anbelangt, so sind die Angaben von Paris
und Wien ziemlich übereinstimmend und zwar kostet die Reise Paris bis
zum Abfahrtshafen ca.
und Wien ziemlich übereinstimmend und zwar kostet die Reise Paris bis
zum Abfahrtshafen ca.
| frs | 500– | |
| Dampferfahrt Personendampfer (Frachtdampfer ist für
Ausländer, die nach Amerika einreisen wollen, nicht zulässig) |
6000– |
|
| Schulden, die vor der Abfahrt zu regeln sind, ca. | 1500– | |
| Equipierungskosten | 1000– | |
| Visum-Kosten und Bargeld bei der Landung in Amerika ca. | 1500– | |
| frs | 10500 | |
| sind ca. | $ | 730. |
Es würde natürlich, bevor man sich zur Lösung der
Fahrkarten entschliesst,
noch der billigste Weg ausgesucht werden, z. B. ist noch eine Kombina-
tion Schiffsreise bis New York und dann Autobus (Grey Hound Lines) in
8 Tagen bis San Francisco möglich, der per Person $ [...] 43.25 $ 43.25
plus ca. $ 3.– für Nächtigung und Verpflegung per Tag und Person kostet.
noch der billigste Weg ausgesucht werden, z. B. ist noch eine Kombina-
tion Schiffsreise bis New York und dann Autobus (Grey Hound Lines) in
8 Tagen bis San Francisco möglich, der per Person $ [...] 43.25 $ 43.25
plus ca. $ 3.– für Nächtigung und Verpflegung per Tag und Person kostet.
Da wir augenblicklich durch die Devisenschwierigkeiten mit unseren
Nachbarstaaten und insbesondere im Verkehr mit Deutschland, sehr knapp
mit unseren Barmitteln sind, ist es uns zu unserem grossen Bedauern
nicht möglich, einen grösseren Betrag als $ 200.– für Ihre Rechnung aus-
zulegen, den wir im Augenblick bereitstellen, wo die Lösung der Fahr-
karte bezw. Bezahlung des Visums etc. notwendig ist.
Nachbarstaaten und insbesondere im Verkehr mit Deutschland, sehr knapp
mit unseren Barmitteln sind, ist es uns zu unserem grossen Bedauern
nicht möglich, einen grösseren Betrag als $ 200.– für Ihre Rechnung aus-
zulegen, den wir im Augenblick bereitstellen, wo die Lösung der Fahr-
karte bezw. Bezahlung des Visums etc. notwendig ist.
Wir erwarten nun Ihre telegraphische und briefliche Nachricht,
und stellen uns Ihrem Sohn, soweit wir ihn bezüglich Auskünfte und
sonst an die Hand geben können, natürlich mit Vergnügen zur Verfügung.
und stellen uns Ihrem Sohn, soweit wir ihn bezüglich Auskünfte und
sonst an die Hand geben können, natürlich mit Vergnügen zur Verfügung.
Auf den übrigen Inhalt Ihres Schreibens kommen wir in einigen
Tagen zurück.
Tagen zurück.
Universal-Edition·A. G.
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
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Dr. K./Wi.
Wien, 26. November
1934.
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Wir haben uns sofort nach Erhalt Ihres Briefes
vom 28. Oktober mit Ihrem Sohn Georg
in Verbindung gesetzt und haben auch einen
uns persönlich befreundeten Komponisten in Paris ersucht, sich
Georgs anzunehmen, was dieser Komponist,
Herr Dr. Spitzmüller-Harmersbach, in ausgiebiger Weise getan hat, insofern als er
ihm eine Empfehlung an das amerikanische
Konsulat verschafft und ihn auch beraten und sich um die
Ueberfahrtspreise erkundigt hat. Dasselbe haben wir hier getan, haben auch durch einen befreundeten
Herrn in Triest versucht, eine
Verbilligung der Reise (eventuell als Musiker) durchzusetzen, das Resultat
ist aber negativ gewesen.
Nach allen vorläufigen Erkundigungen, die wir hier in Wien und in Paris
eingeholt haben und die zeitraubender sind als Sie vielleicht meinen, haben wir Ihnen nachfolgendes Telegramm geschickt:
Da Frachtdampfer unmöglich Gesamtkosten Personendampfer circa 730 Dollars wovon wir 200 vorlegen können stop Eilsendet Georg Paris englische beglaubigte Garantie Unterhalts Georg und Familie mit Beschreibung eurer gegenwärtigen Stellung da anderenfalls Visum nicht erteilt wird stop Abreise voraussichtlich Mitte Dezember falls Geldüberweisung Visumunterlagen rechtzeitig eintreffen Musikedition.
Sie ersehen daraus, dass das Wichtigste zunächst eine Erklärung Ihrerseits ist, nach welcher Sie Ihren Sohn samt Familie in Amerika erhalten werden. Es wird auch verlangt, dass Sie angeben, welche Stellung Sie bekleiden und beide Erklärungen müssen
vom amerikanischen
Konsul beglaubigt werden. Diese Erklärungen
sind die Voraussetzungen für ein Visum, zu dem aber auch
sonstige Dinge verlangt werden, z. B. zwei amtliche Meldeausweise über den
Aufenthalt
während der letzten 5 Jahre, die besonders aus Deutschland nicht leicht in kurzer Zeit beschafft werden
können.
Nun schreibt uns heute Ihr Sohn, dass auch mit der Erklärung es noch zweifelhaft ist, ob
er ein Visum erhält, weil er Reichsdeutscher ist. Er schreibt ausserdem, dass seine
Carte d’identité (Aufenthaltsbewilligung) nur bis Ende November läuft und er dann eventuell nach Deutschland abgeschoben wird. Wir werden nun
versuchen, durch Dr. Spitzmüller diese
Aufenthaltsbewilligung noch etwas hinauszuschieben, was bestimmt unter den heutigen Verhältnissen in Frankreich sehr schwer ist, haben aber im
Zusammenhang damit folgende Idee mit Herrn
Greissle besprochen, (vorausgesetzt, dass
a) die Erlangung des Visums nicht doch möglich sein wird, b) dass die
Aufenthaltsbewilligung bis zur Abreise verlängert wird, und c) dass Sie den
Differenzbetrag für die Reise in der Höhe von etwa 530 $ einsenden wollen
und können.) Und zwar wenn die Erlangung des Visums für einen Reichsdeutschen zu grosse Schwierigkeiten bereitet, dann müsste Georg trachten, Oesterreicher
zu werden. Zu diesem Zweck würden wir alles tun, damit ihm die Einreise nach Oesterreich
erlaubt wird und er in Giesshübel oder
Mödling
bis zum Zeitpunkt der Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft sich aufhält. Mit 50 $ monatlich könnte Georg samt Frau und
Kind hier nicht nur bestimmt sein
Auslangen finden, sondern es müsste auch möglich sein, dass er sich davon
monatlich einen kleinen Betrag (10–15 Dollars) erspart und auf diese Weise
einen Reisekostenzuschuss zurücklegt. Allerdings dürfte er nicht selbst das Geld
verwalten, sondern Herr Greissle
meint, dass seine Tante, Frau Manfred, das
Geld in Empfang nimmt und an Ihren Sohn täglich oder wöchentlich Teilbeträge ausbezahlt und auch die ersparten Beträge zurücklegt.
Wenn Sie mit diesem Vorschlag einverstanden sind, bitten wir um Telegramm,
ob Sie für den Fall, dass jetzt ein Visum nicht erteilt und dadurch die
sofortige Abreise nach San Francisco
unmöglich wird, damit einverstanden sind, dass wir zu Ihren Lasten die Rückreise
Georgs
samt Familie von Paris nach
Mödling bezahlen. Es dürften,
wenn Ihr Sohn nach Mödling
zurückkehrt, auch noch einige kleine Schulden zu begleichen sein, deren
Höhe wir nicht feststellen können, die aber vermutlich 300 bis 400
Schilling nicht übersteigen werden, vielleicht auch geringer sind, und die
dann wahrscheinlich, wenn er hier lebt, von ihm verlangt werden würden und
die Sie möglicherweise berücksichtigen müssen. Wir haben ferner an Ihren Sohn 100 frs.
einstweilen überweisen lassen, da Georg nicht einmal Geld auf Briefmarken hatte, und hoffen
Sie damit nachträglich einverstanden.
Was die Reisekosten anbelangt, so sind die Angaben von Paris
und Wien ziemlich übereinstimmend
und zwar kostet die Reise Paris bis
zum Abfahrtshafen ca.
Es würde natürlich, bevor man sich zur Lösung der
Fahrkarten entschliesst, noch der billigste Weg ausgesucht werden, z. B.
ist noch eine Kombination Schiffsreise bis New
York und dann Autobus (Grey Hound
Lines) in 8 Tagen bis San
Francisco möglich, der per Person $ 43.25
plus ca. $ 3.– für Nächtigung und Verpflegung per Tag und Person
kostet.
| frs | 500– | |
| Dampferfahrt Personendampfer (Frachtdampfer ist für
Ausländer, die nach Amerika einreisen wollen, nicht zulässig) |
6000– |
|
| Schulden, die vor der Abfahrt zu regeln sind, ca. | 1500– | |
| Equipierungskosten | 1000– | |
| Visum-Kosten und Bargeld bei der Landung in Amerika ca. | 1500– | |
| frs | 10500 | |
| sind ca. | $ | 730. |
Da wir augenblicklich durch die Devisenschwierigkeiten mit unseren
Nachbarstaaten und insbesondere im Verkehr mit Deutschland, sehr knapp mit unseren Barmitteln sind, ist
es uns zu unserem grossen Bedauern nicht möglich, einen grösseren Betrag
als $ 200.– für Ihre Rechnung auszulegen, den wir im Augenblick bereitstellen, wo die Lösung der Fahrkarte bezw. Bezahlung des Visums etc.
notwendig ist.
Wir erwarten nun Ihre telegraphische und briefliche Nachricht, und stellen
uns Ihrem Sohn, soweit wir ihn bezüglich
Auskünfte und sonst an die Hand geben können, natürlich mit Vergnügen zur
Verfügung.
Auf den übrigen Inhalt Ihres Schreibens kommen wir in einigen Tagen
zurück.
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 26. November 1934, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.20239.