W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Im Besitze Ihres Geschätzten1 vom 4. ds. danke ich Ihnen
vor allem herzlichst für Ihre Neujahrswünsche, die ich wärmstens
erwiedere. – Die gewünschten Noten werden Ihnen von Leipzig aus
zugehen und Ihrem Konto unter Fakturierung2 an Sie, belastet.
Von Ihren Bemerkungen in Angelegenheit Ihrer Besprechung mit Dir.
Runge habe ich bestens Kenntnis genommen. Dieselben werden mich
keinesfalls davon abhalten, gegebenenfalls für Sie auf jedem sich
bietenden Wege einzutreten.
Es wird Sie interessieren zu erfahren, dass Bopp in
einem Nekrolog3 über Goldmark sich viel mit Ihrer szt. freien
Dozentur
4 an der Akademie beschäftigte und es in rühmlicher Weise
hervorhebt, dass sich Goldmark für diese eingesetzt5 haben soll.
Ich habe davon bloss reden gehört, den betreffenden Artikel je-
doch nicht gesehen. Es sollen aber sowohl die Aeusserungen von
Bopp, als auch die von Goldmark , von grösster Hochschätzung Ihnen
gegenüber Zeugnis ablegen.
Walter teilte mir in einem Brief6 vom Semmering mit, dass
er die Gurre-Lieder-Aufführung für die nächste Saison verschieben
muss; ich habe diese Entscheidung vorhergesehen, denn es ist ganz
klar, dass in dieser Zeit der Männerchor sich auf dem Schlacht-

felde Lorbeeren holen dürfte und nicht auf dem Konzertpodium.
Diese Verschiebung ist verlagstechnisch höchst fatal, denn es
werden nächstes Jahr mehrere Aufführungen zusammen kommen und
die Einteilung mit den vorhandenen Materialien wahrscheinlich
Schwierigkeiten verursachen. Da lässt sich aber nichts machen.
Wegen des Notenpapieres habe ich an Geidel geschrieben
und urgiere das Papier bei ihm.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr Ihnen warm ergebener

W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Im Besitze Ihres Geschätzten1 vom 4. ds. danke ich Ihnen vor allem herzlichst für Ihre Neujahrswünsche, die ich wärmstens erwiedere. – Die gewünschten Noten werden Ihnen von Leipzig aus zugehen und Ihrem Konto unter Fakturierung2 an Sie, belastet. Von Ihren Bemerkungen in Angelegenheit Ihrer Besprechung mit Dir. Runge habe ich bestens Kenntnis genommen. Dieselben werden mich keinesfalls davon abhalten, gegebenenfalls für Sie auf jedem sich bietenden Wege einzutreten.
Es wird Sie interessieren zu erfahren, dass Bopp in einem Nekrolog3 über Goldmark sich viel mit Ihrer szt. freien Dozentur4 an der Akademie beschäftigte und es in rühmlicher Weise hervorhebt, dass sich Goldmark für diese eingesetzt5 haben soll. Ich habe davon bloss reden gehört, den betreffenden Artikel jedoch nicht gesehen. Es sollen aber sowohl die Aeusserungen von Bopp, als auch die von Goldmark , von grösster Hochschätzung Ihnen gegenüber Zeugnis ablegen.
Walter teilte mir in einem Brief6 vom Semmering mit, dass er die Gurre-Lieder-Aufführung für die nächste Saison verschieben muss; ich habe diese Entscheidung vorhergesehen, denn es ist ganz klar, dass in dieser Zeit der Männerchor sich auf dem Schlachtfelde Lorbeeren holen dürfte und nicht auf dem Konzertpodium. Diese Verschiebung ist verlagstechnisch höchst fatal, denn es werden nächstes Jahr mehrere Aufführungen zusammen kommen und die Einteilung mit den vorhandenen Materialien wahrscheinlich Schwierigkeiten verursachen. Da lässt sich aber nichts machen.
Wegen des Notenpapieres habe ich an Geidel geschrieben und urgiere das Papier bei ihm.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr Ihnen warm ergebener
Emil Hertzka

8. Jänner 1915


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Nachlass Arnold Schönberg


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 8. Jänner 1915, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.20911.

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