Universal-Edition an Arnold Schönberg
28. Juli 1909
„Universal-Edition“ A.-G.
(Jos. Aibl Verlag, G. m. b. H.)
Leipzig
Sternwartestrasse 15-20.
Wien
I., Wipplingerstrasse 32.
Telegramm-Adresse:
·MUSIKEDITION WIEN·
Telephon Nr. 22.877.
Wien, 28. Juli 1909
Bank-Konto: Kais. kön. privilegierte Oesterreichische Länderbank Wien. – Postspark.-Konto. 57.557.
(Jos. Aibl Verlag, G. m. b. H.)
Leipzig
Sternwartestrasse 15-20.
Wien
I., Wipplingerstrasse 32.
Telegramm-Adresse:
·MUSIKEDITION WIEN·
Telephon Nr. 22.877.
Wien, 28. Juli 1909
Bank-Konto: Kais. kön. privilegierte Oesterreichische Länderbank Wien. – Postspark.-Konto. 57.557.
Sehr geehrter Herr!
Vor allem möchte ich betonen, dass meine Bemer-
kung, Ihnen als Verleger näherzutreten, keineswegs eine Höf-
lichkeitsphrase bedeuten sollte; ebenso, dass Ihre Offenheit
in der Präzisierung der Sachlage mir sehr wohltuend erscheint
und dass ich daher alles eher als böse über dieselbe sein kann.
kung, Ihnen als Verleger näherzutreten, keineswegs eine Höf-
lichkeitsphrase bedeuten sollte; ebenso, dass Ihre Offenheit
in der Präzisierung der Sachlage mir sehr wohltuend erscheint
und dass ich daher alles eher als böse über dieselbe sein kann.
Wiewohl unser Unternehmen augenblicklich noch
nicht
jenen Punkt erreicht hat, um die immateriellen Vorteile eines
Werkes ohne Rücksicht auf die materiellen Chancen desselben
in den Vordergrund zu stellen, tue ich mein Bestes um
das Schaffen der jüngeren Zeitgenossen nach Möglichkeit zu för-
dern. Ich habe dabei allerdings keinen leichten Standpunkt
bei meinen Fachkollegen im Verwaltungsrate2 und muss daher bei
meinen Bestrebungen die grösste Vorsicht walten lassen.
jenen Punkt erreicht hat, um die immateriellen Vorteile eines
Werkes ohne Rücksicht auf die materiellen Chancen desselben
in den Vordergrund zu stellen, tue ich mein Bestes um
das Schaffen der jüngeren Zeitgenossen nach Möglichkeit zu för-
dern. Ich habe dabei allerdings keinen leichten Standpunkt
bei meinen Fachkollegen im Verwaltungsrate2 und muss daher bei
meinen Bestrebungen die grösste Vorsicht walten lassen.
Aus dem Gesagten werden Sie begreifen, dass ich
nicht so ohne Weiteres auf Ihre Anfrage, ob wir mit Ihnen be-
züglich des Verlages Ihrer Werke abschliessen wollen, zustimmend
nicht so ohne Weiteres auf Ihre Anfrage, ob wir mit Ihnen be-
züglich des Verlages Ihrer Werke abschliessen wollen, zustimmend
oder ablehnend antworten kann.
Es ist zweifellos, dass wir Ihren Werken das gröss-
te Interesse entgegenbringen, obwohl wir uns über den derzei-
tigen Marktwert derselben keiner Täuschung hingeben.
te Interesse entgegenbringen, obwohl wir uns über den derzei-
tigen Marktwert derselben keiner Täuschung hingeben.
Ehe wir nun nach irgend einer Richtung hin präzi-
sere Mitteilungen machen können, möchte ich Sie doch bitten,
mir die Manuskripte jener Werke3, die für uns in Betracht kämen,
einzusenden und uns mitzuteilen, ob Sie, wie wir es in zahlrei-
chen ähnlichen Fällen getan haben, einen Verlagsvertrag accep-
tieren würden, welcher Ihnen eine Tantieme von jedem verkauf-
ten Exemplar bietet.
sere Mitteilungen machen können, möchte ich Sie doch bitten,
mir die Manuskripte jener Werke3, die für uns in Betracht kämen,
einzusenden und uns mitzuteilen, ob Sie, wie wir es in zahlrei-
chen ähnlichen Fällen getan haben, einen Verlagsvertrag accep-
tieren würden, welcher Ihnen eine Tantieme von jedem verkauf-
ten Exemplar bietet.
Ich erwähne diesen Punkt, weil ich Ihnen eben-
falls offen bemerken möchte, dass eine derartige Abmachung
das Verlagsrisiko für den Verleger mildert und es ihm daher
möglich macht, ohne Schädigung des Komponisten, sich
leichter an den Verlag weniger rentabler Werke heranzuwagen.
falls offen bemerken möchte, dass eine derartige Abmachung
das Verlagsrisiko für den Verleger mildert und es ihm daher
möglich macht, ohne Schädigung des Komponisten, sich
leichter an den Verlag weniger rentabler Werke heranzuwagen.
Ich sehe nun gerne Ihren geschätzten weiteren
Mitteilungen entgegen und verbleibe
Mitteilungen entgegen und verbleibe
Zuschrift
Verwaltungsrate
Karl
August Artaria, Gustav
Bloch, Léon Doret,
Karl Fiedler, Gustav Giesecke, Emil Hertzka, Bernhard Herzmansky, Oscar
Ritter von Kuczynski, Franz X.
Mayer, Hermann Ritter von
Rittershausen, Adolph
Robitschek, Josef
Simon, Joseph
Weinberger (Wiener Stadt- und Landesarchiv, Akt
2.3.3.A42/1.Ges53/95, Universal-Edition Aktiengesellschaft).
Werke
Zu den noch unpublizierten Werken
zählen Pelleas und Melisande op. 5, Sechs Lieder für Gesang und Orchester op.
8, Kammersymphonie für 15 Soloinstrumente
op. 9, Streichquartett Nr. 2 op.
10, Drei Klavierstücke op. 11,
Zwei Balladen für Gesang und Klavier op.
12, Friede auf Erden op. 13,
Zwei Lieder für Gesang und Klavier op.
14, Am Strande, Fünfzehn Gedichte aus „Das Buch der hängenden
Gärten“ von Stefan George op. 15.
„Universal-Edition“ A.-G.
(Jos. Aibl Verlag, G. m. b. H.)
Leipzig
Sternwartestrasse 15-20.
Wien
I., Wipplingerstrasse 32.
Telegramm-Adresse:
·MUSIKEDITION WIEN·
Telephon Nr. 22.877.
Wien, 28. Juli 1909
Bank-Konto: Kais. kön. privilegierte Oesterreichische Länderbank Wien. – Postspark.-Konto. 57.557.
(Jos. Aibl Verlag, G. m. b. H.)
Leipzig
Sternwartestrasse 15-20.
Wien
I., Wipplingerstrasse 32.
Telegramm-Adresse:
·MUSIKEDITION WIEN·
Telephon Nr. 22.877.
Wien, 28. Juli 1909
Bank-Konto: Kais. kön. privilegierte Oesterreichische Länderbank Wien. – Postspark.-Konto. 57.557.
Sehr geehrter Herr!
Von meiner Urlaubsreise zurückgekehrt, finde ich Ihre gesch. Zuschrift1 vom 25. d. vor.
Vor allem möchte ich betonen, dass meine Bemerkung, Ihnen als Verleger näherzutreten, keineswegs eine Höflichkeitsphrase bedeuten sollte; ebenso, dass Ihre Offenheit
in der Präzisierung der Sachlage mir sehr wohltuend erscheint und dass
ich daher alles eher als böse über dieselbe sein kann.
Wiewohl unser Unternehmen augenblicklich noch
nicht jenen Punkt erreicht hat, um die immateriellen Vorteile eines
Werkes ohne Rücksicht auf die materiellen Chancen desselben in den
Vordergrund zu stellen, tue ich mein Bestes um das Schaffen der jüngeren
Zeitgenossen nach Möglichkeit zu fördern. Ich habe dabei allerdings keinen leichten Standpunkt
bei meinen Fachkollegen im Verwaltungsrate2 und muss daher bei meinen Bestrebungen die grösste Vorsicht walten
lassen.
Aus dem Gesagten werden Sie begreifen, dass ich nicht so ohne Weiteres auf
Ihre Anfrage, ob wir mit Ihnen bezüglich des Verlages Ihrer Werke abschliessen wollen, zustimmend
oder ablehnend antworten kann.
Es ist zweifellos, dass wir Ihren Werken das grösste Interesse entgegenbringen, obwohl wir uns über den derzeitigen Marktwert derselben keiner Täuschung hingeben.
Ehe wir nun nach irgend einer Richtung hin präzisere Mitteilungen machen können, möchte ich Sie doch bitten,
mir die Manuskripte jener Werke3, die für uns
in Betracht kämen, einzusenden und uns mitzuteilen, ob Sie, wie wir es in
zahlreichen ähnlichen Fällen getan haben, einen Verlagsvertrag acceptieren würden, welcher Ihnen eine Tantieme von jedem verkauften Exemplar bietet.
Ich erwähne diesen Punkt, weil ich Ihnen ebenfalls offen bemerken möchte, dass eine derartige Abmachung
das Verlagsrisiko für den Verleger mildert und es ihm daher möglich
macht, ohne Schädigung des Komponisten, sich leichter an den Verlag weniger
rentabler Werke heranzuwagen.
Ich sehe nun gerne Ihren geschätzten weiteren Mitteilungen entgegen und
verbleibe
Zuschrift
Verwaltungsrate
Karl
August Artaria, Gustav
Bloch, Léon Doret,
Karl Fiedler, Gustav Giesecke, Emil Hertzka, Bernhard Herzmansky, Oscar
Ritter von Kuczynski, Franz X.
Mayer, Hermann Ritter von
Rittershausen, Adolph
Robitschek, Josef
Simon, Joseph
Weinberger (Wiener Stadt- und Landesarchiv, Akt
2.3.3.A42/1.Ges53/95, Universal-Edition Aktiengesellschaft).
Werke
Zu den noch unpublizierten Werken
zählen Pelleas und Melisande op. 5, Sechs Lieder für Gesang und Orchester op.
8, Kammersymphonie für 15 Soloinstrumente
op. 9, Streichquartett Nr. 2 op.
10, Drei Klavierstücke op. 11,
Zwei Balladen für Gesang und Klavier op.
12, Friede auf Erden op. 13,
Zwei Lieder für Gesang und Klavier op.
14, Am Strande, Fünfzehn Gedichte aus „Das Buch der hängenden
Gärten“ von Stefan George op. 15.
28. Juli 1909
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 28. Juli 1909, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.21763.