Hochgeehrter Herr Schönberg!
Aus Ihrem humoristischen Schreiben vom 6. d. M.
ersehen wir, dass Sie an Stelle eines Ehrenexemplares fünf
Pflichtexemplare des Leitfadens zur „Harmonielehre“ wünschen.
Wir betrachten es aber absolut nicht als Pflicht, Ihnen diese
5 Exemplare zu liefern, sondern betrachten es als Ehre, Ihnen
diese von Herrn Stein verfasste Schrift liefern zu dürfen.
Eine uns unverständliche Bemerkung, dass Sie nach
früheren Abmachungen auf ca. 10 % der Auflage als Freiexemplare
Anspruch hätten, bedarf der freundlichen Aufklärung. Uns ist
von einer derartigen Abmachung nichts bekannt. Sie wäre auch
ein novum unbegreiflichster Art. Verwechseln Sie das nicht mit
den 10 % Freiexemplaren, die der Tantieme Verlag gewöhnlich als
tantiemenfrei für Rezensionszwecke zur Verfügung hat?
Wir lassen Ihnen also wunschgemäss noch vier
Exemplare des Leitfadens und 4 Pierrot-Auszüge zugehen, ebenso
auch ein Exemplar der Harmonielehre auf gutem Papier.
Herr Direktor hat mit Freude zur Kenntnis genom-
men, dass Sie seinen Brief in den nächsten Tagen beantworten
werden, und erwidert Ihre Grüsse auf das beste.
In vorzüglicher Hochachtung
Hochgeehrter Herr Schönberg!
Aus Ihrem humoristischen Schreiben vom 6. d. M. ersehen wir, dass Sie an Stelle eines Ehrenexemplares fünf Pflichtexemplare des Leitfadens zur „Harmonielehre“ wünschen. Wir betrachten es aber absolut nicht als Pflicht, Ihnen diese 5 Exemplare zu liefern, sondern betrachten es als Ehre, Ihnen diese von Herrn Stein verfasste Schrift liefern zu dürfen.
Eine uns unverständliche Bemerkung, dass Sie nach früheren Abmachungen auf ca. 10 % der Auflage als Freiexemplare Anspruch hätten, bedarf der freundlichen Aufklärung. Uns ist von einer derartigen Abmachung nichts bekannt. Sie wäre auch ein novum unbegreiflichster Art. Verwechseln Sie das nicht mit den 10 % Freiexemplaren, die der Verlag gewöhnlich als tantiemenfrei für Rezensionszwecke zur Verfügung hat?
Wir lassen Ihnen also wunschgemäss noch vier Exemplare des Leitfadens und 4 Pierrot-Auszüge zugehen, ebenso auch ein Exemplar der Harmonielehre auf gutem Papier.
Herr Direktor hat mit Freude zur Kenntnis genommen, dass Sie seinen Brief in den nächsten Tagen beantworten werden, und erwidert Ihre Grüsse auf das beste.
In vorzüglicher Hochachtung

pp Winter

11. Juli 1923


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11. Juli 1923, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.21779.

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