Dr. W./We.
Herrn
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Die Universal-Edition wird in diesem
Jahre zum erstenmal ein Jahrbuch1 herausgeben, das in den kommenden
Jahren regelmässig erscheinen soll. Es besteht die Absicht, dieses
erste, an der Schwelle des zweiten Viertels des Jahrhunderts erschei-
nende Jahrbuch in der Weise auszugestalten, dass ein Rückblick über
die Wandlungen der neuen Musik in den vergangenen 25 Jahren gegeben,
ein Ausblick auf die kommenden 25 Jahre versucht wird. Wir wenden uns
nun in allererster Linie an einige hervorragende Komponisten mit der
Bitte, uns zu diesem Jahrbuch Aufsätze zu liefern, und zwar würde es
uns natürlich ganz besonders interessieren, wenn die Komponisten, von
der erwähnten Devise ausgehend, in einer Art autobiographischer Skizze
ihre eigenen Wandlungen schildern, ihre Wege in den vergangenen 25
Jahren beschreiben, Eindrücke, Urteile, Beobachtungen etc. von dem ge-
meinsamen Standpunkt einer wertenden Rückschau aus niederlegen würden.
Wir rechnen ganz bestimmt damit, dass
auch Sie, sehr verehrter Herr Schönberg, uns zu diesem Jahrbuch einen
entsprechenden Aufsatz2 liefern würden. Selbstverständlich ist das ge-
nannte Thema nur eine Anregung. Sollten Sie aus irgend einem Grunde

ein anderes Thema wählen wollen, so bitten wir höflichst um Nachricht.
Auf jeden Fall bitten wir Sie, uns freundlichst umgehend mitteilen zu
wollen, ob wir [bis] spätestens bis 1. September mit Ihrem Beitrag rechnen
dürfen und wieviel Raum (das Jahrbuch erscheint im Format des „Anbruch“)
wir Ihnen dafür reservieren dürfen.
Wir begrüssen Sie Hochachtungsvoll DIE REDAKTION DES JAHRBUCHS

Dr. W./We.
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Die Universal-Edition wird in diesem Jahre zum erstenmal ein Jahrbuch1 herausgeben, das in den kommenden Jahren regelmässig erscheinen soll. Es besteht die Absicht, dieses erste, an der Schwelle des zweiten Viertels des Jahrhunderts erscheinende Jahrbuch in der Weise auszugestalten, dass ein Rückblick über die Wandlungen der neuen Musik in den vergangenen 25 Jahren gegeben, ein Ausblick auf die kommenden 25 Jahre versucht wird. Wir wenden uns nun in allererster Linie an einige hervorragende Komponisten mit der Bitte, uns zu diesem Jahrbuch Aufsätze zu liefern, und zwar würde es uns natürlich ganz besonders interessieren, wenn die Komponisten, von der erwähnten Devise ausgehend, in einer Art autobiographischer Skizze ihre eigenen Wandlungen schildern, ihre Wege in den vergangenen 25 Jahren beschreiben, Eindrücke, Urteile, Beobachtungen etc. von dem gemeinsamen Standpunkt einer wertenden Rückschau aus niederlegen würden.
Wir rechnen ganz bestimmt damit, dass auch Sie, sehr verehrter Herr Schönberg, uns zu diesem Jahrbuch einen entsprechenden Aufsatz2 liefern würden. Selbstverständlich ist das genannte Thema nur eine Anregung. Sollten Sie aus irgend einem Grunde ein anderes Thema wählen wollen, so bitten wir höflichst um Nachricht. Auf jeden Fall bitten wir Sie, uns freundlichst umgehend mitteilen zu wollen, ob wir spätestens bis 1. September mit Ihrem Beitrag rechnen dürfen und wieviel Raum (das Jahrbuch erscheint im Format des „Anbruch“) wir Ihnen dafür reservieren dürfen.
Wir begrüssen Sie Hochachtungsvoll
DIE REDAKTION DES JAHRBUCHS
Heinsheimer Paul Stefan

13. Mai 1925


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection

Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 13. Mai 1925, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.21789.

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