Arnold Schönberg an Universal-Edition
11. Juni 1912
11. Juni
1912
Lieber Herr Direktor – ich lege Ihnen einen Brief
von Bote und Bock
bei, aus welchem Sie
entnehmen können, dass ich für die Kammersinfonie allein 500 Mark hätte haben können.
Ich habe seinerzeit dieses Angebot nicht angenommen, weil mir das Honorar zu gering war
und weil ich mich doch lieber mit Ihnen einigen wollte (Sie hatten mich damals aus-
drücklich freigegeben!!! und trotzdem habe ich gewartet!!!) Seither habe ich mich
nicht mehr mit Verlegern in Verbindung gesetzt. Denn mir genügten diese
Proben, die mir zeigten, dass ich heute doch bereits einen Marktwert habe.
Nun will ich aber trotzdem mit Ihnen gern einig werden und ersuche
Sie deshalb, noch einen einigermaßen nennenswerten Betrag,
dessen Höhe ich Ihnen überlasse, für die George-Lieder zuzugeben
(Sie erinnern sich, dass ich nach unserm ersten Vertrag auf diese beiden
Werke zusammen cirka über 1000 Kronen bekommen müsste und bemessen
hoffentlich danach die Summe mit „Gefühl!“) Dann möchte ich Sie
noch bitten, das eine der beiden Werke (am besten die George-
Lieder) noch jetzt für die Herbstsaison zu drucken. Sie hatten mir
das ja ohnehin seinerzeit zugesagt, also geht es doch. Und das ist
mir sehr wichtig! Mit beiden solange zuzuwarten geht nicht.
entnehmen können, dass ich für die Kammersinfonie allein 500 Mark hätte haben können.
Ich habe seinerzeit dieses Angebot nicht angenommen, weil mir das Honorar zu gering war
und weil ich mich doch lieber mit Ihnen einigen wollte (Sie hatten mich damals aus-
drücklich freigegeben!!! und trotzdem habe ich gewartet!!!) Seither habe ich mich
nicht mehr mit Verlegern in Verbindung gesetzt. Denn mir genügten diese
Proben, die mir zeigten, dass ich heute doch bereits einen Marktwert habe.
Nun will ich aber trotzdem mit Ihnen gern einig werden und ersuche
Sie deshalb, noch einen einigermaßen nennenswerten Betrag,
dessen Höhe ich Ihnen überlasse, für die George-Lieder zuzugeben
(Sie erinnern sich, dass ich nach unserm ersten Vertrag auf diese beiden
Werke zusammen cirka über 1000 Kronen bekommen müsste und bemessen
hoffentlich danach die Summe mit „Gefühl!“) Dann möchte ich Sie
noch bitten, das eine der beiden Werke (am besten die George-
Lieder) noch jetzt für die Herbstsaison zu drucken. Sie hatten mir
das ja ohnehin seinerzeit zugesagt, also geht es doch. Und das ist
mir sehr wichtig! Mit beiden solange zuzuwarten geht nicht.
Ich bitte Sie um umgehende Antwort, damit ich nicht
unnötig warte.
unnötig warte.
Textbuch1
und Auszug2 des Melodrams sende ich heute
und
bitte Sie Energisches zu unternehmen (Brecher wäre sicher zu haben!!)
Bitte Antwort!!!
bitte Sie Energisches zu unternehmen (Brecher wäre sicher zu haben!!)
Bitte Antwort!!!
Ferner: was macht die Gurre Lieder Partitur-Copie?
Ist
die schon soweit, dass ich Fortsetzung schicken soll?? Bitte Antwort!!
die schon soweit, dass ich Fortsetzung schicken soll?? Bitte Antwort!!
Schließlich: haben Sie schon für nächstes Jahr Aufführungen von
Pelleas in Aussicht? Ich dirigiere den im December in Haag3 und
Amsterdam4 für ein Honorar von 1000 Mark!!!
Pelleas in Aussicht? Ich dirigiere den im December in Haag3 und
Amsterdam4 für ein Honorar von 1000 Mark!!!
Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Arnold Schönberg
Textbuch
Typoskript des Textbuchs,
verschollen (ASGA B 6/2, Quelle TC*). Unvollständiger Durchschlag des
Typoskripts des Textbuchs mit Eintragungen Pappenheims (ASGA B 6/2, Quelle TCa).
Auszug
Reinschrift des Klavierauszugs,
autograph (ASGA B 6/2, Quelle L) oder Reinschrift eines weiteren
Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle
M*).
in Haag
Amsterdam
11. Juni
1912
Lieber Herr Direktor – ich lege Ihnen einen Brief
von Bote und Bock
bei, aus welchem Sie entnehmen können, dass ich für die
Kammersinfonie allein 500 Mark hätte haben
können. Ich habe seinerzeit dieses Angebot nicht angenommen, weil mir das
Honorar zu gering war und weil ich mich doch lieber mit Ihnen einigen
wollte (Sie hatten mich damals ausdrücklich freigegeben!!! und trotzdem habe ich gewartet!!!)
Seither habe ich mich nicht mehr mit Verlegern in Verbindung gesetzt. Denn
mir genügten diese Proben, die mir zeigten, dass ich heute doch bereits
einen Marktwert habe. Nun will ich aber trotzdem mit Ihnen gern einig
werden und ersuche Sie deshalb, noch einen einigermaßen nennenswerten
Betrag, dessen Höhe ich Ihnen überlasse, für die George-Lieder zuzugeben (Sie erinnern sich, dass ich nach
unserm ersten Vertrag auf diese beiden Werke zusammen cirka über 1000
Kronen bekommen müsste und bemessen hoffentlich danach die Summe mit
„Gefühl!“) Dann möchte ich Sie noch bitten, das eine der beiden Werke (am
besten die George-Lieder) noch
jetzt für die Herbstsaison zu drucken. Sie hatten mir das ja ohnehin seinerzeit zugesagt, also geht es doch. Und das ist
mir sehr wichtig! Mit beiden solange zuzuwarten geht nicht.
Ich bitte Sie um umgehende Antwort, damit ich nicht unnötig warte.
Textbuch1
und Auszug2 des Melodrams sende ich heute
und bitte Sie Energisches zu unternehmen (Brecher
wäre sicher zu haben!!)
Bitte Antwort!!!
Ferner: was macht die Gurre Lieder Partitur-Copie?
Ist die schon soweit, dass ich Fortsetzung schicken soll?? Bitte Antwort!!
Schließlich: haben Sie schon für nächstes Jahr Aufführungen von
Pelleas in Aussicht? Ich dirigiere den im December
in Haag3 und
Amsterdam4 für ein Honorar von 1000
Mark!!!
Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Textbuch
Typoskript des Textbuchs,
verschollen (ASGA B 6/2, Quelle TC*). Unvollständiger Durchschlag des
Typoskripts des Textbuchs mit Eintragungen Pappenheims (ASGA B 6/2, Quelle TCa).
Auszug
Reinschrift des Klavierauszugs,
autograph (ASGA B 6/2, Quelle L) oder Reinschrift eines weiteren
Klavierauszugs, verschollen (ASGA B 6/2, Quelle
M*).
in Haag
Amsterdam
11. Juni 1912
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 11. Juni 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.266.