Herrn Alfred Schlee, Direktor
Wien
1. März,1947
Lieber Herr Schlee:
Vor ungefähr zwei Wochen ersuchte ich Sie in einem
Kabelgram:
„Please airmail to me upon alien property custodians
„request list of works detailed stating my percentage
„and shares on various rights I granted you“.
Da ich keine Antwort von Ihnen erhielt und nicht weiss,
ob Sie dieses Telegram erhalten haben, und wenn, ob mein
Englisch nicht vollkommen unverständlich war, so will ich
es hier in Kürze übersetzen und erläutern.
[„]Bitte senden Sie per Luftpost an mich
auf Verlangen des Verwalters der beschlagnahmten
feindlichen Vermögen und Guthaben
in Amerika
eine Liste meiner
bei der U.E. verlegten
Werke und geben Sie detailiert
bei jedem Werk an, welches mein percentueller Anteil
ist, der aus den verschiedenen Rechten herstammt, die
ich Ihnen überlassen habe…“
Das ist eine freie Uebersetzung, aber ich denke, sie er-
klärt alles.
Darf ich nun darauf rechnen, Copien aller Verträge, wie
seinerzeit mit Dr. Kalmus vereinbart1, und diese Liste zu er-
halten?
Ich beabsic[h]tigte, Ihnen auch ein weiteres Kabel zu
schicken mit Bezug auf Ihre Mitteilung über den Antrag für
die Musikakademie, den man mir angeblich gemacht hat:
„I never Authorized a friend (?) to
decide whether I would accept a position as that you mentioned.
I would still consider such an offer seriously.“
I will send you a letter, which will explain my opinion
about Mr. Winter. A letter from my lawyer.
Oh, jetzt habe ich englisch geschrieben: ich wiederhol[l]e:
Ich werde Ihnen einen Brief senden, der meine Meinung
über Herrn Winter erklärt. Einen Brief meines Rechtsanwalts.
Ich sehe Ihrem Brief gerne entgegen und bin mit herzlichen Grüssen, Ihr
Herrn Alfred Schlee, Direktor
Wien
1. März,1947
Lieber Herr Schlee:
Vor ungefähr zwei Wochen ersuchte ich Sie in einem Kabelgram:
„Please airmail to me upon alien property custodians „request list of works detailed stating my percentage „and shares on various rights I granted you“.
Da ich keine Antwort von Ihnen erhielt und nicht weiss, ob Sie dieses Telegram erhalten haben, und wenn, ob mein Englisch nicht vollkommen unverständlich war, so will ich es hier in Kürze übersetzen und erläutern.
„Bitte senden Sie per Luftpost an mich auf Verlangen des Verwalters der beschlagnahmten feindlichen Vermögen und Guthaben in Amerika eine Liste meiner bei der U.E. verlegten Werke und geben Sie detailiert bei jedem Werk an, welches mein percentueller Anteil ist, der aus den verschiedenen Rechten herstammt, die ich Ihnen überlassen habe…“
Das ist eine freie Uebersetzung, aber ich denke, sie erklärt alles.
Darf ich nun darauf rechnen, Copien aller Verträge, wie seinerzeit mit Dr. Kalmus vereinbart1, und diese Liste zu erhalten?
Ich beabsichtigte, Ihnen auch ein weiteres Kabel zu schicken mit Bezug auf Ihre Mitteilung über den Antrag für die Musikakademie, den man mir angeblich gemacht hat:
„I never Authorized a friend (?) to decide whether I would accept a position as that you mentioned. I would still consider such an offer seriously.“
I will send you a letter, which will explain my opinion about Mr. Winter. A letter from my lawyer.
Oh, jetzt habe ich englisch geschrieben: ich wiederhole:
Ich werde Ihnen einen Brief senden, der meine Meinung über Herrn Winter erklärt. Einen Brief meines Rechtsanwalts.
Ich sehe Ihrem Brief gerne entgegen und bin mit herzlichen Grüssen, Ihr

1. März 1947


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection

Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 1. März 1947, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.4233.

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