Arnold Schönberg an Universal-Edition
12. August 1917
12.VIII.1917
Lieber Herr Direktor, anbei schicke ich Ihnen die unterzeichneten
Briefe.
In dem 1. Brief1 habe ich noch die vergessene Abmachung über die weiteren
Aufführungen die Br u H. anbieten nachgetragen. Ich hoffe, dass Sie mit meiner
Fassung zufrieden sind. – In der Urheberrechts Abmachung über die „Vorlagen
etc..“ bitte ich Sie dieselben Sätze zu streichen, wie in denen
der „Jakobsleiter“2 (sachgemäße Zusätze etc...)
In dem 1. Brief1 habe ich noch die vergessene Abmachung über die weiteren
Aufführungen die Br u H. anbieten nachgetragen. Ich hoffe, dass Sie mit meiner
Fassung zufrieden sind. – In der Urheberrechts Abmachung über die „Vorlagen
etc..“ bitte ich Sie dieselben Sätze zu streichen, wie in denen
der „Jakobsleiter“2 (sachgemäße Zusätze etc...)
An Ihrer Darstellung im ersten Brief: „Sie knüpfen nun an Ihr
Einverständnis die Bedingung.....“, schmerzt mich der Hohn,
mit dem Sie die Sache so darstellen, als ob ich Sie gezwungen
hätte, von mir 2000 $ anzunehmen, während im Gegenteil
ich Ihnen ja nur 1000 geben wollte und solcher Edelmut mir
zwar zuzutrauen wäre; aber da ich nicht edelmütiger scheinen will
als ich bin, sollte ich eigentlich Gewicht darauf legen festzustellen,
dass Sie diese Bedingung geknüpft haben (mit fester Hand,
wie stets), mein Edelmut somit um rund 1000 $ geringer ist, als
selbst der wohlmeinendste Freund mir zumuten dürfte. Aber nobel, wie
ich nun einmal bin, lasse ich den unverdienten Edelmutsverdacht
auf mir sitzen und erwähne gar nichts davon, dass ich eine an-
dere Auffassung habe. –
Einverständnis die Bedingung.....“, schmerzt mich der Hohn,
mit dem Sie die Sache so darstellen, als ob ich Sie gezwungen
hätte, von mir 2000 $ anzunehmen, während im Gegenteil
ich Ihnen ja nur 1000 geben wollte und solcher Edelmut mir
zwar zuzutrauen wäre; aber da ich nicht edelmütiger scheinen will
als ich bin, sollte ich eigentlich Gewicht darauf legen festzustellen,
dass Sie diese Bedingung geknüpft haben (mit fester Hand,
wie stets), mein Edelmut somit um rund 1000 $ geringer ist, als
selbst der wohlmeinendste Freund mir zumuten dürfte. Aber nobel, wie
ich nun einmal bin, lasse ich den unverdienten Edelmutsverdacht
auf mir sitzen und erwähne gar nichts davon, dass ich eine an-
dere Auffassung habe. –
Ich habe Ihnen gestern einen Titelblatt-Entwurf3 zur Jakobsleiter ge-
schickt. Gefällt Ihnen der? Mit dem Format bin ich einverstanden.
Bitte vielmals: Beschleunigen Sie die Drucklegung4.
schickt. Gefällt Ihnen der? Mit dem Format bin ich einverstanden.
Bitte vielmals: Beschleunigen Sie die Drucklegung4.
Brief
der „Jakobsleiter“
Vertragsdatum 1. Juni
1917 (Buchon 2015, Bd. 5, S. 661). Die Urheberrechtsabtretung ist
nicht erhalten, zu den genannten Streichungen vgl. z. B. Urheberrechtsabtretung: Vier Stücke für gemischten Chor op. 27 etc.
3. April 1926.
Titelblatt-Entwurf
Zwischen 12. und 19. Juni 1917 traten
zunächst Emil Hertzka auf Schönbergs Anregung hin, dann Schönberg selbst an Adolf Loos heran, um diesen für die
graphische Gestaltung des Textbuchs zu gewinnen. Die Initiative blieb
erfolglos und Schönberg gestaltete
den Umschlag selbst (vgl. den kalligraphischen Titel auf dem
Typoskriptdurchschlag; T08.01; Arnold Schönberg an Alma Mahler, 12. Juni 1917; ASCC
6749; Arnold Schönberg an Adolf Loos, 19. Juni 1917; ASCC
7191; ASGA B
17/2, S. 186f.).
Drucklegung
Lieferdatum: 22. September 1917, Auflage: 245 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 661).
12.VIII.1917
Lieber Herr Direktor, anbei schicke ich Ihnen die unterzeichneten
Briefe. In dem 1. Brief1 habe ich noch
die vergessene Abmachung über die weiteren Aufführungen die Br u H. anbieten nachgetragen. Ich hoffe, dass Sie
mit meiner Fassung zufrieden sind. – In der Urheberrechts Abmachung über
die „Vorlagen[?]
etc..“ bitte ich Sie dieselben Sätze zu streichen, wie in denen der „Jakobsleiter“2
(sachgemäße Zusätze etc...)
An Ihrer Darstellung im ersten Brief: „Sie knüpfen nun an Ihr Einverständnis
die Bedingung.....“, schmerzt mich der Hohn, mit dem Sie die Sache so
darstellen, als ob ich Sie gezwungen hätte, von mir 2000 $ anzunehmen,
während im Gegenteil ich Ihnen ja nur 1000 geben wollte und solcher Edelmut
mir zwar zuzutrauen wäre; aber da ich nicht edelmütiger scheinen will
als ich bin, sollte ich eigentlich Gewicht darauf legen festzustellen,
dass Sie diese Bedingung geknüpft haben (mit fester Hand, wie stets),
mein Edelmut somit um rund 1000 $ geringer ist, als selbst der
wohlmeinendste Freund mir zumuten dürfte. Aber nobel, wie ich nun einmal
bin, lasse ich den unverdienten Edelmutsverdacht auf mir sitzen und erwähne
gar nichts davon, dass ich eine andere Auffassung habe. –
Ich habe Ihnen gestern einen Titelblatt-Entwurf3 zur Jakobsleiter geschickt. Gefällt Ihnen der? Mit dem Format bin ich
einverstanden. Bitte vielmals: Beschleunigen Sie die Drucklegung4.
Brief
der „Jakobsleiter“
Vertragsdatum 1. Juni
1917 (Buchon 2015, Bd. 5, S. 661). Die Urheberrechtsabtretung ist
nicht erhalten, zu den genannten Streichungen vgl. z. B. Urheberrechtsabtretung: Vier Stücke für gemischten Chor op. 27 etc.
3. April 1926.
Titelblatt-Entwurf
Zwischen 12. und 19. Juni 1917 traten
zunächst Emil Hertzka auf Schönbergs Anregung hin, dann Schönberg selbst an Adolf Loos heran, um diesen für die
graphische Gestaltung des Textbuchs zu gewinnen. Die Initiative blieb
erfolglos und Schönberg gestaltete
den Umschlag selbst (vgl. den kalligraphischen Titel auf dem
Typoskriptdurchschlag; T08.01; Arnold Schönberg an Alma Mahler, 12. Juni 1917; ASCC
6749; Arnold Schönberg an Adolf Loos, 19. Juni 1917; ASCC
7191; ASGA B
17/2, S. 186f.).
Drucklegung
Lieferdatum: 22. September 1917, Auflage: 245 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 661).
12. August 1917
Ort erschlossen; Beilage: Universal-Edition an Arnold Schönberg, vor 12. August 1917 [erschlossen]
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 12. August 1917, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.488.