Arnold Schönberg an Universal-Edition
3. März 1922
a) besitzen Sie sie entweder
(warum wollen Sie mir dann meinen Anteil nicht geben[)] oder b) Sie müssen sie mit Schaden kaufen
(Sie wollen also lieber 500 Dollar mit Schaden
kaufen, ehe Sie mir mein Recht geben, wobei Sie
nur die Hälfte zu kaufen, also nur die Hälfte Schaden
hätten?!! ?)
(warum wollen Sie mir dann meinen Anteil nicht geben[)] oder b) Sie müssen sie mit Schaden kaufen
(Sie wollen also lieber 500 Dollar mit Schaden
kaufen, ehe Sie mir mein Recht geben, wobei Sie
nur die Hälfte zu kaufen, also nur die Hälfte Schaden
hätten?!! ?)
2) Sie bringen also lieber Opfer (!) ehe Sie mir mein
Recht geben: das soll ich mir wohl gut merken, nicht wahr?
Recht geben: das soll ich mir wohl gut merken, nicht wahr?
3) Aber schließlich ist das nicht meine Sache, da ich wie
ich Ihnen wiederholt gesagt habe, die Auflösung des ameri-
kanischen Vertrages wünsche. Ich werde auch sofort an be-
freundeter Stelle wissen lassen, dass ich frei werde und
Verhandlungen einleiten lassen.
ich Ihnen wiederholt gesagt habe, die Auflösung des ameri-
kanischen Vertrages wünsche. Ich werde auch sofort an be-
freundeter Stelle wissen lassen, dass ich frei werde und
Verhandlungen einleiten lassen.
4) Nun muss ich Ihnen aber mitteilen, dass ich unbeschadet der Lösung
dieser Frage, eine weitere Hinausschiebung unserer schwebenden Ange-
legenheit, in welcher ich vor 2 1/2 Monaten (Mitte December) den ersten
Schritt getan habe3, leider unmöglich ist, weil ich definitiv nach
dem Kolisch-Konzert (9.III)4 circa am 12 oder 14. nach Traun-
kirchen gehe. Ich muss Ihnen sagen, dass ich über diese Behandlung
sehr verstimmt und beu[u]n[h]ruhigt bin. Ja: wollen Sie denn
nicht eine friedliche Lösung suchen? Ich war schon einigemale nahe
daran, das zu glauben. Meine Situation zwar, ist günstiger, als sie je
war und ich kann nicht glauben, dass ein gescheiter Mensch, wie Sie das
nicht sofort erfasst und Frieden sucht. Mir, ehrlich gestanden, ist dieses
Feilschen und Verhandeln so zuwider, dass sich mir immer mehr
dieser Frage, eine weitere Hinausschiebung unserer schwebenden Ange-
legenheit, in welcher ich vor 2 1/2 Monaten (Mitte December) den ersten
Schritt getan habe3, leider unmöglich ist, weil ich definitiv nach
dem Kolisch-Konzert (9.III)4 circa am 12 oder 14. nach Traun-
kirchen gehe. Ich muss Ihnen sagen, dass ich über diese Behandlung
sehr verstimmt und beu[u]n[h]ruhigt bin. Ja: wollen Sie denn
nicht eine friedliche Lösung suchen? Ich war schon einigemale nahe
daran, das zu glauben. Meine Situation zwar, ist günstiger, als sie je
war und ich kann nicht glauben, dass ein gescheiter Mensch, wie Sie das
nicht sofort erfasst und Frieden sucht. Mir, ehrlich gestanden, ist dieses
Feilschen und Verhandeln so zuwider, dass sich mir immer mehr
der
Entschluss aufdrängt, mich nie wieder solchen Situationen aus-
zusetzen. Aber diesen letzten Kampf werde ich noch ausfechten:
wenn sie mich dazu zwingen. Aber ich hoffe noch immer das
Beste. Es sind ja noch fast 2 Wochen bis zu meiner Abreise.
zusetzen. Aber diesen letzten Kampf werde ich noch ausfechten:
wenn sie mich dazu zwingen. Aber ich hoffe noch immer das
Beste. Es sind ja noch fast 2 Wochen bis zu meiner Abreise.
Nun muss ich auch noch ein Wörtchen über meine Ab-
rechnung sagen: Es ist Ende Februar! Meinen Sie, dass da-
mit nicht allein schon meine Forderung nach fester Valuta
gerechtfertigt ist, wenn es vorkommen kann, dass ein
drittel der Zeit (33 %!!) bis zur nächstfälligen Abrechnung
bereits verstrichen ist, ohne dass ich die letztfällige habe!
Das muss jedenfalls auch anders werden.
rechnung sagen: Es ist Ende Februar! Meinen Sie, dass da-
mit nicht allein schon meine Forderung nach fester Valuta
gerechtfertigt ist, wenn es vorkommen kann, dass ein
drittel der Zeit (33 %!!) bis zur nächstfälligen Abrechnung
bereits verstrichen ist, ohne dass ich die letztfällige habe!
Das muss jedenfalls auch anders werden.
Bitte stellen Sie sich beim Lesen dieses Briefes meine
Person so vor, wie sie ist, wenn sie liebenswürdig (soweit
man davon bei mir reden kann) ist: es ist versöhnlich
gemeint. Ich suche Frieden und Gerechtigkeit – so weit
bin ich allerdings ernst; aber ich hoffe bestimmt, bei-
des so zu finden, wie ich es mir vorstelle, darum bin
ich mit Leichtigkeit und ohne Zwang liebenswürdig (und
hoffe, dass Sie dieses letzte auch finden.
Person so vor, wie sie ist, wenn sie liebenswürdig (soweit
man davon bei mir reden kann) ist: es ist versöhnlich
gemeint. Ich suche Frieden und Gerechtigkeit – so weit
bin ich allerdings ernst; aber ich hoffe bestimmt, bei-
des so zu finden, wie ich es mir vorstelle, darum bin
ich mit Leichtigkeit und ohne Zwang liebenswürdig (und
hoffe, dass Sie dieses letzte auch finden.
Einstweilen also: Beste Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Brief
amerikanischen Vertrag
Laut Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11.
Oktober 1933 wurde 1920 eine nicht erhaltene Vereinbarung
mit der Boston Music Company getroffen, die dem Verlag wohl das
Exklusivrecht für eine englische Übersetzung für die Vereinigten
Staaten zusicherte, sie wurde jedoch 1924 wieder aufgehoben, ohne zu
einer Publikation geführt zu haben.
den ersten
Schritt getan habe
Konzert
(9.III)
1) Wenn Sie den amerikanischen Vertrag2 lösen, d. h. die 500 Dollar
zurückzalen wollen, dann
a) besitzen Sie sie entweder (warum wollen Sie mir dann
meinen Anteil nicht geben)
oder
b) Sie müssen sie mit Schaden kaufen
(Sie wollen also lieber 500 Dollar mit Schaden kaufen, ehe Sie mir mein
Recht geben, wobei Sie nur die Hälfte zu kaufen, also nur die Hälfte Schaden
hätten?!! ?)
2) Sie bringen also lieber Opfer (!) ehe Sie mir mein Recht geben: das soll ich
mir wohl gut merken, nicht wahr?
3) Aber schließlich ist das nicht meine Sache, da ich wie ich Ihnen wiederholt
gesagt habe, die Auflösung des amerikanischen
Vertrages wünsche. Ich werde auch sofort an befreundeter Stelle wissen lassen, dass ich frei werde und Verhandlungen
einleiten lassen.
4) Nun muss ich Ihnen aber mitteilen, dass unbeschadet der Lösung dieser Frage,
eine weitere Hinausschiebung unserer schwebenden Angelegenheit, in welcher ich vor 2 1/2 Monaten (Mitte December) den ersten
Schritt getan habe3, leider
unmöglich ist, weil ich definitiv nach dem
Kolisch-Konzert
(9.III)4 circa am 12 oder 14. nach
Traunkirchen gehe. Ich muss Ihnen sagen, dass ich
über diese Behandlung sehr verstimmt und beunruhigt bin. Ja: wollen Sie denn nicht eine
friedliche Lösung suchen? Ich war schon einigemale nahe daran, das
zu glauben. Meine Situation zwar, ist günstiger, als sie je war und ich
kann nicht glauben, dass ein gescheiter Mensch, wie Sie das nicht sofort
erfasst und Frieden sucht. Mir, ehrlich gestanden, ist dieses Feilschen und
Verhandeln so zuwider, dass sich mir immer mehr der
Entschluss aufdrängt, mich nie wieder solchen Situationen auszusetzen. Aber diesen letzten Kampf werde ich noch ausfechten:
wenn sie mich dazu zwingen. Aber ich hoffe noch immer das Beste. Es
sind ja noch fast 2 Wochen bis zu meiner Abreise.
Nun muss ich auch noch ein Wörtchen über meine Abrechnung sagen: Es ist Ende Februar! Meinen Sie, dass
damit nicht allein schon meine Forderung nach
fester Valuta gerechtfertigt ist, wenn es vorkommen kann, dass ein
drittel der Zeit (33 %!!) bis zur nächstfälligen Abrechnung
bereits verstrichen ist, ohne dass ich die letztfällige habe! Das muss jedenfalls auch anders werden.
Bitte stellen Sie sich beim Lesen dieses Briefes meine Person so vor, wie sie
ist, wenn sie liebenswürdig (soweit man davon bei mir reden kann) ist: es ist
versöhnlich
gemeint. Ich suche Frieden und Gerechtigkeit – so weit bin ich allerdings ernst; aber ich hoffe
bestimmt, beides so zu
finden, wie ich es mir vorstelle, darum bin ich mit Leichtigkeit und
ohne Zwang liebenswürdig (und hoffe, dass Sie dieses letzte auch finden.
Einstweilen also: Beste Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Brief
amerikanischen Vertrag
Laut Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11.
Oktober 1933 wurde 1920 eine nicht erhaltene Vereinbarung
mit der Boston Music Company getroffen, die dem Verlag wohl das
Exklusivrecht für eine englische Übersetzung für die Vereinigten
Staaten zusicherte, sie wurde jedoch 1924 wieder aufgehoben, ohne zu
einer Publikation geführt zu haben.
den ersten
Schritt getan habe
Konzert
(9.III)
3. März 1922
Datierung laut Eingangsstempel
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 3. März 1922, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.589.