Arnold Schönberg an Universal-Edition
28. Juni 1921
28. Juni 1921
Lieber Herr Direktor!
Ich wundere mich, dass Herr Klenau meine
Zusage für Pierrot zu
spät erhalten hat. Soviel ich mich erinnere, habe ich Ihnen vor
dem 10. JännerJuni meine Bedingungen genannt. Es ist sehr unerfreu-
lich dass er ein eigenes Ensemble nimmt; in jeder Hinsicht!
Machen Sie ihn bitte recht dringend darauf aufmerksam, dass wir
über 30 Proben gehabt haben und dass ich es für ausgeschlossen
halte, dass ein Nichteingeweihter das Werk halbwegs möglich her-
ausbringt1. Dagegen muss ich Sie aufmersam machen, dass Frau
Wagner ohne meine Zustimmung2 keine Engagements für den Pierrot
annehmen darf, widrigenfalls ich sie nicht weiter engagiere.
Meine Zustimmung zu diesem Engagement gebe ich ihr nicht. Der
Verein für musikalische Privataufführungen hat 50.000 Kro-
nen für die Aufführung des Pierrot ausgegeben und kann dann
nicht einzelnen Mitgliedern die Schädigung des Ensembles ge-
statten.
spät erhalten hat. Soviel ich mich erinnere, habe ich Ihnen vor
dem 10. JännerJuni meine Bedingungen genannt. Es ist sehr unerfreu-
lich dass er ein eigenes Ensemble nimmt; in jeder Hinsicht!
Machen Sie ihn bitte recht dringend darauf aufmerksam, dass wir
über 30 Proben gehabt haben und dass ich es für ausgeschlossen
halte, dass ein Nichteingeweihter das Werk halbwegs möglich her-
ausbringt1. Dagegen muss ich Sie aufmersam machen, dass Frau
Wagner ohne meine Zustimmung2 keine Engagements für den Pierrot
annehmen darf, widrigenfalls ich sie nicht weiter engagiere.
Meine Zustimmung zu diesem Engagement gebe ich ihr nicht. Der
Verein für musikalische Privataufführungen hat 50.000 Kro-
nen für die Aufführung des Pierrot ausgegeben und kann dann
nicht einzelnen Mitgliedern die Schädigung des Ensembles ge-
statten.
herausbringt
Zustimmung
Im Verein
für musikalische Privataufführungen fanden zwischen 30. April und 12.
Mai 1921 vier Aufführungen von Pierrot lunaire op. 21 in der Besetzung Erika Wagner, Eduard Steuermann, Franz Wangler,
Viktor Polatschek, Rudolf Kolisch, Wilhelm Winkler und Erwin
Stein bzw. Arnold
Schönberg statt. Ein undatiertes Protokoll dokumentiert
das Management des Ensembles durch den Verein für künftige Aufführungen und verpflichtet die
Musiker:innen bis 30. Juni 1922 exklusiv
in genannter Besetzung an Aufführungen des Werk teilzunehmen. Der
Verein verpflichtet sich zudem, die
Mitglieder einer namtlich nicht ausgeführten Ersatzbesetzung für
mindestens zwei je zehn Konzerten einzusetzen (Szmolyan 1984, S. 108; Protokoll
ASCI
VMP5315).
28. Juni 1921
Lieber Herr Direktor!
Ich wundere mich, dass Herr Klenau meine
Zusage für Pierrot zu spät erhalten hat.
Soviel ich mich erinnere, habe ich Ihnen vor dem 10. Juni meine Bedingungen genannt. Es ist sehr unerfreulich dass er ein eigenes Ensemble nimmt; in jeder Hinsicht!
Machen Sie ihn bitte recht dringend darauf aufmerksam, dass wir über
30 Proben gehabt haben und dass ich es für ausgeschlossen halte, dass ein
Nichteingeweihter das Werk halbwegs möglich herausbringt1. Dagegen muss ich Sie aufmersam machen, dass Frau
Wagner ohne meine Zustimmung2
keine Engagements für den Pierrot
annehmen darf, widrigenfalls ich sie nicht weiter engagiere. Meine
Zustimmung zu diesem Engagement gebe ich ihr nicht. Der
Verein für musikalische Privataufführungen hat
50.000 Kronen für die Aufführung des Pierrot ausgegeben und kann dann nicht einzelnen Mitgliedern
die Schädigung des Ensembles gestatten.
Ich hoffe Sie haben den Schluss der Harmonielehre
bereits erhalten und grüsse Sie herzlichst Ihr
Arnold Schönberg
bereits erhalten und grüsse Sie herzlichst Ihr
Arnold Schönberg
herausbringt
Zustimmung
Im Verein
für musikalische Privataufführungen fanden zwischen 30. April und 12.
Mai 1921 vier Aufführungen von Pierrot lunaire op. 21 in der Besetzung Erika Wagner, Eduard Steuermann, Franz Wangler,
Viktor Polatschek, Rudolf Kolisch, Wilhelm Winkler und Erwin
Stein bzw. Arnold
Schönberg statt. Ein undatiertes Protokoll dokumentiert
das Management des Ensembles durch den Verein für künftige Aufführungen und verpflichtet die
Musiker:innen bis 30. Juni 1922 exklusiv
in genannter Besetzung an Aufführungen des Werk teilzunehmen. Der
Verein verpflichtet sich zudem, die
Mitglieder einer namtlich nicht ausgeführten Ersatzbesetzung für
mindestens zwei je zehn Konzerten einzusetzen (Szmolyan 1984, S. 108; Protokoll
ASCI
VMP5315).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 28. Juni 1921, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.613.