Arnold Schönberg an Universal-Edition
10. Jänner 1913
10/1. 1913
Lieber Herr Direktor, die Garantiesumme1
ist soweit vorhanden, dass die Aufführung2 ge-
sichert ist. Es fehlt zwar noch ein Theil, weil einige
Leute nicht hier sind. Das kommt aber bestimmt
zusammen. Immerhin habe ich bis jetzt mindestens
8000 Mark. Fehlen noch cirka 4000. Aber das kommt
bestimmt, da ich von Robert v. Mendelsohn bestimmt
3000 bekomme, die mir sein Bruder Franz v. M.3
der auch 3000 gab, zugesagt hat. Wenn ich mehr
bekomme mache ich 10 Proben und Generalprobe.
Sonst 8 und Generalprobe. Philharmonisches
Orchester und dtto Saal.
Chöre werden jetzt engagiert. Dazu brauche ich
die Auszüge. – Ich erhielt gestern 5 Partien.
Aber das genügt ich nicht. Ich stehe mit 5 Tenören
in Verhandlung und mit 4 Toves. Ich brauche also
unerlässlich die Auszüge. Sie müssen mir
die, koste es was es wolle, beschaffen4. Die
ist soweit vorhanden, dass die Aufführung2 ge-
sichert ist. Es fehlt zwar noch ein Theil, weil einige
Leute nicht hier sind. Das kommt aber bestimmt
zusammen. Immerhin habe ich bis jetzt mindestens
8000 Mark. Fehlen noch cirka 4000. Aber das kommt
bestimmt, da ich von Robert v. Mendelsohn bestimmt
3000 bekomme, die mir sein Bruder Franz v. M.3
der auch 3000 gab, zugesagt hat. Wenn ich mehr
bekomme mache ich 10 Proben und Generalprobe.
Sonst 8 und Generalprobe. Philharmonisches
Orchester und dtto Saal.
Chöre werden jetzt engagiert. Dazu brauche ich
die Auszüge. – Ich erhielt gestern 5 Partien.
Aber das genügt ich nicht. Ich stehe mit 5 Tenören
in Verhandlung und mit 4 Toves. Ich brauche also
unerlässlich die Auszüge. Sie müssen mir
die, koste es was es wolle, beschaffen4. Die
Druckerei muss das tun. Es darf [da]ran nicht
die Aufführung scheitern !!
die Aufführung scheitern !!
Außer den schon erwähnten 3000 Mark besitze ich
1000 Mark von Arnhold5, 1000 Mark durch Schnabel6
(von Dr Wolffheim und Rosenheim) überhaupt verdanke
ich das alles bis jetzt Schnabel, der wirklich ein
famoser Mensch ist und 3000 Mark (die aber
eventuell 5000 sein können) von einer Dame7,
die vorläufig nicht genannt sein will (Sie
erraten es aber ohnedies).
1000 Mark von Arnhold5, 1000 Mark durch Schnabel6
(von Dr Wolffheim und Rosenheim) überhaupt verdanke
ich das alles bis jetzt Schnabel, der wirklich ein
famoser Mensch ist und 3000 Mark (die aber
eventuell 5000 sein können) von einer Dame7,
die vorläufig nicht genannt sein will (Sie
erraten es aber ohnedies).
Es stehen noch Antworten aus von Paul
Cassirer, der mit James Simon und anderen gemein-
sam eine Summe geben will und einem
Bankier Sobernheimer. –
Cassirer, der mit James Simon und anderen gemein-
sam eine Summe geben will und einem
Bankier Sobernheimer. –
Sie sehen also, dass die Sache fix ist.
Geplant wird ein Tag im April. Aber
das Studium beginnt sofort. In den nächsten
Tagen wirds schon verlautbart. –
Geplant wird ein Tag im April. Aber
das Studium beginnt sofort. In den nächsten
Tagen wirds schon verlautbart. –
In der Partie des Sprechers finde ich
folgende Fehler: Verzeichnis liegt bei.
folgende Fehler: Verzeichnis liegt bei.
Bitte [an]tworten Sie
umgehendst.
Herzl Gruß
Schönberg
Garantiesumme
Aufführung
Pläne zu einer Aufführung der
Gurre-Lieder in Berlin reichen bis in das Jahr 1910 zurück und erstrecken sich bis 1914. Nach mehreren Verschiebungen aus primär
finanziellen Gründen, wurde wegen eines ebenfalls finanziell begründeten
Zerwürfnisses zwischen Schönberg
und Chorleiter Siegfried Ochs ein
bereits konkret organisiertes Konzert am 2.
Februar 1914 abgesagt. Mit dem Arrangement hatte Schönberg zunächst seinen Agenten
Emil Gutmann, dann die Konzertdirektion Hermann Wolff beauftragt (ASGA B 16/3, S.
47f.).
Franz v.
M.
Pierre Franz Walther von Mendelssohn an Arnold Schönberg, 11. Jänner
1913 (ASCC 14231).
beschaffen
Lieferdatum: 25. Februar 1913, Auflage: 498 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 660).
von Arnhold
Eduard Arnhold an Arnold
Schönberg, 11. Jänner 1913 (ASCC
10061).
durch Schnabel
Arthur Schnabel machte sich
besonders verdient, indem er nicht nur Beiträge bei vermögenden
Musikliebhabern sammelte, sondern selbst in den Garantiefonds einzahlte
(ASGA B 16/3, S.
44).
Dame
Albertine Zehme zählte mit einer
Unterstützungssumme von 4000 Mark, die einem Garantiefonds zur
Realisierung der Berliner
Aufführung zugute kommen sollte, zu den wichtigsten Sponsor:innen des
Projektes. Zehme war als Sprecherin
für die projektierte Berliner
Aufführung vorgesehen (Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 2. März
1913; ASCC 18516; Emil Gutmann an Arnold Schönberg, 3. März 1913;
ASCC 12719).
10/1. 1913
Lieber Herr Direktor, die Garantiesumme1
ist soweit vorhanden, dass die Aufführung2
gesichert ist. Es fehlt zwar noch ein Theil, weil einige
Leute nicht hier sind. Das kommt aber bestimmt zusammen. Immerhin habe
ich bis jetzt mindestens 8000 Mark. Fehlen noch cirka 4000. Aber das kommt
bestimmt, da ich von Robert v.
Mendelsohn bestimmt 3000 bekomme, die mir sein Bruder Franz v.
M.3
der auch 3000 gab, zugesagt hat. Wenn ich mehr bekomme mache ich 10
Proben und Generalprobe. Sonst 8 und Generalprobe. Philharmonisches Orchester und dtto Saal. Chöre werden
jetzt engagiert. Dazu brauche ich die Auszüge. – Ich erhielt gestern 5 Partien.
Aber das genügt nicht. Ich stehe mit 5
Tenören in Verhandlung und mit 4 Toves. Ich brauche also
unerlässlich
die Auszüge. Sie müssen mir die, koste es was es wolle,
beschaffen4. Die
Druckerei muss das tun. Es darf daran nicht die
Aufführung scheitern !!
Außer den schon erwähnten 3000 Mark besitze ich 1000 Mark von Arnhold5, 1000 Mark durch Schnabel6
(von Dr
Wolffheim und Rosenheim) überhaupt verdanke ich das alles bis jetzt
Schnabel, der wirklich ein famoser
Mensch ist und 3000 Mark (die aber eventuell 5000 sein können) von einer
Dame7, die vorläufig nicht genannt sein will (Sie erraten es aber
ohnedies).
Es stehen noch Antworten aus von Paul
Cassirer, der mit James Simon und anderen gemeinsam eine Summe geben will und einem Bankier Sobernheimer. –
Sie sehen also, dass die Sache fix ist. Geplant wird ein Tag im April. Aber das Studium beginnt sofort. In den
nächsten Tagen wirds schon verlautbart. –
In der Partie des Sprechers finde ich folgende Fehler:
Verzeichnis liegt bei.
Bitte antworten Sie
umgehendst.
Herzl Gruß
Schönberg
Garantiesumme
Aufführung
Pläne zu einer Aufführung der
Gurre-Lieder in Berlin reichen bis in das Jahr 1910 zurück und erstrecken sich bis 1914. Nach mehreren Verschiebungen aus primär
finanziellen Gründen, wurde wegen eines ebenfalls finanziell begründeten
Zerwürfnisses zwischen Schönberg
und Chorleiter Siegfried Ochs ein
bereits konkret organisiertes Konzert am 2.
Februar 1914 abgesagt. Mit dem Arrangement hatte Schönberg zunächst seinen Agenten
Emil Gutmann, dann die Konzertdirektion Hermann Wolff beauftragt (ASGA B 16/3, S.
47f.).
Franz v.
M.
Pierre Franz Walther von Mendelssohn an Arnold Schönberg, 11. Jänner
1913 (ASCC 14231).
beschaffen
Lieferdatum: 25. Februar 1913, Auflage: 498 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 660).
von Arnhold
Eduard Arnhold an Arnold
Schönberg, 11. Jänner 1913 (ASCC
10061).
durch Schnabel
Arthur Schnabel machte sich
besonders verdient, indem er nicht nur Beiträge bei vermögenden
Musikliebhabern sammelte, sondern selbst in den Garantiefonds einzahlte
(ASGA B 16/3, S.
44).
Dame
Albertine Zehme zählte mit einer
Unterstützungssumme von 4000 Mark, die einem Garantiefonds zur
Realisierung der Berliner
Aufführung zugute kommen sollte, zu den wichtigsten Sponsor:innen des
Projektes. Zehme war als Sprecherin
für die projektierte Berliner
Aufführung vorgesehen (Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 2. März
1913; ASCC 18516; Emil Gutmann an Arnold Schönberg, 3. März 1913;
ASCC 12719).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 10. Jänner 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6834.