Arnold Schönberg an Universal-Edition
13. Jänner 1913
Lie[ber] Herr Direktor, dringendst: I. ich führe wie
Sie wohl wissen
werden am 2. März in Wien meine Kammersymphonie1
auf. Ich muss deshalb sofort die Partitur haben, um mich vorzu-
bereiten. Eventuell meine Original-Partitur2. Oder einen Bürsten-
abzug. Die Partitur liegt doch hoffentlich schon wenigstens 6 Wochen
vorher auf3!! – II. Im selben Konzert bringe ich unter unent-
geltlicher Mitwirkung der Frau Freund, Mahlers Kindertoten-
lieder [auf]. Bitte senden Sie mir sofort diese Partitur.
– Mein Telegramm4 scheinen Sie nicht erhalten zu haben.
Bitte um sofortige Nachricht, damit ich hier reklamiere.
werden am 2. März in Wien meine Kammersymphonie1
auf. Ich muss deshalb sofort die Partitur haben, um mich vorzu-
bereiten. Eventuell meine Original-Partitur2. Oder einen Bürsten-
abzug. Die Partitur liegt doch hoffentlich schon wenigstens 6 Wochen
vorher auf3!! – II. Im selben Konzert bringe ich unter unent-
geltlicher Mitwirkung der Frau Freund, Mahlers Kindertoten-
lieder [auf]. Bitte senden Sie mir sofort diese Partitur.
– Mein Telegramm4 scheinen Sie nicht erhalten zu haben.
Bitte um sofortige Nachricht, damit ich hier reklamiere.
Herzl Gruß
Schönberg
in Wien meine Kammersymphonie
Die Planung begann im April 1912 mit der
Bestellung von Alban Berg zum
Berater des Akademischen Verbands für
Literatur und Musik unter der Leitung des neuen
Obmanns Erhard Buschbeck (Alban Berg an Arnold Schönberg, 23. April
1912; ASCC 19767). Im Herbst 1912
wandte sich zudem Richard
Specht mit der Idee an Schönberg „im ersten Merkerkonzert, das
voraussichtlich im November stattfinden wird, […] Ihre Kammersymphonie oder – eventuell! –
‚Pelleas und
Melisande‘?! zu neuer Geltung zu bringen“ (Richard
Specht an Arnold Schönberg, 24. September 1912; ASCC 14265). Beide Unternehmungen ließen sich aufgrund
mangelnder Saal- und Orchesterkapazitäten im November 1912 nicht realisieren. Im Dezember 1912 entschied Schönberg, von einer reinen Schönberg-Aufführung abzugehen und
andere Werke – insbesondere Anton Webern,
Sechs Stücke für großes Orchester op. 6 – zu
programmieren, um „die Aufmerksamkeit des Publikums auf mein
Dirigieren zu lenken“ (Arnold Schönberg an Erhard Buschbeck, 13.
Dezember 1912; ASCC 7685). Mehrere in Aussicht genommene Termine konnten
nicht realisiert werden. Am zunächst angepeilten 23. Februar 1913 fand schließlich die
Uraufführung der Gurre-Lieder statt:
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor.
Im Fall des 8. Jänner 1913
beschuldigte Buschbeck u. a. Emil
Hertzka der Hintertreibung, „daß der Verleger der
Werke die Aufführung – unter der Leitung des Komponisten –
hintertreibt, ist doch immerhin selbst für Wiener Verhältnisse etwas Neues und
Merkwürdiges“ (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg 18. Dezember
1912; ASCC 10368). Aus Arnold Schönberg an Alban Berg, 7.
Jänner 1913 (ASCC 309), geht die Programmplanung mit Werken von
Webern, Berg, Schönberg und Gustav
Mahler hervor; im März
erfolgt die letztendliche Disposition durch Einbezug eines Zemlinskys-Werks (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky 8. März 1913; ASCC 324) sowie die Festlegung von Proben und
Aufführungstermin (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg, 17. März
1913; ASCC 10370).
Original-Partitur
Partiturreinschrift, autograph.
Stichvorlage für den Erstdruck (ASGA B 11/2, Quelle B).
Partitur liegt doch hoffentlich schon
wenigstens 6 Wochen vorher auf
Lieferdatum: 25. Jänner 1913 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
Telegramm
Lieber Herr Direktor, dringendst: I. ich führe wie
Sie wohl wissen werden am 2. März
in Wien meine Kammersymphonie1
auf.
Ich muss
deshalb sofort die Partitur haben, um mich vorzubereiten. Eventuell meine Original-Partitur2. Oder einen Bürstenabzug. Die Partitur liegt doch hoffentlich schon
wenigstens 6 Wochen vorher auf3!! – II. Im selben Konzert
bringe ich unter unentgeltlicher Mitwirkung der Frau
Freund, Mahlers
Kindertotenlieder
. Bitte senden Sie mir sofort diese
Partitur.
– Mein Telegramm4 scheinen Sie nicht erhalten zu haben. Bitte um sofortige Nachricht,
damit ich hier reklamiere.
Herzl Gruß
Schönberg
in Wien meine Kammersymphonie
Die Planung begann im April 1912 mit der
Bestellung von Alban Berg zum
Berater des Akademischen Verbands für
Literatur und Musik unter der Leitung des neuen
Obmanns Erhard Buschbeck (Alban Berg an Arnold Schönberg, 23. April
1912; ASCC 19767). Im Herbst 1912
wandte sich zudem Richard
Specht mit der Idee an Schönberg „im ersten Merkerkonzert, das
voraussichtlich im November stattfinden wird, […] Ihre Kammersymphonie oder – eventuell! –
‚Pelleas und
Melisande‘?! zu neuer Geltung zu bringen“ (Richard
Specht an Arnold Schönberg, 24. September 1912; ASCC 14265). Beide Unternehmungen ließen sich aufgrund
mangelnder Saal- und Orchesterkapazitäten im November 1912 nicht realisieren. Im Dezember 1912 entschied Schönberg, von einer reinen Schönberg-Aufführung abzugehen und
andere Werke – insbesondere Anton Webern,
Sechs Stücke für großes Orchester op. 6 – zu
programmieren, um „die Aufmerksamkeit des Publikums auf mein
Dirigieren zu lenken“ (Arnold Schönberg an Erhard Buschbeck, 13.
Dezember 1912; ASCC 7685). Mehrere in Aussicht genommene Termine konnten
nicht realisiert werden. Am zunächst angepeilten 23. Februar 1913 fand schließlich die
Uraufführung der Gurre-Lieder statt:
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor.
Im Fall des 8. Jänner 1913
beschuldigte Buschbeck u. a. Emil
Hertzka der Hintertreibung, „daß der Verleger der
Werke die Aufführung – unter der Leitung des Komponisten –
hintertreibt, ist doch immerhin selbst für Wiener Verhältnisse etwas Neues und
Merkwürdiges“ (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg 18. Dezember
1912; ASCC 10368). Aus Arnold Schönberg an Alban Berg, 7.
Jänner 1913 (ASCC 309), geht die Programmplanung mit Werken von
Webern, Berg, Schönberg und Gustav
Mahler hervor; im März
erfolgt die letztendliche Disposition durch Einbezug eines Zemlinskys-Werks (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky 8. März 1913; ASCC 324) sowie die Festlegung von Proben und
Aufführungstermin (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg, 17. März
1913; ASCC 10370).
Original-Partitur
Partiturreinschrift, autograph.
Stichvorlage für den Erstdruck (ASGA B 11/2, Quelle B).
Partitur liegt doch hoffentlich schon
wenigstens 6 Wochen vorher auf
Lieferdatum: 25. Jänner 1913 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
Telegramm
13. Jänner 1913 (unsicher)
Datierung laut Poststempel
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Postkarte
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 13. Jänner 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6837.