Arnold Schönberg an Universal-Edition
nach 12. Oktober 1910
Lieber Herr Direktor, ich bitte Sie dem
Simons doch nicht zu große Schwierigkeiten mit
dem Materialpreis1 zu machen. Insbesondere,
wenn er auf das ihm zugesagte Mannheimer Material
beste[ste]hen sollte. Die Aufführung ist doch das Wichtigste!
Simons doch nicht zu große Schwierigkeiten mit
dem Materialpreis1 zu machen. Insbesondere,
wenn er auf das ihm zugesagte Mannheimer Material
beste[ste]hen sollte. Die Aufführung ist doch das Wichtigste!
Termin: womöglich Ende Jänner, wenn nicht ansonstens
Ende Februar.
Ende Februar.
Ich möchte den Vertrag vor Abschluss lesen!
Korngold brauchen Sie nichts zu sagen. Man
hat mir jetzt den Ausschnitt2 gezeigt; Daraus geht
hervor, dass er das was ich gesagt habe, nicht nur nicht
verstanden, sondern auch falsch zitiert hat.
hervor, dass er das was ich gesagt habe, nicht nur nicht
verstanden, sondern auch falsch zitiert hat.
Bitte lassen Sie die Gurre Lieder
Copiatur
machen –
Dann: die Stimmen der Orchester-
Lieder –
Lieder –
Was ist mit Karbach?
Dann wollte ich Ihnen noch mitteilen, dass
[m]eine Harmonielehre Mahler gewid-
met wird. Er hat die Widmung schon
angenommen3.
[m]eine Harmonielehre Mahler gewid-
met wird. Er hat die Widmung schon
angenommen3.
Auch dem Roszavölgyi bitte ich eventuell,
falls der auf Ihre Bedingungen nicht eingeht nicht
zum Außersten zu treiben!
falls der auf Ihre Bedingungen nicht eingeht nicht
zum Außersten zu treiben!
Entschuldigen Sie den „Bleistift“—
Herzl Grüße
Schönberg
Materialpreis
Ausschnitt
Ein zeitlich naher Bezug zu Schönbergs Bemerkung konnte nicht eruiert werden. Eine
Rezension von Julius Korngold, in
der er indirekt und direkt Schönberg zitiert, erschien bereits im Jänner 1910: „Auch dieser hat nämlich
in einem Vorwort, das dem Programm vorangestellt war, sein Einst und
Jetzt geschieden und gegen das erstere entschieden. Erst jetzt sei es
ihm gelungen, einem Ausdrucks- und Formideal nahezukommen, das ihm seit
Jahren vorschwebte. Er sei sich bewußt, alle Schranken einer vergangenen
Aesthetik durchbrochen zu haben, strebe einem ihm als sicher
erscheinenden Ziele zu, ahne, daß selbst solche, die ihm bisher geglaubt
haben, die Notwendigkeit dieser Entwicklung nicht werden einsehen
wollen. Durch die Aufführung der älteren Arbeiten wollte er bloß darauf
hinweisen, ‚daß nicht Mangel an Erfindung oder an technischem
Können oder an Wissen um die anderen Forderungen jener landläufigen
Aesthetik ihn in diese Richtung drängten, sondern, daß er einem inneren
Zwange folge, der stärker sei als Erziehung; daß er jener Bildung
gehorche, die als seine natürliche mächtiger sei, als seine
künstlerische Vorbildung‘. Kurz, ein richtiges Neuerermanifest mit
den Obertönen stolzen Trotzes und uneingestandenen Leidens.“ (Korngold 1910 zu
14. Jänner 1910, Wien, Ehrbar-Saal, Verein für Kunst
und Kultur, Neue Kompositionen von Arnold Schönberg
).
angenommen
Im Rahmen einer Ausstellung von Bildern Schönbergs im Kunstsalon Heller fand ein Konzert statt:
12. Oktober 1910, Wien, Kunstsalon der Buch- und
Kunsthandlung Hugo Heller & Cie.
.
„Bei dieser Gelegenheit sah er [Schönberg] Gustav
Mahler vor seiner Abreise nach Amerika zum letzenmal und teilte ihm mit, daß er ihm
die ‚Harmonielehre‘ widmen wolle.
Mahler freute sich sehr
darüber.“ (Wellesz
1921, S. 38)Lieber Herr Direktor, ich bitte Sie dem
Simons doch nicht zu große Schwierigkeiten
mit dem Materialpreis1 zu machen. Insbesondere,
wenn er auf das ihm zugesagte Mannheimer Material bestehen sollte. Die Aufführung ist doch das
Wichtigste!
Termin: womöglich Ende Jänner, wenn nicht ansonstens
Ende Februar.
Ich möchte den Vertrag vor Abschluss lesen!
Korngold brauchen Sie nichts zu sagen. Man
hat mir jetzt den Ausschnitt2 gezeigt; Daraus geht hervor,
dass er das was ich gesagt habe, nicht nur nicht verstanden, sondern auch
falsch zitiert hat.
Bitte lassen Sie die Gurre Lieder
Copiatur
machen –
Dann: die Stimmen der Orchester-Lieder –
Was ist mit Karbach?
Dann wollte ich Ihnen noch mitteilen, dass
meine Harmonielehre
Mahler gewidmet wird. Er hat die Widmung schon
angenommen3.
Auch dem Roszavölgyi bitte ich eventuell,
falls der auf Ihre Bedingungen nicht eingeht nicht zum Außersten zu
treiben!
Entschuldigen Sie den „Bleistift“—
Herzl Grüße
Schönberg
Materialpreis
Ausschnitt
Ein zeitlich naher Bezug zu Schönbergs Bemerkung konnte nicht eruiert werden. Eine
Rezension von Julius Korngold, in
der er indirekt und direkt Schönberg zitiert, erschien bereits im Jänner 1910: „Auch dieser hat nämlich
in einem Vorwort, das dem Programm vorangestellt war, sein Einst und
Jetzt geschieden und gegen das erstere entschieden. Erst jetzt sei es
ihm gelungen, einem Ausdrucks- und Formideal nahezukommen, das ihm seit
Jahren vorschwebte. Er sei sich bewußt, alle Schranken einer vergangenen
Aesthetik durchbrochen zu haben, strebe einem ihm als sicher
erscheinenden Ziele zu, ahne, daß selbst solche, die ihm bisher geglaubt
haben, die Notwendigkeit dieser Entwicklung nicht werden einsehen
wollen. Durch die Aufführung der älteren Arbeiten wollte er bloß darauf
hinweisen, ‚daß nicht Mangel an Erfindung oder an technischem
Können oder an Wissen um die anderen Forderungen jener landläufigen
Aesthetik ihn in diese Richtung drängten, sondern, daß er einem inneren
Zwange folge, der stärker sei als Erziehung; daß er jener Bildung
gehorche, die als seine natürliche mächtiger sei, als seine
künstlerische Vorbildung‘. Kurz, ein richtiges Neuerermanifest mit
den Obertönen stolzen Trotzes und uneingestandenen Leidens.“ (Korngold 1910 zu
14. Jänner 1910, Wien, Ehrbar-Saal, Verein für Kunst
und Kultur, Neue Kompositionen von Arnold Schönberg
).
angenommen
Im Rahmen einer Ausstellung von Bildern Schönbergs im Kunstsalon Heller fand ein Konzert statt:
12. Oktober 1910, Wien, Kunstsalon der Buch- und
Kunsthandlung Hugo Heller & Cie.
.
„Bei dieser Gelegenheit sah er [Schönberg] Gustav
Mahler vor seiner Abreise nach Amerika zum letzenmal und teilte ihm mit, daß er ihm
die ‚Harmonielehre‘ widmen wolle.
Mahler freute sich sehr
darüber.“ (Wellesz
1921, S. 38)nach 12. Oktober 1910 (unsicher)
Datierung nach Konzert am 12. Oktober 1910 im
Kunstsalon der Buch- und Kunsthandlung Hugo Heller & Cie
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, nach 12. Oktober 1910, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6913.