Lieber Herr Direktor, bitte lassen Sie schleunigst an Herrn
Louis Thomas * (dessen Frau in der S. I. d. M. in Paris
die Partie singen wird) mein II. Streichquartett (Fis moll)
mit Gesang in zwei Exemplaren schicken. Hier wäre
wieder der Klavierauszug1 nötig! Denn wer soll das korrepetieren.
Schreker schreibt2 mir, dass Sie damit einverstanden
sind, dass ich die Gurre-Lieder-Partitur hier in Berlin
kopieren lasse. Bitte schreiben Sie mir umgehend, ob
das richtig ist.
Mit besten Grüßen Ihr Arnold Schönberg
E[ben] kommt Ihr Brief3. Ich antworte rasch: Fried hat nicht mehr die Noten
sondern ich. Seit langem schon haben Sie mir sie selbst geschickt. Aber ich könnte
die Orchesterlieder-Partituren nicht aus der Hand geben, da sie nur in einem

Exemplar existieren. Das gleiche gilt für
die Gurre-Lieder Partitur4. Den Schaden hätte
ich allein zu tragen, wenn Sie verloren gienge.
Deshalb muss erst die Partitur, hier in Berlin,
bogenweise abgeschrieben werden, dann
erst die Stimmen. Es gienge rascher wenn
Sie mir direkt den Preis nennen wollten
den Sie für den Partitur-Bogen der Gurre-
Lieder
zahlen wollten. Sie wird jedenfalls
teurer kommen, als die Schrekerische5!
mindestens 1/3. Ich werde selbstverständ-
lich Ihr Interesse wahren und so billig wie
möglich anzukommen trachten.
Pelleas Stimmen erhielt ich bis jetzt nicht.
Ich bezweifle, dass ich jetzt Zeit zur Correktur
finde!
Zu welchem Zweck brauchen Sie die
Kammersinfonie?? Bitte Antwort Sch
Lieber Herr Direktor, bitte lassen Sie schleunigst an Herrn Louis Thomas (dessen Frau in der S. I. d. M. in Paris die Partie singen wird) mein II. Streichquartett (Fis moll) mit Gesang in zwei Exemplaren schicken. Hier wäre wieder der Klavierauszug1 nötig! Denn wer soll das korrepetieren. – Schreker schreibt2 mir, dass Sie damit einverstanden sind, dass ich die Gurre-Lieder-Partitur hier in Berlin kopieren lasse. Bitte schreiben Sie mir umgehend, ob das richtig ist.
Mit besten Grüßen Ihr Arnold Schönberg
Eben kommt Ihr Brief3. Ich antworte rasch: Fried hat nicht mehr die Noten sondern ich. Seit langem schon haben Sie mir sie selbst geschickt. Aber ich könnte die Orchesterlieder-Partituren nicht aus der Hand geben, da sie nur in einem Exemplar existieren. Das gleiche gilt für die Gurre-Lieder Partitur4. Den Schaden hätte ich allein zu tragen, wenn Sie verloren gienge. Deshalb muss erst die Partitur, hier in Berlin, bogenweise abgeschrieben werden, dann erst die Stimmen. Es gienge rascher wenn Sie mir direkt den Preis nennen wollten den Sie für den Partitur-Bogen der Gurre-Lieder zahlen wollten. Sie wird jedenfalls teurer kommen, als die Schrekerische5! mindestens 1/3. Ich werde selbstverständlich Ihr Interesse wahren und so billig wie möglich anzukommen trachten.
Pelleas Stimmen erhielt ich bis jetzt nicht. Ich bezweifle, dass ich jetzt Zeit zur Correktur finde!
Zu welchem Zweck brauchen Sie die Kammersinfonie?? Bitte Antwort Sch

12. April 1912 (unsicher)


Datierung laut Poststempel

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Postkarte

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 12. April 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6977.

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