Arnold Schönberg an Universal-Edition
23. April 1912
Lieber Herr Direktor, in größter Eile, denn ich
bin sehr beschäftigt: Zu diesem Preis, den
Sie nennen ist es ganz ausgeschlossen einen
Kopisten in Berlin oder in Wien zu finden!! Für 40 Pfennig
[den] Bogen erhalten Sie nicht einmal Tanz-
musik. Auch in Wien nicht. Der Uher der
schlechteste Kopist verlangt ja für Operetten mehr.
Ebenso ist es ausgeschlossen, dass jemand die
Partitur für 1 M 20 per Bogen schreibt. Denn
der Mann schreibt ja 2 Stunden an einer
Seite!!! Da hätte er bei 8 stündiger Arbeit
1.20 den Tag verdient. Ich bitte Sie, sich genau
zu erkundigen: Schrekers Partitur1 hatte 40 Zeilen
[a]uf der Seite, meine2 hat 48 folglich muss
man 1/5 mehr zahlen. Für die Stimmen
würden Sie wenigstens 60–80 Pfennig für
den Bogen geben müssen. –
bin sehr beschäftigt: Zu diesem Preis, den
Sie nennen ist es ganz ausgeschlossen einen
Kopisten in Berlin oder in Wien zu finden!! Für 40 Pfennig
[den] Bogen erhalten Sie nicht einmal Tanz-
musik. Auch in Wien nicht. Der Uher der
schlechteste Kopist verlangt ja für Operetten mehr.
Ebenso ist es ausgeschlossen, dass jemand die
Partitur für 1 M 20 per Bogen schreibt. Denn
der Mann schreibt ja 2 Stunden an einer
Seite!!! Da hätte er bei 8 stündiger Arbeit
1.20 den Tag verdient. Ich bitte Sie, sich genau
zu erkundigen: Schrekers Partitur1 hatte 40 Zeilen
[a]uf der Seite, meine2 hat 48 folglich muss
man 1/5 mehr zahlen. Für die Stimmen
würden Sie wenigstens 60–80 Pfennig für
den Bogen geben müssen. –
Etwas sehr wichtiges habe ich eben bemerkt: Mein
II. Streich-Quartet ist nicht „Copyright“. Bitte
veranlassen Sie schleunigst das Nötige.
II. Streich-Quartet ist nicht „Copyright“. Bitte
veranlassen Sie schleunigst das Nötige.
Herzl Gruß
Schönberg
Partitur
Schönberg hatte sich bei Franz Schreker über die Bezahlung der Abschrift
seiner Oper Das Spielwerk und die Prinzessin erkundigt (ASGA B 16/3, S.
40).
meine
Gurre-Lieder;
Partiturreinschrift (ASGA B 16/3, Quelle C).
Lieber Herr Direktor, in größter Eile, denn ich bin sehr beschäftigt: Zu
diesem Preis, den Sie nennen ist es ganz
ausgeschlossen einen
Kopisten in Berlin oder in
Wien zu finden!! Für 40 Pfennig
den Bogen erhalten Sie nicht einmal Tanzmusik. Auch in Wien
nicht. Der Uher der schlechteste
Kopist verlangt ja für Operetten mehr. Ebenso ist es ausgeschlossen, dass
jemand die Partitur für 1 M 20 per Bogen schreibt. Denn der Mann
schreibt ja 2 Stunden an einer Seite!!! Da hätte er bei 8 stündiger Arbeit
1.20 den Tag verdient. Ich bitte Sie, sich genau zu erkundigen:
Schrekers
Partitur1 hatte 40 Zeilen
auf der Seite, meine2 hat 48 folglich muss man 1/5 mehr zahlen. Für die Stimmen
würden Sie wenigstens 60–80 Pfennig für den Bogen geben müssen. –
Etwas sehr wichtiges habe ich eben bemerkt: Mein
II. Streich-Quartet ist nicht „Copyright“. Bitte
veranlassen Sie schleunigst das Nötige.
Partitur
Schönberg hatte sich bei Franz Schreker über die Bezahlung der Abschrift
seiner Oper Das Spielwerk und die Prinzessin erkundigt (ASGA B 16/3, S.
40).
meine
Gurre-Lieder;
Partiturreinschrift (ASGA B 16/3, Quelle C).
23. April 1912 (unsicher)
Datierung laut Poststempel
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Kartenbrief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 23. April 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6979.