Arnold Schönberg an Universal-Edition
8. Mai 1912
8/5.
1912
Lieber Herr Direktor – ich habe ange-
nommen, dass Sie es doch nicht sehr
gerne sehen würden, wenn ich meine
freigewordenen Werke anderen Ver-
legern übergebe. Deshalb habe ich bis
jetzt gewartet. Da Sie mir aber
noch immer keinen Vorschlag gemacht
haben, der unseren Vertrag und
meine Bezüge reguliert, werde ich
mich also doch an andere Verleger wenden
müssen. Jedenfalls aber möchte ich
Sie vorher noch einmal fragen,
ob Sie mir einen akzeptierbaren
Vorschlag machen wollen. Sie wissen
ich wünsche vor allem die Regulierung
unseres Vertrages und eine entsprechende
Barsumme. Ich denke heute, wo ich
nommen, dass Sie es doch nicht sehr
gerne sehen würden, wenn ich meine
freigewordenen Werke anderen Ver-
legern übergebe. Deshalb habe ich bis
jetzt gewartet. Da Sie mir aber
noch immer keinen Vorschlag gemacht
haben, der unseren Vertrag und
meine Bezüge reguliert, werde ich
mich also doch an andere Verleger wenden
müssen. Jedenfalls aber möchte ich
Sie vorher noch einmal fragen,
ob Sie mir einen akzeptierbaren
Vorschlag machen wollen. Sie wissen
ich wünsche vor allem die Regulierung
unseres Vertrages und eine entsprechende
Barsumme. Ich denke heute, wo ich
ja wieder ein größeres W[er]k bald
fertig1 habe (die Melodramen) muss
es Ihnen leichter sein, mir einen
Vorschlag zu machen. Aber ich bitte
nur um Eines: Nur falls Sie mir
einen Vorschlag machen (den ich bis
anfangs der nächsten Woche haben
müsste) könnte ich warten. Jetzt
ist wohl die Angelegenheit klar
genug, als dass Sie ja oder nein
sagen können.
fertig1 habe (die Melodramen) muss
es Ihnen leichter sein, mir einen
Vorschlag zu machen. Aber ich bitte
nur um Eines: Nur falls Sie mir
einen Vorschlag machen (den ich bis
anfangs der nächsten Woche haben
müsste) könnte ich warten. Jetzt
ist wohl die Angelegenheit klar
genug, als dass Sie ja oder nein
sagen können.
Sollten Sie definitiv von
der Herausgabe dieser Werke ab-
sehen, dann wäre mir lieb zu
wissen, ob Sie mir nicht auch
das Monodram (gegen Rückzalung
des Vorschusses) freigeben könnten.
der Herausgabe dieser Werke ab-
sehen, dann wäre mir lieb zu
wissen, ob Sie mir nicht auch
das Monodram (gegen Rückzalung
des Vorschusses) freigeben könnten.
Denn d[as] liegt
bei Ihnen, ohne dass
für eine Aufführung etwas geschieht,
während ich jemanden hätte, der sich
dafür interessiert.
für eine Aufführung etwas geschieht,
während ich jemanden hätte, der sich
dafür interessiert.
Viele herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
größeres W[er]k bald fertig
Pierrot lunaire op. 21 entstand im
Frühjahr und Sommer 1912 im Auftrag von
Albertine Zehme. Nach Anbahnung
seit Jänner 1912 erging der vertraglich
festgelegte Auftrag am 10. März 1912 an
Schönberg, Abschluss der
Komposition spätestens 24. Juli 1912
(Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 10. März 1912; ASCC
1850; Nono-Schoenberg 1998, S. 109; Albertine Zehme an Arnold
Schönberg, 29. Juli 1912; ASCC
18504; ASGA B
24/1, S. 178ff.).
Lieder
8/5.
1912
Lieber Herr Direktor – ich habe angenommen, dass Sie es doch nicht sehr gerne sehen würden,
wenn ich meine freigewordenen Werke anderen Verlegern übergebe. Deshalb habe ich bis jetzt gewartet. Da
Sie mir aber noch immer keinen Vorschlag gemacht haben, der unseren
Vertrag und meine Bezüge reguliert, werde ich mich also doch an andere
Verleger wenden müssen. Jedenfalls aber möchte ich Sie vorher noch
einmal fragen, ob Sie mir einen akzeptierbaren Vorschlag machen
wollen. Sie wissen ich wünsche vor allem die Regulierung unseres
Vertrages und eine entsprechende Barsumme. Ich denke heute, wo ich ja wieder ein größeres Werk bald fertig1 habe (die Melodramen) muss es Ihnen leichter sein, mir
einen Vorschlag zu machen. Aber ich bitte nur um Eines: Nur falls Sie
mir
einen Vorschlag machen (den ich bis anfangs der
nächsten Woche haben müsste) könnte ich warten. Jetzt ist wohl die
Angelegenheit klar genug, als dass Sie ja oder nein sagen können.
Sollten Sie definitiv von der Herausgabe dieser Werke absehen, dann wäre mir lieb zu wissen, ob Sie mir nicht auch das Monodram (gegen Rückzalung des Vorschusses) freigeben
könnten. Denn das liegt
bei Ihnen, ohne dass für eine Aufführung etwas geschieht, während ich
jemanden hätte, der sich dafür interessiert.
Viele herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
größeres W[er]k bald fertig
Pierrot lunaire op. 21 entstand im
Frühjahr und Sommer 1912 im Auftrag von
Albertine Zehme. Nach Anbahnung
seit Jänner 1912 erging der vertraglich
festgelegte Auftrag am 10. März 1912 an
Schönberg, Abschluss der
Komposition spätestens 24. Juli 1912
(Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 10. März 1912; ASCC
1850; Nono-Schoenberg 1998, S. 109; Albertine Zehme an Arnold
Schönberg, 29. Juli 1912; ASCC
18504; ASGA B
24/1, S. 178ff.).
Lieder
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 8. Mai 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6982.