Arnold Schönberg und Heinrich Schönberg an Universal-Edition
8. November 1912
Zehlendorf am 8./11. 1912
Sehr geehrter Herr Direktor,
Im Auftrage meines Bruders
teile ich Ihnen mit, dass ich mit der Korrektur1
der Orchesterstimmen von „Pelleas u. Melisande“
am 10. oder 11. des Mts fertig sein werde.
Mein Bruder lässt Sie nun bitten, mir
oder ihm umgehend mitzuteilen, ob Sie
die Fehlerkorrektur in den Materialien
für Amsterdam2,Mannheim3, Petersburg4,
Frankfurt und Wien,5 bei sich anfer-
tigen lassen wollen, oder ob ich das
nicht machen könnte. Jedenfalls bittet
Sie mein Bruder zu berücksichtigen, dass
das Material für MannheimAmsterdam spätestens
am 20. ds Mts, das für Mannheim spätestens
am 22. ds Mts dort sein
muss, weil bald darauf die Proben6
teile ich Ihnen mit, dass ich mit der Korrektur1
der Orchesterstimmen von „Pelleas u. Melisande“
am 10. oder 11. des Mts fertig sein werde.
Mein Bruder lässt Sie nun bitten, mir
oder ihm umgehend mitzuteilen, ob Sie
die Fehlerkorrektur in den Materialien
für Amsterdam2,Mannheim3, Petersburg4,
Frankfurt und Wien,5 bei sich anfer-
tigen lassen wollen, oder ob ich das
nicht machen könnte. Jedenfalls bittet
Sie mein Bruder zu berücksichtigen, dass
das Material für MannheimAmsterdam spätestens
am 20. ds Mts, das für Mannheim spätestens
am 22. ds Mts dort sein
muss, weil bald darauf die Proben6
beginnen. – Sollten Sie wünschen,
dass diese nächsten beiden Materiale,
die ja dringendst benötigt werden,
von mir korrigiert werden, so bitte
ich um umgehende Übersendung
zweier, eventuell mehrerer Materiale,
damit ich rechtzeitig fertig werden
kann. Wenn nicht, so werde ich Ihnen
die Fehlerlisten, sobald Sie sie ver-
langen, umgehend einschicken. –
dass diese nächsten beiden Materiale,
die ja dringendst benötigt werden,
von mir korrigiert werden, so bitte
ich um umgehende Übersendung
zweier, eventuell mehrerer Materiale,
damit ich rechtzeitig fertig werden
kann. Wenn nicht, so werde ich Ihnen
die Fehlerlisten, sobald Sie sie ver-
langen, umgehend einschicken. –
Mein Bruder bittet Sie
noch um größte Beschleunigung,
da er ja die Materiale zu den
Proben benötigt.
noch um größte Beschleunigung,
da er ja die Materiale zu den
Proben benötigt.
Lieber Herr Direktor, was ist denn mit der
Gurre Lieder Partitur7? Kann ich nicht
einstweilen wenigstens das Frei-Exemplar
des Herrn Dr. Stöhr geliehen haben?bekommen?
Gurre Lieder Partitur7? Kann ich nicht
einstweilen wenigstens das Frei-Exemplar
des Herrn Dr. Stöhr geliehen haben?bekommen?
Dann:
Soll mein Bruder an den Gurre-
Lieder-Orchesterstimmen8 mitarbeiten?
Bitte eventuell sofortige Nachricht!!
Lieder-Orchesterstimmen8 mitarbeiten?
Bitte eventuell sofortige Nachricht!!
Allerdings: er sollte den Klavierauszug
des Monodrams machen9? Aber vielleicht
kann ich das noch einstweilen hinausschieben.
des Monodrams machen9? Aber vielleicht
kann ich das noch einstweilen hinausschieben.
Herzl Gruß
Schönberg
Korrektur
Arnold Schönberg traf
anlässlich seines Wien-Aufenthalts Anfang November
1912
Emil Hertzka (Arnold Schönberg an Universal-Edition, 28.
Oktober 1912), bei welcher Gelegenheit vermutlich die
Korrektur durch Heinrich
Schönberg vereinbart wurde (ASGA B 10, S. 223).
Amsterdam
Mannheim
Petersburg
Wien,
Die Planung begann im April 1912 mit der
Bestellung von Alban Berg zum
Berater des Akademischen Verbands für
Literatur und Musik unter der Leitung des neuen
Obmanns Erhard Buschbeck (Alban Berg an Arnold Schönberg, 23. April
1912; ASCC 19767). Im Herbst 1912
wandte sich zudem Richard
Specht mit der Idee an Schönberg „im ersten Merkerkonzert, das
voraussichtlich im November stattfinden wird, […] Ihre Kammersymphonie oder – eventuell! –
‚Pelleas und
Melisande‘?! zu neuer Geltung zu bringen“ (Richard
Specht an Arnold Schönberg, 24. September 1912; ASCC 14265). Beide Unternehmungen ließen sich aufgrund
mangelnder Saal- und Orchesterkapazitäten im November 1912 nicht realisieren. Im Dezember 1912 entschied Schönberg, von einer reinen Schönberg-Aufführung abzugehen und
andere Werke – insbesondere Anton Webern,
Sechs Stücke für großes Orchester op. 6 – zu
programmieren, um „die Aufmerksamkeit des Publikums auf mein
Dirigieren zu lenken“ (Arnold Schönberg an Erhard Buschbeck, 13.
Dezember 1912; ASCC 7685). Mehrere in Aussicht genommene Termine konnten
nicht realisiert werden. Am zunächst angepeilten 23. Februar 1913 fand schließlich die
Uraufführung der Gurre-Lieder statt:
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor.
Im Fall des 8. Jänner 1913
beschuldigte Buschbeck u. a. Emil
Hertzka der Hintertreibung, „daß der Verleger der
Werke die Aufführung – unter der Leitung des Komponisten –
hintertreibt, ist doch immerhin selbst für Wiener Verhältnisse etwas Neues und
Merkwürdiges“ (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg 18. Dezember
1912; ASCC 10368). Aus Arnold Schönberg an Alban Berg, 7.
Jänner 1913 (ASCC 309), geht die Programmplanung mit Werken von
Webern, Berg, Schönberg und Gustav
Mahler hervor; im März
erfolgt die letztendliche Disposition durch Einbezug eines Zemlinskys-Werks (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky 8. März 1913; ASCC 324) sowie die Festlegung von Proben und
Aufführungstermin (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg, 17. März
1913; ASCC 10370).
Proben
Artur Bodanzky an Arnold
Schönberg, 13. November 1912; ASCC 20260); Schönberg vermerkt in seinem Konzert-Kalender drei
Proben in Amsterdam für 25., 26.
und 27. November (ASCI
DC12052).
Partitur
Lieferdatum: 8. November 1912, Auflage: 500 (Buchon 2015, Bd.
5, S. 660).
Orchesterstimmen
Franz Schreker
hatte bereits im April
Schönberg gedrängt, die Stimmen
im Hinblick auf den ursprünglich geplanten Aufführungstermin am
12. Dezember 1912 ausschreiben
und korrigieren zu lassen, da dieser Vorgang ein halbes Jahr in Anspruch nähme (Franz Schreker an Arnold Schönberg 3. April 1912; ASCC 16615) .
machen
Fragmentarische Reinschrift
des Klavierauszugs, vermutlich von Heinrich Schönberg (ASGA B 6/2, Quelle O).
Zehlendorf am 8./11. 1912
Sehr geehrter Herr Direktor,
Im Auftrage meines Bruders
teile ich Ihnen mit, dass ich mit der Korrektur1
der Orchesterstimmen von „Pelleas u.
Melisande“ am 10. oder 11. des Mts fertig sein werde. Mein Bruder
lässt Sie nun bitten, mir oder ihm umgehend mitzuteilen, ob Sie
die Fehlerkorrektur in den Materialien für Amsterdam2,Mannheim3, Petersburg4,
Frankfurt
und Wien,5 bei sich anfertigen lassen wollen, oder ob ich das nicht machen
könnte. Jedenfalls bittet Sie mein Bruder zu berücksichtigen, dass
das Material für Amsterdam spätestens am 20. ds Mts, das
für Mannheim spätestens am
22. ds Mts dort sein muss, weil bald
darauf die Proben6
beginnen. – Sollten Sie wünschen, dass diese
nächsten beiden Materiale, die ja dringendst benötigt werden, von
mir korrigiert werden, so bitte ich um umgehende Übersendung
zweier, eventuell mehrerer Materiale, damit ich rechtzeitig fertig
werden kann. Wenn nicht, so werde ich Ihnen die Fehlerlisten,
sobald Sie sie verlangen, umgehend einschicken. –
Mein Bruder bittet Sie noch um größte Beschleunigung, da er ja die
Materiale zu den Proben benötigt.
Lieber Herr Direktor, was ist denn mit der
Gurre Lieder
Partitur7? Kann ich nicht
einstweilen wenigstens das Frei-Exemplar des Herrn Dr. Stöhr geliehen bekommen?
Dann:
Soll mein Bruder an den Gurre-Lieder-Orchesterstimmen8 mitarbeiten? Bitte
eventuell sofortige Nachricht!!
Allerdings: er sollte den Klavierauszug des Monodrams
machen9? Aber vielleicht kann ich das noch einstweilen
hinausschieben.
Herzl Gruß
Schönberg
Korrektur
Arnold Schönberg traf
anlässlich seines Wien-Aufenthalts Anfang November
1912
Emil Hertzka (Arnold Schönberg an Universal-Edition, 28.
Oktober 1912), bei welcher Gelegenheit vermutlich die
Korrektur durch Heinrich
Schönberg vereinbart wurde (ASGA B 10, S. 223).
Amsterdam
Mannheim
Petersburg
Wien,
Die Planung begann im April 1912 mit der
Bestellung von Alban Berg zum
Berater des Akademischen Verbands für
Literatur und Musik unter der Leitung des neuen
Obmanns Erhard Buschbeck (Alban Berg an Arnold Schönberg, 23. April
1912; ASCC 19767). Im Herbst 1912
wandte sich zudem Richard
Specht mit der Idee an Schönberg „im ersten Merkerkonzert, das
voraussichtlich im November stattfinden wird, […] Ihre Kammersymphonie oder – eventuell! –
‚Pelleas und
Melisande‘?! zu neuer Geltung zu bringen“ (Richard
Specht an Arnold Schönberg, 24. September 1912; ASCC 14265). Beide Unternehmungen ließen sich aufgrund
mangelnder Saal- und Orchesterkapazitäten im November 1912 nicht realisieren. Im Dezember 1912 entschied Schönberg, von einer reinen Schönberg-Aufführung abzugehen und
andere Werke – insbesondere Anton Webern,
Sechs Stücke für großes Orchester op. 6 – zu
programmieren, um „die Aufmerksamkeit des Publikums auf mein
Dirigieren zu lenken“ (Arnold Schönberg an Erhard Buschbeck, 13.
Dezember 1912; ASCC 7685). Mehrere in Aussicht genommene Termine konnten
nicht realisiert werden. Am zunächst angepeilten 23. Februar 1913 fand schließlich die
Uraufführung der Gurre-Lieder statt:
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor.
Im Fall des 8. Jänner 1913
beschuldigte Buschbeck u. a. Emil
Hertzka der Hintertreibung, „daß der Verleger der
Werke die Aufführung – unter der Leitung des Komponisten –
hintertreibt, ist doch immerhin selbst für Wiener Verhältnisse etwas Neues und
Merkwürdiges“ (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg 18. Dezember
1912; ASCC 10368). Aus Arnold Schönberg an Alban Berg, 7.
Jänner 1913 (ASCC 309), geht die Programmplanung mit Werken von
Webern, Berg, Schönberg und Gustav
Mahler hervor; im März
erfolgt die letztendliche Disposition durch Einbezug eines Zemlinskys-Werks (Arnold Schönberg an
Alexander Zemlinsky 8. März 1913; ASCC 324) sowie die Festlegung von Proben und
Aufführungstermin (Erhard Buschbeck an Arnold Schönberg, 17. März
1913; ASCC 10370).
Proben
Artur Bodanzky an Arnold
Schönberg, 13. November 1912; ASCC 20260); Schönberg vermerkt in seinem Konzert-Kalender drei
Proben in Amsterdam für 25., 26.
und 27. November (ASCI
DC12052).
Partitur
Lieferdatum: 8. November 1912, Auflage: 500 (Buchon 2015, Bd.
5, S. 660).
Orchesterstimmen
Franz Schreker
hatte bereits im April
Schönberg gedrängt, die Stimmen
im Hinblick auf den ursprünglich geplanten Aufführungstermin am
12. Dezember 1912 ausschreiben
und korrigieren zu lassen, da dieser Vorgang ein halbes Jahr in Anspruch nähme (Franz Schreker an Arnold Schönberg 3. April 1912; ASCC 16615) .
machen
Fragmentarische Reinschrift
des Klavierauszugs, vermutlich von Heinrich Schönberg (ASGA B 6/2, Quelle O).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg und Heinrich Schönberg an Universal-Edition, 8. November 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7013.