Arnold Schönberg an Universal-Edition
23. September 1922
Mödling
23.IX.1922
Herrn Direktor Emil Herzka, wie gewöhnlich, so will ich
auch diesmal wieder der besonnenere sein und ehe ein Bruch
unvermeidlich wird, einen letzten Schritt nicht unversucht lassen.
auch diesmal wieder der besonnenere sein und ehe ein Bruch
unvermeidlich wird, einen letzten Schritt nicht unversucht lassen.
Zu diesem Zwecke lege ich Ihnen als Beweis für den Schaden,
den Ihre Hitzblütigkeit mir verursacht 2 Briefe über Verkäufe von
Valuten bei und hoffe, Sie begreifen nun, um was es sich handelt.
den Ihre Hitzblütigkeit mir verursacht 2 Briefe über Verkäufe von
Valuten bei und hoffe, Sie begreifen nun, um was es sich handelt.
Zur Klärung möchte ich folgendes festhalten:
Unsere Abmachungen basieren unter anderem auf
[de]r Annahme, dass ich gegen die fortschreitende Ent-
wertung meiner Einnahmen zum Teil dadurch
geschützt sein sollte, dass Sie mir möglichst entsprechende
Beträge vorausbezalen.
[de]r Annahme, dass ich gegen die fortschreitende Ent-
wertung meiner Einnahmen zum Teil dadurch
geschützt sein sollte, dass Sie mir möglichst entsprechende
Beträge vorausbezalen.
1) Da nun unsere Abrechnung vom 30/6.1922 20fache
Jänner bis April Kronen mir erst zur Zeit wo sie
ein 20tel betragen zur Verfügung stellte, gehört die
Regelung dieser Abrechnung noch zur neuen Abmachung,
was Sie auch nie bestritten haben.
Jänner bis April Kronen mir erst zur Zeit wo sie
ein 20tel betragen zur Verfügung stellte, gehört die
Regelung dieser Abrechnung noch zur neuen Abmachung,
was Sie auch nie bestritten haben.
Das war Punkt I. den ich besprechen wollte
2) Im Augenblick, wo Sie die Auszalung
mir zustehender Beträge verweigern, desavouieren
Sie den zu schließenden Vertrag, vergrößern neuerdings
meinen Schaden und eh erhöhen meine Ansprüche!
mir zustehender Beträge verweigern, desavouieren
Sie den zu schließenden Vertrag, vergrößern neuerdings
meinen Schaden und eh erhöhen meine Ansprüche!
3) mein 3. Punkt war der Irrtum des Vertrages, nach
welchem ich z. Bsp. in 5 Monaten je 150 Franken
welchem ich z. Bsp. in 5 Monaten je 150 Franken
wertloser Kronen (z. Bsp à 15.000) d. i.
| 150 x 15.000 x 5 = | 75000 x 150 |
| 3750000 | |
| 11.250.000 |
11 1/4 sogenannte Millionen erhalte
Stiege nun der Kronen Kurs irrtümlicher
weise plötzlich aufs 8-fache, so müsste ich
Ihnen trotzdem 11.2 Mill. Kronen bezalen; d. i.
weise plötzlich aufs 8-fache, so müsste ich
Ihnen trotzdem 11.2 Mill. Kronen bezalen; d. i.
8 x 150 Franken = 5 x 1200! Fr.
Hier muss festgesetzt werden, dass auch ich
nur Franken schuldig sein kann!
nur Franken schuldig sein kann!
Ich hoffe Sie sehen Ihr Unrecht ein!
Dann bin ich gerne bereit Ihnen –
wie schon des Oefteren – zu vergeben!
wie schon des Oefteren – zu vergeben!
Aber: ich muss jetzt schon zum Ab-
schluss kommen!
schluss kommen!
Darum bitte ich: wenn Sie sich ver-
söhnen wollen, tun Sie es rasch!
söhnen wollen, tun Sie es rasch!
Ich bin bis dahin mit besten Grüßen
[I]hr Arnold Schönberg
[I]hr Arnold Schönberg
NB in Ihrem letzen Brief
schreiben
Sie dass ich 1 Million durch die P. Sp.
erhalten habe. Das ist nicht der Fall.
Bitte reklamieren Sie!
Sie dass ich 1 Million durch die P. Sp.
erhalten habe. Das ist nicht der Fall.
Bitte reklamieren Sie!
Bitte um Antwort
Mödling
23.IX.1922
Herrn Direktor Emil Herzka, wie gewöhnlich, so will ich auch diesmal wieder der
besonnenere sein und ehe ein Bruch unvermeidlich wird, einen letzten Schritt
nicht unversucht lassen.
Zu diesem Zwecke lege ich Ihnen als Beweis für den Schaden, den Ihre
Hitzblütigkeit mir verursacht 2 Briefe über Verkäufe von Valuten bei und hoffe,
Sie begreifen nun, um was es sich handelt.
Zur Klärung möchte ich folgendes festhalten:
Unsere Abmachungen basieren unter anderem auf
der Annahme, dass ich gegen die fortschreitende Entwertung meiner Einnahmen zum Teil dadurch
geschützt sein sollte, dass Sie mir möglichst entsprechende Beträge
vorausbezalen.
1) Da nun unsere Abrechnung vom 30/6.1922 20fache
Jänner bis April Kronen
mir erst zur Zeit wo sie ein 20tel betragen
zur Verfügung stellte, gehört die Regelung dieser Abrechnung noch zur neuen
Abmachung, was Sie auch nie bestritten haben.
Das war Punkt I. den ich besprechen wollte
2) Im Augenblick, wo Sie die Auszalung mir zustehender Beträge verweigern,
desavouieren Sie den zu schließenden Vertrag, vergrößern neuerdings meinen
Schaden und
erhöhen meine Ansprüche!
3) mein 3. Punkt war der Irrtum des Vertrages, nach welchem ich z. Bsp. in 5
Monaten je 150 Franken wertloser Kronen (z. Bsp à 15.000) d. i.
| 150 x 15.000 x 5 = | 75000 x 150 |
| 3750000 | |
| 11.250.000 |
11 1/4 sogenannte Millionen erhalte
Stiege nun der Kronen Kurs irrtümlicherweise plötzlich aufs 8-fache,
so müsste ich Ihnen trotzdem 11.2 Mill. Kronen bezalen; d. i.
8 x 150 Franken = 5 x 1200! Fr.
Hier muss festgesetzt werden, dass auch ich nur Franken
schuldig sein kann!
Ich hoffe Sie sehen Ihr Unrecht ein!
Dann bin ich gerne bereit Ihnen – wie schon des Oefteren – zu
vergeben!
Aber: ich muss jetzt schon zum Abschluss kommen!
Darum bitte ich: wenn Sie sich versöhnen
wollen, tun Sie es rasch!
Ich bin bis dahin mit besten Grüßen
Ihr
Arnold Schönberg
NB in Ihrem letzen Brief
schreiben Sie dass ich 1 Million durch die P.
Sp.
erhalten habe. Das ist nicht der Fall. Bitte reklamieren Sie!
Bitte um Antwort
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 23. September 1922, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.726.