Arnold Schönberg an Verlag Dreililien
zwischen 19. April und 3. Juli 1904
Abschrift des Briefes an Max
Marschalk
Lieber Herr Marschalk, ich konnte mich bis heute
nicht entschließen, Ihnen zu antworten, denn Ihr
letzter Brief hat mir die Freude an unserem Vertrags-
verhältnisse stark herabgemindert. Ich hatte mir dieses anders
vorgestellt. Da wir nun aber doch mit dieser Angelegenheit ins
Reine kommen müssen, stelle ich Ihnen heute die Bedingungen,
unter denen ich Ihr Angebot auf mein Sextett annehme, folgen-
dermaßen auf:
nicht entschließen, Ihnen zu antworten, denn Ihr
letzter Brief hat mir die Freude an unserem Vertrags-
verhältnisse stark herabgemindert. Ich hatte mir dieses anders
vorgestellt. Da wir nun aber doch mit dieser Angelegenheit ins
Reine kommen müssen, stelle ich Ihnen heute die Bedingungen,
unter denen ich Ihr Angebot auf mein Sextett annehme, folgen-
dermaßen auf:
- I. Sofortige, umgehende
Antwort (bis spätesten 5. Juli 1904 in
meinen Händen.) - II. Eine Abschreibung von 200 Mark von dem „700-Mark“ Vor-
schuss zu Lasten des Sextettes - III. Das Werk muss bis in Partitur und Stimmen
bis spätestens
31. October 1904 (neunzehnhundertvier) gestochen und dem Buch-
handel übergeben sein1 - IV. Eine genaue Erklärung Ihrerseits, dass Sie mit den an-
geführten Bedingungen II u. III einverstanden sind. - V. Die anderen Bedingungen werden unserem Hauptvertrag
entsprechend gestellt. - VI. Einen Verlags-Vertrag über dieses Werk, der alle diese
Bedingungen enthält.
Ich hoffe Sie sind damit einverstanden. Falls Sie nicht
einwilligen, würde ich lieber 3 Jahre nichts verlegen, als davon
ablassen, oder trachten den Vertrag mit Ihnen zu lösen.
einwilligen, würde ich lieber 3 Jahre nichts verlegen, als davon
ablassen, oder trachten den Vertrag mit Ihnen zu lösen.
Ferner ersuche ich Sie um Zustimmung zur Anfertigung der
Partitur-Abschrift2 und der Stimmen3 von meiner symphonischen
Dichtung unter denselben Bedingungen, die Sie seinerzeit zugestanden
haben. Es ist die Anfertigung des Materials jetzt umso dringender,
als die symphonische Dichtung ganz bestimmt in dem Konzerte der
Vereinigung schaffender Tonkünstler4 aufgeführt werden wird. Ich
erwarte Ihre umgehende Antwort darüber gleichzeitig mit Ihrem Brief
über mein Sextett.
Partitur-Abschrift2 und der Stimmen3 von meiner symphonischen
Dichtung unter denselben Bedingungen, die Sie seinerzeit zugestanden
haben. Es ist die Anfertigung des Materials jetzt umso dringender,
als die symphonische Dichtung ganz bestimmt in dem Konzerte der
Vereinigung schaffender Tonkünstler4 aufgeführt werden wird. Ich
erwarte Ihre umgehende Antwort darüber gleichzeitig mit Ihrem Brief
über mein Sextett.
Ferner möchte ich Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung eines
meiner Lieder in der Zeitschrift „Wiener Mode“5. Da mir beim Ab[druck]
meiner Lieder in der Zeitschrift „Wiener Mode“5. Da mir beim Ab[druck]
dieses Liedes alle meine Verlags- und Aufführungs und sonstigen
Rechte gewahrt bleiben, kann Ihrerseits wohl kein Widerspruch
vorliegen, wie mir ein befreundeter Jurist gesagt hat. Außer-
dem wäre der Abdruck insofern günstig, als er ein[e] gute Reklame
in einer vielgelesenen Zeitschrift ist. Zur Wahrung Ihrer und meiner
Rechte könnte man folgende Bemerkung dazusetzen:
Rechte gewahrt bleiben, kann Ihrerseits wohl kein Widerspruch
vorliegen, wie mir ein befreundeter Jurist gesagt hat. Außer-
dem wäre der Abdruck insofern günstig, als er ein[e] gute Reklame
in einer vielgelesenen Zeitschrift ist. Zur Wahrung Ihrer und meiner
Rechte könnte man folgende Bemerkung dazusetzen:
- a) „Erscheint demnächst im Verlag Dreililien.“ oder
- b) „Mit Bewilligung des Verlages Dreililien“. oder
- c) „alle Verlags-, Aufführungs und sonstigen Rechte vorbehalten“.
Bitte entscheiden Sie sich für eine der drei Arten, oder schlagen
Sie eine andere vor. Jedenfalls ist Ihnen klar, dass diese
Veröffentlichung nicht in Ihre Rechte eingreift und dass
[ich] Ihre Zustimmung nur der Form halber einhole.
Sie eine andere vor. Jedenfalls ist Ihnen klar, dass diese
Veröffentlichung nicht in Ihre Rechte eingreift und dass
[ich] Ihre Zustimmung nur der Form halber einhole.
Ich sehe Ihrer baldigen freundlichen Antwort entgegen
und hoffe, dass Sie mir nun auch Entgegenkommen zeigen,
sodass unser früheres Verhältnis wieder hergestellt werden
kann.
und hoffe, dass Sie mir nun auch Entgegenkommen zeigen,
sodass unser früheres Verhältnis wieder hergestellt werden
kann.
Buchhandel übergeben sein
Die Publikation wird im Mai 1905 angezeigt (Hofmeister 1905, S. 244).
Partitur-Abschrift
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
Stimmen
Handschriftliches
Stimmenmaterial der Uraufführung, teilweise autograph, verschollen (ASGA B 10, Quelle E*).
Konzerte der Vereinigung schaffender Tonkünstler
Veröffentlichung eines meiner Lieder in der Zeitschrift „Wiener Mode“
In den 14-tägig erschienenen
Ausgaben der Zeitschrift Wiener Mode wurde in den Jahren 1904 und 1905 kein
Schönberg-Lied veröffentlicht.
Aus dem Umfeld Schönbergs erschien
in der Zeitschrift Moriz Violin,
Ländler (Violin 1904)
sowie im Oktober 1905
Alexander Zemlinsky, Mädel kommst
Du mit zum Tanz? (Zemlinsky 1905).
Abschrift des Briefes an Max
Marschalk
Lieber Herr Marschalk, ich konnte mich bis heute nicht entschließen, Ihnen zu
antworten, denn Ihr letzter Brief hat mir
die Freude an unserem Vertragsverhältnisse stark herabgemindert. Ich hatte mir dieses anders
vorgestellt. Da wir nun aber doch mit dieser Angelegenheit ins Reine
kommen müssen, stelle ich Ihnen heute die Bedingungen, unter denen ich Ihr
Angebot auf mein Sextett annehme, folgendermaßen auf:
- I. Sofortige, umgehende Antwort (bis spätesten 5. Juli 1904 in meinen Händen.)
- II. Eine Abschreibung von 200 Mark von dem „700-Mark“ Vorschuss zu Lasten des Sextettes
- III. Das Werk muss in Partitur und Stimmen bis spätestens 31. October 1904 (neunzehnhundertvier) gestochen und dem Buchhandel übergeben sein1
- IV. Eine genaue Erklärung Ihrerseits, dass Sie mit den angeführten Bedingungen II u. III einverstanden sind.
- V. Die anderen Bedingungen werden unserem Hauptvertrag entsprechend gestellt.
- VI. Einen Verlags-Vertrag über dieses Werk, der alle diese Bedingungen enthält.
Ich hoffe Sie sind damit einverstanden. Falls Sie nicht einwilligen, würde
ich lieber 3 Jahre nichts verlegen, als davon ablassen, oder trachten den
Vertrag mit Ihnen zu lösen.
Ferner ersuche ich Sie um Zustimmung zur Anfertigung der
Partitur-Abschrift2 und der Stimmen3 von meiner symphonischen Dichtung
unter denselben Bedingungen, die Sie seinerzeit zugestanden haben. Es ist
die Anfertigung des Materials jetzt umso dringender, als die symphonische
Dichtung ganz bestimmt in dem Konzerte der Vereinigung schaffender Tonkünstler4 aufgeführt werden wird. Ich erwarte Ihre umgehende Antwort darüber gleichzeitig mit
Ihrem Brief
über mein Sextett.
Ferner möchte ich Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung eines meiner Lieder in der Zeitschrift „Wiener Mode“5. Da mir beim Abdruck
dieses Liedes alle meine Verlags- Aufführungs und sonstigen Rechte gewahrt bleiben, kann
Ihrerseits wohl kein Widerspruch vorliegen, wie mir ein befreundeter
Jurist gesagt hat. Außerdem wäre der Abdruck insofern günstig, als er eine gute Reklame in einer vielgelesenen
Zeitschrift ist. Zur Wahrung Ihrer und meiner Rechte könnte man folgende
Bemerkung dazusetzen:
- a) „Erscheint demnächst im Verlag Dreililien.“ oder
- b) „Mit Bewilligung des Verlages Dreililien“. oder
- c) „alle Verlags-, Aufführungs und sonstigen Rechte vorbehalten“.
Bitte entscheiden Sie sich für eine der drei Arten, oder schlagen Sie eine
andere vor. Jedenfalls ist Ihnen klar, dass diese Veröffentlichung nicht in
Ihre Rechte eingreift und dass
ich Ihre Zustimmung nur der Form halber
einhole.
Ich sehe Ihrer baldigen freundlichen Antwort entgegen und hoffe, dass Sie
mir nun auch Entgegenkommen zeigen, sodass unser früheres Verhältnis wieder
hergestellt werden kann.
Buchhandel übergeben sein
Die Publikation wird im Mai 1905 angezeigt (Hofmeister 1905, S. 244).
Partitur-Abschrift
Nachgewiesene Quellen: Partiturreinschrift,
autograph (ASGA B 10, Quelle C); Partiturabschrift, möglicherweise
autograph; zugleich Autographiervorlage für den Erstdruck, verschollen
(ASGA B 10, Quelle G*). Die Existenz einer Partiturabschrift
geht aus Verlag Dreililien an Arnold
Schönberg, 15. Oktober 1908 hervor; Herstellungszeitpunkt
nicht ermittelt.
Stimmen
Handschriftliches
Stimmenmaterial der Uraufführung, teilweise autograph, verschollen (ASGA B 10, Quelle E*).
Konzerte der Vereinigung schaffender Tonkünstler
Veröffentlichung eines meiner Lieder in der Zeitschrift „Wiener Mode“
In den 14-tägig erschienenen
Ausgaben der Zeitschrift Wiener Mode wurde in den Jahren 1904 und 1905 kein
Schönberg-Lied veröffentlicht.
Aus dem Umfeld Schönbergs erschien
in der Zeitschrift Moriz Violin,
Ländler (Violin 1904)
sowie im Oktober 1905
Alexander Zemlinsky, Mädel kommst
Du mit zum Tanz? (Zemlinsky 1905).
zwischen 19. April 1904 und 3. Juli 1904 (unsicher)
Es ist ein Umschlag erhalten; Datierung erschlossen aus Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 3. Juli 1904
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Verlag Dreililien, zwischen 19. April und 3. Juli 1904, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.94.