Abschrift des Briefes an Max Marschalk
Lieber Herr Marschalk, ich konnte mich bis heute
nicht entschließen, Ihnen zu antworten, denn Ihr
letzter Brief hat mir die Freude an unserem Vertrags-
verhältnisse stark herabgemindert. Ich hatte mir dieses anders
vorgestellt. Da wir nun aber doch mit dieser Angelegenheit ins
Reine kommen müssen, stelle ich Ihnen heute die Bedingungen,
unter denen ich Ihr Angebot auf mein Sextett annehme, folgen-
dermaßen auf:
  • I. Sofortige, umgehende Antwort (bis spätesten 5. Juli 1904 in
    meinen Händen.)
  • II. Eine Abschreibung von 200 Mark von dem „700-Mark“ Vor-
    schuss zu Lasten des Sextettes
  • III. Das Werk muss bis in Partitur und Stimmen bis spätestens
    31. October 1904 (neunzehnhundertvier) gestochen und dem Buch-
    handel übergeben sein
    1
  • IV. Eine genaue Erklärung Ihrerseits, dass Sie mit den an-
    geführten Bedingungen II u. III einverstanden sind.
  • V. Die anderen Bedingungen werden unserem Hauptvertrag
    entsprechend gestellt.
  • VI. Einen Verlags-Vertrag über dieses Werk, der alle diese
    Bedingungen enthält.
Ich hoffe Sie sind damit einverstanden. Falls Sie nicht
einwilligen, würde ich lieber 3 Jahre nichts verlegen, als davon
ablassen, oder trachten den Vertrag mit Ihnen zu lösen.
Ferner ersuche ich Sie um Zustimmung zur Anfertigung der
Partitur-Abschrift2 und der Stimmen3 von meiner symphonischen
Dichtung
unter denselben Bedingungen, die Sie seinerzeit zugestanden
haben. Es ist die Anfertigung des Materials jetzt umso dringender,
als die symphonische Dichtung ganz bestimmt in dem Konzerte der
Vereinigung schaffender Tonkünstler
4 aufgeführt werden wird. Ich
erwarte Ihre umgehende Antwort darüber gleichzeitig mit Ihrem Brief
über mein Sextett.
Ferner möchte ich Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung eines
meiner Lieder in der Zeitschrift „Wiener Mode
5. Da mir beim Ab[druck]

dieses Liedes alle meine Verlags- und Aufführungs und sonstigen
Rechte gewahrt bleiben, kann Ihrerseits wohl kein Widerspruch
vorliegen, wie mir ein befreundeter Jurist gesagt hat. Außer-
dem wäre der Abdruck insofern günstig, als er ein[e] gute Reklame
in einer vielgelesenen Zeitschrift ist. Zur Wahrung Ihrer und meiner
Rechte könnte man folgende Bemerkung dazusetzen:
  • a) „Erscheint demnächst im Verlag Dreililien.“ oder
  • b) „Mit Bewilligung des Verlages Dreililien“. oder
  • c) „alle Verlags-, Aufführungs und sonstigen Rechte vorbehalten“.
Bitte entscheiden Sie sich für eine der drei Arten, oder schlagen
Sie eine andere vor. Jedenfalls ist Ihnen klar, dass diese
Veröffentlichung nicht in Ihre Rechte eingreift und dass
[ich] Ihre Zustimmung nur der Form halber einhole.
Ich sehe Ihrer baldigen freundlichen Antwort entgegen
und hoffe, dass Sie mir nun auch Entgegenkommen zeigen,
sodass unser früheres Verhältnis wieder hergestellt werden
kann.
Abschrift des Briefes an Max Marschalk
Lieber Herr Marschalk, ich konnte mich bis heute nicht entschließen, Ihnen zu antworten, denn Ihr letzter Brief hat mir die Freude an unserem Vertragsverhältnisse stark herabgemindert. Ich hatte mir dieses anders vorgestellt. Da wir nun aber doch mit dieser Angelegenheit ins Reine kommen müssen, stelle ich Ihnen heute die Bedingungen, unter denen ich Ihr Angebot auf mein Sextett annehme, folgendermaßen auf:
  • I. Sofortige, umgehende Antwort (bis spätesten 5. Juli 1904 in meinen Händen.)
  • II. Eine Abschreibung von 200 Mark von dem „700-Mark“ Vorschuss zu Lasten des Sextettes
  • III. Das Werk muss in Partitur und Stimmen bis spätestens 31. October 1904 (neunzehnhundertvier) gestochen und dem Buchhandel übergeben sein1
  • IV. Eine genaue Erklärung Ihrerseits, dass Sie mit den angeführten Bedingungen II u. III einverstanden sind.
  • V. Die anderen Bedingungen werden unserem Hauptvertrag entsprechend gestellt.
  • VI. Einen Verlags-Vertrag über dieses Werk, der alle diese Bedingungen enthält.
Ich hoffe Sie sind damit einverstanden. Falls Sie nicht einwilligen, würde ich lieber 3 Jahre nichts verlegen, als davon ablassen, oder trachten den Vertrag mit Ihnen zu lösen.
Ferner ersuche ich Sie um Zustimmung zur Anfertigung der Partitur-Abschrift2 und der Stimmen3 von meiner symphonischen Dichtung unter denselben Bedingungen, die Sie seinerzeit zugestanden haben. Es ist die Anfertigung des Materials jetzt umso dringender, als die symphonische Dichtung ganz bestimmt in dem Konzerte der Vereinigung schaffender Tonkünstler4 aufgeführt werden wird. Ich erwarte Ihre umgehende Antwort darüber gleichzeitig mit Ihrem Brief über mein Sextett.
Ferner möchte ich Ihre Einwilligung zur Veröffentlichung eines meiner Lieder in der Zeitschrift „Wiener Mode5. Da mir beim Abdruck dieses Liedes alle meine Verlags- Aufführungs und sonstigen Rechte gewahrt bleiben, kann Ihrerseits wohl kein Widerspruch vorliegen, wie mir ein befreundeter Jurist gesagt hat. Außerdem wäre der Abdruck insofern günstig, als er eine gute Reklame in einer vielgelesenen Zeitschrift ist. Zur Wahrung Ihrer und meiner Rechte könnte man folgende Bemerkung dazusetzen:
  • a) „Erscheint demnächst im Verlag Dreililien.“ oder
  • b) „Mit Bewilligung des Verlages Dreililien“. oder
  • c) „alle Verlags-, Aufführungs und sonstigen Rechte vorbehalten“.
Bitte entscheiden Sie sich für eine der drei Arten, oder schlagen Sie eine andere vor. Jedenfalls ist Ihnen klar, dass diese Veröffentlichung nicht in Ihre Rechte eingreift und dass ich Ihre Zustimmung nur der Form halber einhole.
Ich sehe Ihrer baldigen freundlichen Antwort entgegen und hoffe, dass Sie mir nun auch Entgegenkommen zeigen, sodass unser früheres Verhältnis wieder hergestellt werden kann.

zwischen 19. April 1904 und 3. Juli 1904 (unsicher)


Es ist ein Umschlag erhalten; Datierung erschlossen aus Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 3. Juli 1904

The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Verlag Dreililien, zwischen 19. April und 3. Juli 1904, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.94.

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