Verlag Dreililien an Arnold Schönberg
31. Jänner 1907
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Ich habe niemals die Ambition gehabt mit meinen kritischen Prophe-
zeiungen Glück zu haben; am allerwenigsten habe ich sie natürlich in
diesem Fall! – An die Wiener Sortimenter sind gestern Briefe abgegan-
gen mit dem Hinweis auf Ihre Werke im allgemeinen und auf das Quar-
tett im besonderen und mit der Bitte um Auflage und Verwendung. Wer
verkauft nun abends an der Kasse1 die kleinen Partituren? Macht das
Gutmann, oder müssen wir uns an eine andere Adresse wenden? Der frühe-
ste Termin, an dem die Partituren in Wien werden eintreffen können,
ist Dienstag früh. Wir lassen direkt von Leipzig aus expedieren2. Ich
würde Ihnen nun raten mir umgehend die Adressen der Kritiker und Zei-
tungen, an die Partituren geschickt werden müssen, mitzuteilen. Ich
halte es für wichtig, dass keine Auswahl getroffen wird! Wir setzen
für das Quartett den Preis von Mk. 2.–3. an; das ist das Aeusserlich-
ste, was möglich ist. Im übrigen ist der Preis für Ihre Lieder nicht
zu hoch angesetzt. Wenn Lauterbach und Kuhn den Reger4 so billig ab-
geben, so ist das ihre Sache. Die Firma Bote & Bock hat die neuen
Lieder von Richard Strauss pro Lied noch 30 Pfennig höher bewertet5,
als wir durchschnittlich die Lieder unseres Verlages zu bewerten pfle-
gen. Wir werden uns in Wien über diese Angelegenheit mal unterhalten;
einstweilen möchte ich nur bemerken, dass der niedrigste Preis kei-
nerlei Gewähr für den Umsatz bietet. – Die Subvention6 von 100 Kronen,
zeiungen Glück zu haben; am allerwenigsten habe ich sie natürlich in
diesem Fall! – An die Wiener Sortimenter sind gestern Briefe abgegan-
gen mit dem Hinweis auf Ihre Werke im allgemeinen und auf das Quar-
tett im besonderen und mit der Bitte um Auflage und Verwendung. Wer
verkauft nun abends an der Kasse1 die kleinen Partituren? Macht das
Gutmann, oder müssen wir uns an eine andere Adresse wenden? Der frühe-
ste Termin, an dem die Partituren in Wien werden eintreffen können,
ist Dienstag früh. Wir lassen direkt von Leipzig aus expedieren2. Ich
würde Ihnen nun raten mir umgehend die Adressen der Kritiker und Zei-
tungen, an die Partituren geschickt werden müssen, mitzuteilen. Ich
halte es für wichtig, dass keine Auswahl getroffen wird! Wir setzen
für das Quartett den Preis von Mk. 2.–3. an; das ist das Aeusserlich-
ste, was möglich ist. Im übrigen ist der Preis für Ihre Lieder nicht
zu hoch angesetzt. Wenn Lauterbach und Kuhn den Reger4 so billig ab-
geben, so ist das ihre Sache. Die Firma Bote & Bock hat die neuen
Lieder von Richard Strauss pro Lied noch 30 Pfennig höher bewertet5,
als wir durchschnittlich die Lieder unseres Verlages zu bewerten pfle-
gen. Wir werden uns in Wien über diese Angelegenheit mal unterhalten;
einstweilen möchte ich nur bemerken, dass der niedrigste Preis kei-
nerlei Gewähr für den Umsatz bietet. – Die Subvention6 von 100 Kronen,
die wir dem Ansorge-Verein zugesichert haben, ist längst abgeschickt.
abends an der Kasse
von Leipzig aus
expedieren
Stich und Druck erfolgten bei C. G. Röder in Leipzig.
Preis von Mk. 2.–
den Reger
Max Reger, Schlichte Weisen
op. 76; Vier Lieder op. 97; pro Lied M 1 (Hofmeister
1906a)..
höher bewertet
Preis von Richard Strauss, Sechs Lieder op. 56; pro
Lied M 1,80 (Hofmeister
1906).
Subvention
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Ich habe niemals die Ambition gehabt mit meinen kritischen Prophezeiungen Glück zu haben; am allerwenigsten habe ich sie
natürlich in diesem Fall! – An die Wiener Sortimenter sind gestern Briefe abgegangen mit dem Hinweis auf Ihre Werke im allgemeinen und auf das
Quartett im besonderen und mit der Bitte um Auflage und
Verwendung. Wer verkauft nun abends an der Kasse1 die kleinen Partituren? Macht das
Gutmann, oder müssen wir uns an eine andere
Adresse wenden? Der früheste Termin, an dem die Partituren in Wien werden eintreffen können, ist Dienstag früh. Wir lassen direkt von Leipzig aus
expedieren2. Ich würde Ihnen nun raten mir umgehend die Adressen der Kritiker und Zeitungen, an die Partituren geschickt werden müssen, mitzuteilen.
Ich halte es für wichtig, dass keine Auswahl getroffen wird! Wir setzen
für das Quartett den Preis von Mk. 2.–3. an; das ist das Aeusserlichste, was möglich ist. Im übrigen ist der Preis für Ihre Lieder nicht zu hoch angesetzt. Wenn Lauterbach und Kuhn
den Reger4 so billig abgeben, so ist das ihre Sache. Die Firma Bote & Bock hat die neuen
Lieder von Richard
Strauss pro Lied noch 30 Pfennig höher bewertet5, als wir durchschnittlich die Lieder unseres Verlages zu bewerten pflegen. Wir werden uns in Wien über diese Angelegenheit mal unterhalten; einstweilen
möchte ich nur bemerken, dass der niedrigste Preis keinerlei Gewähr für den Umsatz bietet. – Die Subvention6 von 100 Kronen, die wir dem Ansorge-Verein zugesichert haben, ist längst abgeschickt.
abends an der Kasse
von Leipzig aus
expedieren
Stich und Druck erfolgten bei C. G. Röder in Leipzig.
Preis von Mk. 2.–
den Reger
Max Reger, Schlichte Weisen
op. 76; Vier Lieder op. 97; pro Lied M 1 (Hofmeister
1906a)..
höher bewertet
Preis von Richard Strauss, Sechs Lieder op. 56; pro
Lied M 1,80 (Hofmeister
1906).
Subvention
31. Jänner 1907
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Verlag Dreililien an Arnold Schönberg, 31. Jänner 1907, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.12400.