Pörtschach a/See
19.VIII.1927
PT UE, ich bin im Prinzip dafür, dem Stadttheater in Bres-
lau
die Glückliche Hand zu überlassen1, weil ich den immer
für den berücksichtigenswertesten halte, der es zuerst
wagt. [Ich möchte aber meine definitive Zusage von einer
Bedingung abhängig machen und bezüglich des Materialprei-
ses aus Prestigegründen einen Vorschlag machen.
Der Vorschlag: Der Materialpreis hat derselbe zu sein, wie
an jeder andern Bühne gleicher Grösse: Jedoch kann die
Bezahlung in der Weise erfolgen, dass ein Teil bei Abschluss
des Vertrages, ein weiterer nach der fünften Aufführung
und der Rest nach der achten Aufführung zu bezahlen ist,
so zwar, dass diese Restbeträge eben nur im Falle eines
grösseren Erfolges, der sich in der Zahl der Aufführungen
ausdrückt, fällig werden.
Die Bedingung: ich möchte in direktem brieflichen Verkehr
mit Prof. Turnau und dem Dirigenten des Werks Zusagen
über ein[e]ige künstlerische Fragen erhalten, deren beiläu-
fi[e]ges Ausmass und Richtung Prof. Turnau aus den Erfahrun-
gen, die wir mit der Aufführung2 in der Volksoper gemacht
haben ja ohnedies abzuschät[e]zen vermag, welche also keine
Ungeheuerlichkeit dars[c]tellen.]
Ich hielte es für zweckmässig [...] Herrn Prof. Turnau
den ersten Teil dieses Briefes im Wortlaut mitzuteilen.
[...]Hochachtungsvoll Arnold Schönberg
Pörtschach a/See
19.VIII.1927
PT UE, ich bin im Prinzip dafür, dem Stadttheater in Breslau die Glückliche Hand zu überlassen1, weil ich den immer für den berücksichtigenswertesten halte, der es zuerst wagt. [Ich möchte aber meine definitive Zusage von einer Bedingung abhängig machen und bezüglich des Materialpreises aus Prestigegründen einen Vorschlag machen.
Der Vorschlag: Der Materialpreis hat derselbe zu sein, wie an jeder andern Bühne gleicher Grösse: Jedoch kann die Bezahlung in der Weise erfolgen, dass ein Teil bei Abschluss des Vertrages, ein weiterer nach der fünften Aufführung und der Rest nach der achten Aufführung zu bezahlen ist, so zwar, dass diese Restbeträge eben nur im Falle eines grösseren Erfolges, der sich in der Zahl der Aufführungen ausdrückt, fällig werden.
Die Bedingung: ich möchte in direktem brieflichen Verkehr mit Prof. Turnau und dem Dirigenten des Werks Zusagen über einige künstlerische Fragen erhalten, deren beiläufiges Ausmass und Richtung Prof. Turnau aus den Erfahrungen, die wir mit der Aufführung2 in der Volksoper gemacht haben ja ohnedies abzuschätzen vermag, welche also keine Ungeheuerlichkeit darstellen.]
Ich hielte es für zweckmässig Herrn Prof. Turnau den ersten Teil dieses Briefes im Wortlaut mitzuteilen.
Hochachtungsvoll Arnold Schönberg

19. August 1927

20. August 1927

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 19. August 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.1336.

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