Universal-Edition an Arnold Schönberg
10. Oktober 1913
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 10. Oktober 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 10. Oktober 1913.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Ihr heutiger telefonischer Anruf ist leider wegen der
schlechten Verbindung resultatlos gewesen. Ich selbst war als
Sie sprachen eben im Begriff zu einer wichtigen Sitzung zu gehen
und konnte mich auch nicht gut weiter mit Ihnen verständigen.
schlechten Verbindung resultatlos gewesen. Ich selbst war als
Sie sprachen eben im Begriff zu einer wichtigen Sitzung zu gehen
und konnte mich auch nicht gut weiter mit Ihnen verständigen.
Ueber Ihren Wunsch, Ihnen 500 Mark Vorschuss auf ein
neues Orchesterlied1 und 7 Konzertwochenbeiträge2 zu zahlen, bin
ich ein wenig verwundert gewesen. In Bezug auf den gewünschten
Vorschuss für ein neues Orchesterlied ist Ihr Verlangen gegen
unsere Abmachungen und ich kann daher diesen Wunsche schon aus
prinzipiellen Gründen nicht erfüllen. Auch die Vorschusszahlung
für 7 Konzertwochenbeiträge war in unserer Besprechung nie-
mals vorgesehen. Wir haben damals ausdrücklich gesagt, dass die
einzelnen Beiträge nach Einsendung honoriert werden sollen.
Unsere damalige, allerdings für beide Teile nicht verbind-
liche Besprechung ging dahin, dass Sie für jeden Beitrag von
mindestens einer halben Seite ein Honorar von 50 Mark erhalten,
dass die Beiträge möglichst für eine Nummer berechnet sein sollen
und in Ausnahmefällen in Fortsetzung erscheinen können, dass
neues Orchesterlied1 und 7 Konzertwochenbeiträge2 zu zahlen, bin
ich ein wenig verwundert gewesen. In Bezug auf den gewünschten
Vorschuss für ein neues Orchesterlied ist Ihr Verlangen gegen
unsere Abmachungen und ich kann daher diesen Wunsche schon aus
prinzipiellen Gründen nicht erfüllen. Auch die Vorschusszahlung
für 7 Konzertwochenbeiträge war in unserer Besprechung nie-
mals vorgesehen. Wir haben damals ausdrücklich gesagt, dass die
einzelnen Beiträge nach Einsendung honoriert werden sollen.
Unsere damalige, allerdings für beide Teile nicht verbind-
liche Besprechung ging dahin, dass Sie für jeden Beitrag von
mindestens einer halben Seite ein Honorar von 50 Mark erhalten,
dass die Beiträge möglichst für eine Nummer berechnet sein sollen
und in Ausnahmefällen in Fortsetzung erscheinen können, dass
für die Saison höchstens 10 Beiträge in Aussicht genommen werden
können und dass in Ihren Beiträgen jede persönliche Polemik, so-
wie alles, dessen Veröffentlichung dem Verlage schädlich wäre,
ausgeschlossen sein soll. Sie wollten sich die Sache überlegen
und mir eventuell aus dem grossen Vorrat Ihrer Notizen Passendes
heraussuchen, während ich hier noch über die Frage der weiteren
Mitarbeiter und der weiteren Beiträge schlüssig werden sollte.
können und dass in Ihren Beiträgen jede persönliche Polemik, so-
wie alles, dessen Veröffentlichung dem Verlage schädlich wäre,
ausgeschlossen sein soll. Sie wollten sich die Sache überlegen
und mir eventuell aus dem grossen Vorrat Ihrer Notizen Passendes
heraussuchen, während ich hier noch über die Frage der weiteren
Mitarbeiter und der weiteren Beiträge schlüssig werden sollte.
Da ich aus Ihrem telefonischen Anruf ersehe, dass Ih-
nen die Voreinsendung des Betrages für 7 Beiträge besonders er-
wünscht ist, so will ich in der Voraussetzung, dass die uns ein-
zusendenden 7 Beiträge unserer Verabredung entsprechen, Ihnen
den Betrag von 350 Mark zunächst Vorschussweise auf Ihr Gesamt-
konto telegrafisch zugehen lassen, wobei die Verrechnung dieses
Betrages für die Konzertwochenbeiträge erst nach Einsendung der
Beiträge auf dieses Spezialkonto vorgenommen werden kann. Diese
Art der Durchführung hat hauptsächlich aus buchhalterischen Grün-
den zu erfolgen.
nen die Voreinsendung des Betrages für 7 Beiträge besonders er-
wünscht ist, so will ich in der Voraussetzung, dass die uns ein-
zusendenden 7 Beiträge unserer Verabredung entsprechen, Ihnen
den Betrag von 350 Mark zunächst Vorschussweise auf Ihr Gesamt-
konto telegrafisch zugehen lassen, wobei die Verrechnung dieses
Betrages für die Konzertwochenbeiträge erst nach Einsendung der
Beiträge auf dieses Spezialkonto vorgenommen werden kann. Diese
Art der Durchführung hat hauptsächlich aus buchhalterischen Grün-
den zu erfolgen.
Sollten sie die 150 Mark deren Zusendung ich leider un-
terlassen musste derart dringend benötigen, dass Sie durch Aus-
bleiben derselben in Verlegenheit kommen, so bin ich bereit, Ih-
nen diesen Betrag als Vorschuss auf Ihr Harmonielehre-Konto
auszubezahlen.
terlassen musste derart dringend benötigen, dass Sie durch Aus-
bleiben derselben in Verlegenheit kommen, so bin ich bereit, Ih-
nen diesen Betrag als Vorschuss auf Ihr Harmonielehre-Konto
auszubezahlen.
Ihrer freundl. Nachricht entgegensehend, begrüsse ich Sie
hochachtungsvoll ergeben
Orchesterlied
Arnold Schönberg, Vier Lieder für Gesang und
Orchester op. 22: Seraphita op. 22/1.
Konzertwochenbeiträge
Beiträge für Die Konzertwoche, eine Beilage zu
Konzertprogrammen des Wiener
Konzerthauses: Arnold
Schönberg, Warum neue Melodien schwer verständlich sind; Zum
zweiten Beitrag sandte Schönberg
drei Entwürfe.
Kinder
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 10. Oktober 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 10. Oktober 1913.
W
Sehr geehrter Herr Schönberg!
Ihr heutiger telefonischer Anruf ist leider wegen der schlechten Verbindung
resultatlos gewesen. Ich selbst war als Sie sprachen eben im Begriff zu einer
wichtigen Sitzung zu gehen und konnte mich auch nicht gut weiter mit Ihnen
verständigen.
Ueber Ihren Wunsch, Ihnen 500 Mark Vorschuss auf ein neues Orchesterlied1 und 7 Konzertwochenbeiträge2
zu zahlen, bin ich ein wenig verwundert gewesen. In Bezug auf den
gewünschten Vorschuss für ein neues Orchesterlied ist Ihr Verlangen gegen
unsere Abmachungen und ich kann daher diesen Wunsche schon aus
prinzipiellen Gründen nicht erfüllen. Auch die Vorschusszahlung für 7
Konzertwochenbeiträge war in unserer Besprechung
niemals vorgesehen. Wir haben damals ausdrücklich gesagt, dass die
einzelnen Beiträge nach Einsendung honoriert werden sollen. Unsere
damalige, allerdings für beide Teile nicht verbindliche Besprechung ging dahin, dass Sie für jeden Beitrag von
mindestens einer halben Seite ein Honorar von 50 Mark erhalten, dass
die Beiträge möglichst für eine Nummer berechnet sein sollen und in
Ausnahmefällen in Fortsetzung erscheinen können, dass für die Saison höchstens 10 Beiträge in Aussicht genommen werden können
und dass in Ihren Beiträgen jede persönliche Polemik, sowie alles, dessen Veröffentlichung dem Verlage schädlich wäre,
ausgeschlossen sein soll. Sie wollten sich die Sache überlegen und mir
eventuell aus dem grossen Vorrat Ihrer Notizen Passendes heraussuchen,
während ich hier noch über die Frage der weiteren Mitarbeiter und der
weiteren Beiträge schlüssig werden sollte.
Da ich aus Ihrem telefonischen Anruf ersehe, dass Ihnen die Voreinsendung des Betrages für 7 Beiträge besonders erwünscht ist, so will ich in der Voraussetzung,
dass die uns einzusendenden 7 Beiträge unserer
Verabredung entsprechen, Ihnen den Betrag von 350 Mark zunächst Vorschussweise
auf Ihr Gesamtkonto telegrafisch zugehen
lassen, wobei die Verrechnung dieses Betrages für die Konzertwochenbeiträge erst
nach Einsendung der Beiträge auf dieses Spezialkonto vorgenommen werden kann.
Diese Art der Durchführung hat hauptsächlich aus buchhalterischen Gründen zu erfolgen.
Sollten sie die 150 Mark deren Zusendung ich leider unterlassen musste derart dringend benötigen, dass Sie durch Ausbleiben derselben in Verlegenheit kommen, so
bin ich bereit, Ihnen diesen Betrag als
Vorschuss auf Ihr Harmonielehre-Konto
auszubezahlen.
Ihrer freundl. Nachricht entgegensehend, begrüsse ich Sie
hochachtungsvoll ergeben
Hertzka
P. S. Beifolgend wieder einige Marken für Ihre Kinder3.
Orchesterlied
Arnold Schönberg, Vier Lieder für Gesang und
Orchester op. 22: Seraphita op. 22/1.
Konzertwochenbeiträge
Beiträge für Die Konzertwoche, eine Beilage zu
Konzertprogrammen des Wiener
Konzerthauses: Arnold
Schönberg, Warum neue Melodien schwer verständlich sind; Zum
zweiten Beitrag sandte Schönberg
drei Entwürfe.
Kinder
10. Oktober 1913
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 10. Oktober 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17498.