Universal-Edition an Arnold Schönberg
13. Oktober 1913
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 13. Oktober 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 13. Oktober 1913.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Sehr geehrter Herr Schönberg!
im Besitz Ihres Geschätzten1 vom 11. ds. erscheint mir Ihr
erster Beitrag für die Konzertwoche „Warum neue Melodien schwer
verständlich sind“, vorzüglich geeignet. Das einzige Bedenken, das
man vielleicht haben könnte wäre nur, dass es dem grossen Publi-
kum etwas zu hoch erscheinen wird. Wenn Sie in ein oder dem anderen
künftigen Falle dem Fassungsvermögen auch jener Leute Rechnung tragen
könnten, die keine allzuweitgehenden musikalischen Kenntnisse und
Fähigkeiten haben, so wäre das sehr angenehm. Aber wenn Ihnen das
nicht tunlich oder möglich erscheint, dann wollen sie meinen Einwand
als nicht gemacht betrachten.
erster Beitrag für die Konzertwoche „Warum neue Melodien schwer
verständlich sind“, vorzüglich geeignet. Das einzige Bedenken, das
man vielleicht haben könnte wäre nur, dass es dem grossen Publi-
kum etwas zu hoch erscheinen wird. Wenn Sie in ein oder dem anderen
künftigen Falle dem Fassungsvermögen auch jener Leute Rechnung tragen
könnten, die keine allzuweitgehenden musikalischen Kenntnisse und
Fähigkeiten haben, so wäre das sehr angenehm. Aber wenn Ihnen das
nicht tunlich oder möglich erscheint, dann wollen sie meinen Einwand
als nicht gemacht betrachten.
Mit der Verfilmung der „Glücklichen Hand“ hatte ich
bisher
noch keine solche (glückliche Hand). Buch und Bedingungen habe ich
allerdings erhalten, aber so rasch wie Sie sich das vorstellen,
geht die Sache wohl nicht.
noch keine solche (glückliche Hand). Buch und Bedingungen habe ich
allerdings erhalten, aber so rasch wie Sie sich das vorstellen,
geht die Sache wohl nicht.
Mit dem russischen Ballett habe ich absolut keinerlei Be-
ziehung oder Fühlung. Wenn ich den Leuten einen Vorschlag mache,
wird derselbe kaum beachtet werden. Könnte Siloti in der Sache
nicht den Vermittler abgeben?
ziehung oder Fühlung. Wenn ich den Leuten einen Vorschlag mache,
wird derselbe kaum beachtet werden. Könnte Siloti in der Sache
nicht den Vermittler abgeben?
Ueber die Aufführung der „Gurre-Lieder“ in
Wien und Buda-
pest habe ich dieselben Zeitungsnotizen2 gelesen, die wohl auch Ih-
nen zugekommen sind. Etwas anderes weiss ich darüber nicht. Ich
stehe dieser Sache sehr skeptisch gegenüber und fürchte, die Sache
wird ebenso verlaufen, wie die im Vorjahre geplante Wiederholung3.
pest habe ich dieselben Zeitungsnotizen2 gelesen, die wohl auch Ih-
nen zugekommen sind. Etwas anderes weiss ich darüber nicht. Ich
stehe dieser Sache sehr skeptisch gegenüber und fürchte, die Sache
wird ebenso verlaufen, wie die im Vorjahre geplante Wiederholung3.
Mit verbindlichen Grüssen
Ihr ganz ergebener
Geschätzten
Zeitungsnotizen
Am 8.
Oktober 1913 wurde verlautbart, dass der Philharmonische Chor eine Wiederholung der
Aufführung der Gurre-Lieder in Wien sowie in Budapest plane (Die Zeit 1913).
Wiederholung
Aufgrund des großen Erfolgs
der Uraufführung
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor wurde gleich auf eine
Wiederholung reflektiert. Diese wurde bereits am 27. Februar 1913 für März angekündigt, um Kartenvormerkungen
entgegenzunehmen (Neues Wiener Tagblatt 1913). Der schließlich fixierte
Termin 29. April 1913 wurde abgesagt.
Offiziell wegen schlechten Kartenverkaufs, tatsächlich dürfte jedoch
das sogenannte Skandalkonzert
31. März 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Akademischer Verband für Literatur und Musik in Wien,
Orchester-Konzert
ausschlaggebend gewesen sein. Die zweite Aufführung in Wien fand ein Jahr später statt:
27. März 1914, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor
(Alban Berg an Arnold Schönberg, 16.
April 1913; ASCC 10154); ASGA B 16/3, S.
47).
Adria-Ausstellung
3. Mai 1913–5. Oktober 1913,
Wien, Prater. Themenpark
zur „werktätigen Propaganda für unsere Adrialänder, deren
wirtschaftliche Entwicklung und deren Fremdenverkehr“ (Band 1913, S. 3).
Anlässlich der Ausstellung wurden Reklamemarken aufgelegt
(Wirtschaftsuniversität Wien, Digitale Sammlungen,
Reklamemarkensammlung Prof. Günter Schweiger, Adria-Ausstellung).
Kindern
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 13. Oktober 1913.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 13. Oktober 1913.
W
Sehr geehrter Herr Schönberg!
im Besitz Ihres Geschätzten1 vom 11. ds. erscheint mir Ihr erster
Beitrag für die Konzertwoche „Warum neue Melodien schwer verständlich
sind“, vorzüglich geeignet. Das einzige Bedenken, das man
vielleicht haben könnte wäre nur, dass es dem grossen Publikum etwas zu hoch erscheinen wird. Wenn Sie in ein oder dem
anderen künftigen Falle dem Fassungsvermögen auch jener Leute Rechnung
tragen könnten, die keine allzuweitgehenden musikalischen Kenntnisse und
Fähigkeiten haben, so wäre das sehr angenehm. Aber wenn Ihnen das
nicht tunlich oder möglich erscheint, dann wollen sie meinen Einwand
als nicht gemacht betrachten.
Mit der Verfilmung der „Glücklichen Hand“ hatte ich
bisher noch keine solche (glückliche Hand). Buch und Bedingungen habe ich allerdings erhalten, aber so rasch wie
Sie sich das vorstellen, geht die Sache wohl nicht.
Mit dem russischen Ballett habe ich absolut keinerlei Beziehung oder Fühlung. Wenn ich den Leuten einen
Vorschlag mache, wird derselbe kaum beachtet werden. Könnte Siloti in der Sache nicht den Vermittler abgeben?
Ueber die Aufführung der „Gurre-Lieder“ in
Wien und Budapest habe ich dieselben Zeitungsnotizen2 gelesen, die wohl auch Ihnen zugekommen sind. Etwas anderes weiss ich darüber nicht. Ich
stehe dieser Sache sehr skeptisch gegenüber und fürchte, die Sache
wird ebenso verlaufen, wie die im Vorjahre geplante Wiederholung3.
Mit verbindlichen Grüssen
Ihr ganz ergebener
Hertzka
Geschätzten
Zeitungsnotizen
Am 8.
Oktober 1913 wurde verlautbart, dass der Philharmonische Chor eine Wiederholung der
Aufführung der Gurre-Lieder in Wien sowie in Budapest plane (Die Zeit 1913).
Wiederholung
Aufgrund des großen Erfolgs
der Uraufführung
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor wurde gleich auf eine
Wiederholung reflektiert. Diese wurde bereits am 27. Februar 1913 für März angekündigt, um Kartenvormerkungen
entgegenzunehmen (Neues Wiener Tagblatt 1913). Der schließlich fixierte
Termin 29. April 1913 wurde abgesagt.
Offiziell wegen schlechten Kartenverkaufs, tatsächlich dürfte jedoch
das sogenannte Skandalkonzert
31. März 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Akademischer Verband für Literatur und Musik in Wien,
Orchester-Konzert
ausschlaggebend gewesen sein. Die zweite Aufführung in Wien fand ein Jahr später statt:
27. März 1914, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor
(Alban Berg an Arnold Schönberg, 16.
April 1913; ASCC 10154); ASGA B 16/3, S.
47).
Adria-Ausstellung
3. Mai 1913–5. Oktober 1913,
Wien, Prater. Themenpark
zur „werktätigen Propaganda für unsere Adrialänder, deren
wirtschaftliche Entwicklung und deren Fremdenverkehr“ (Band 1913, S. 3).
Anlässlich der Ausstellung wurden Reklamemarken aufgelegt
(Wirtschaftsuniversität Wien, Digitale Sammlungen,
Reklamemarkensammlung Prof. Günter Schweiger, Adria-Ausstellung).
Kindern
13. Oktober 1913
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 13. Oktober 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17499.