Universal-Edition an Arnold Schönberg
30. März 1914
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. März 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. März 1914.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Auf das Vorsatzblatt der Kammersymphonie wird die
Sitz-
ordnung und die von Ihnen gemachten Anmerkungen aufgenommen
werden.
ordnung und die von Ihnen gemachten Anmerkungen aufgenommen
werden.
Der uns empfohlene Kopist Sladek, hat sich als
höchst
unverlässlicher Schreiber erwiesen und insbesonders in den
Holzbläsern Ihrer „Gurre-Lieder“ derartige Fehler gemacht,
dass seine Weiterverwendung ausgeschlossen ist.
unverlässlicher Schreiber erwiesen und insbesonders in den
Holzbläsern Ihrer „Gurre-Lieder“ derartige Fehler gemacht,
dass seine Weiterverwendung ausgeschlossen ist.
Als ich am Abend nach der hiesigen Gurrelieder-Aufführung1
ein Telegramm an Sie richten wollte, haben mir die Herren vom
Philharmonischen Chor, Schreker, Dr. Löwy, etc. mitgeteilt, dass
Herr Berg erklärt hat, er werde Ihnen telegrafieren2. Mit Hin-
blick darauf habe ich dies unterlassen und es vorgezogen, Ihnen
sofort nach der Aufführung ausführlich zu schreiben, was ja auch
geschehen ist.
ein Telegramm an Sie richten wollte, haben mir die Herren vom
Philharmonischen Chor, Schreker, Dr. Löwy, etc. mitgeteilt, dass
Herr Berg erklärt hat, er werde Ihnen telegrafieren2. Mit Hin-
blick darauf habe ich dies unterlassen und es vorgezogen, Ihnen
sofort nach der Aufführung ausführlich zu schreiben, was ja auch
geschehen ist.
Was die Frage der Einladung seitens des Philharmonischen
Chores betrifft, so fühle ich mich allerdings nicht kompetent,
diesbezüglich eine Aeusserung abzugeben, aber ich möchte doch
Ihrer Ansicht, dass die diesmalige Aufführung ein schönes Er-
Chores betrifft, so fühle ich mich allerdings nicht kompetent,
diesbezüglich eine Aeusserung abzugeben, aber ich möchte doch
Ihrer Ansicht, dass die diesmalige Aufführung ein schönes Er-
trägnis ergeben hat, widersprechen. So weit
mir bekannt ist
und mir auch von den wahrheitsliebenden Persönlichkeiten des Aus-
schusses mitgeteilt wurde, ist ein Reinerträgnis der beiden
Veranstaltungen inkl. Generalproben3 nicht zu erwarten und selbst
wenn – was nicht ganz wahrscheinlich ist – bei der VIII. Mahler-
Symphonie Generalprobe und Aufführung ausverkauft werden sollte,
würde der Reingewinn sich für beide Veranstaltungen, höchstens
auf 1000 Kronen belaufen. – Nun kämpft der Philharmonische
Chor aber derzeit noch so kolossal mit Existenz-Sorgen, dass
er bisher noch nicht einmal weiss, ob er im nächsten Jahr wird
Konzerte veranstalten können. Dass unter diesen Umständen zu
besonderer Noblesse nicht viel Animo vorhanden ist, ist ja lei-
der begreiflich.
und mir auch von den wahrheitsliebenden Persönlichkeiten des Aus-
schusses mitgeteilt wurde, ist ein Reinerträgnis der beiden
Veranstaltungen inkl. Generalproben3 nicht zu erwarten und selbst
wenn – was nicht ganz wahrscheinlich ist – bei der VIII. Mahler-
Symphonie Generalprobe und Aufführung ausverkauft werden sollte,
würde der Reingewinn sich für beide Veranstaltungen, höchstens
auf 1000 Kronen belaufen. – Nun kämpft der Philharmonische
Chor aber derzeit noch so kolossal mit Existenz-Sorgen, dass
er bisher noch nicht einmal weiss, ob er im nächsten Jahr wird
Konzerte veranstalten können. Dass unter diesen Umständen zu
besonderer Noblesse nicht viel Animo vorhanden ist, ist ja lei-
der begreiflich.
Soeben trifft Manuskript4
George-Lieder und Korrektur
Pierrot ein. Ad George-Lieder möchte ich Sie befragen, ob es
Ihnen recht ist, wenn ich die Gesangstexte auf 1–2 Seiten
den Liedern vorsetze, damit sich jeder, der das Heft in die
Hand nimmt, leicht über die Texte orientieren kann.
Pierrot ein. Ad George-Lieder möchte ich Sie befragen, ob es
Ihnen recht ist, wenn ich die Gesangstexte auf 1–2 Seiten
den Liedern vorsetze, damit sich jeder, der das Heft in die
Hand nimmt, leicht über die Texte orientieren kann.
Wie würden Sie sich zu der Idee verhalten, die George-
Lieder in zwei Heften à M 3.– herauszubringen? Ich kann näm-
lich die Lieder komplett nicht unter M 6.– geben . (was übrigens
im Verhältnis zu Opus 6 aus dem Drei Lilien-Verlag noch billig
ist, da das Heft mit 8 Liedern auch M 6.– kostet) Wenn Sie glau-
ben, dass die Lieder in zwei Heften à M 3.– die Lieder leichter verkäuflich sind
machen, so würde ich mich auch dazu entschliessen, obzwar mir,
offen gestanden, bei einem derartigen Zyklus die Teilung nicht
zweckmässig erscheint.
Lieder in zwei Heften à M 3.– herauszubringen? Ich kann näm-
lich die Lieder komplett nicht unter M 6.– geben . (was übrigens
im Verhältnis zu Opus 6 aus dem Drei Lilien-Verlag noch billig
ist, da das Heft mit 8 Liedern auch M 6.– kostet) Wenn Sie glau-
ben, dass die Lieder in zwei Heften à M 3.– die Lieder leichter verkäuflich sind
machen, so würde ich mich auch dazu entschliessen, obzwar mir,
offen gestanden, bei einem derartigen Zyklus die Teilung nicht
zweckmässig erscheint.
Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr Ihnen aufrichtig
ergebener
Aufführung
telegrafieren
Alban Berg an Arnold Schönberg, 28. März 1914
(ASCC
19856).
Generalproben
Manuskript
2. Reinschrift. Stichvorlage für
den Originaldruck (ASGA B
1/2, Quelle
B).
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. März 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 30. März 1914.
W
Lieber Herr Schönberg!
Auf das Vorsatzblatt der Kammersymphonie wird die
Sitzordnung und die von Ihnen gemachten
Anmerkungen aufgenommen werden.
Der uns empfohlene Kopist Sladek, hat sich als
höchst unverlässlicher Schreiber erwiesen und insbesonders in den
Holzbläsern Ihrer „Gurre-Lieder“
derartige Fehler gemacht, dass seine Weiterverwendung ausgeschlossen ist.
Als ich am Abend nach der hiesigen Gurrelieder-Aufführung1
ein Telegramm an Sie richten wollte, haben mir die Herren vom
Philharmonischen Chor, Schreker, Dr. Löwy, etc. mitgeteilt, dass Herr Berg erklärt hat, er werde Ihnen telegrafieren2. Mit Hinblick darauf habe ich dies unterlassen und es vorgezogen, Ihnen
sofort nach der Aufführung ausführlich zu schreiben, was ja auch
geschehen ist.
Was die Frage der Einladung seitens des Philharmonischen
Chores betrifft, so fühle ich mich allerdings nicht
kompetent, diesbezüglich eine Aeusserung abzugeben, aber ich möchte doch
Ihrer Ansicht, dass die diesmalige Aufführung ein schönes Erträgnis ergeben hat, widersprechen. So weit
mir bekannt ist und mir auch von den
wahrheitsliebenden Persönlichkeiten des Ausschusses mitgeteilt wurde, ist ein Reinerträgnis der beiden
Veranstaltungen inkl. Generalproben3 nicht zu erwarten und
selbst wenn – was nicht ganz wahrscheinlich ist – bei der VIII. Mahler-Symphonie
Generalprobe und Aufführung ausverkauft werden sollte, würde der Reingewinn
sich für beide Veranstaltungen, höchstens auf 1000 Kronen belaufen. – Nun
kämpft der Philharmonische Chor aber
derzeit noch so kolossal mit Existenz-Sorgen, dass er bisher noch nicht
einmal weiss, ob er im nächsten Jahr wird Konzerte veranstalten können.
Dass unter diesen Umständen zu besonderer Noblesse nicht viel Animo
vorhanden ist, ist ja leider begreiflich.
Soeben trifft Manuskript4
George-Lieder und Korrektur
Pierrot ein. Ad George-Lieder möchte ich Sie befragen, ob es Ihnen recht
ist, wenn ich die Gesangstexte auf 1–2
Seiten
den Liedern vorsetze, damit sich jeder, der das Heft in die Hand
nimmt, leicht über die Texte orientieren kann.
Wie würden Sie sich zu der Idee verhalten, die George-Lieder in zwei Heften à M 3.– herauszubringen? Ich kann nämlich die Lieder
komplett nicht unter M 6.– geben
.
(was übrigens im Verhältnis zu Opus 6 aus dem Drei
Lilien-Verlag noch billig ist, da das Heft mit 8 Liedern auch M
6.– kostet) Wenn Sie glauben, dass die Lieder in zwei Heften
à M 3.– leichter verkäuflich sind
, so würde ich mich dazu entschliessen, obzwar mir, offen gestanden, bei einem
derartigen Zyklus die Teilung nicht zweckmässig erscheint.
Aufführung
telegrafieren
Alban Berg an Arnold Schönberg, 28. März 1914
(ASCC
19856).
Generalproben
Manuskript
2. Reinschrift. Stichvorlage für
den Originaldruck (ASGA B
1/2, Quelle
B).
30. März 1914
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 30. März 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17527.