W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Vor allem freue ich mich herzlich, Ihnen mitteilen zu
können, dass die gestrige Gurrelieder-Aufführung1 einen glänzen-
den Erfolg hatte. Ich war nach der vorgestrigen Generalprobe
schrecklich deprimiert, denn es hatte sich Alles verschworen,
um die Sache so stimmungslos und schlecht als nur möglich zu
gestalten. Herr Nachod traf, wie Ihnen ja bekannt, erst um
3/4 10 Uhr, unmittelbar vor Beginn des III. Teiles ein und war
nicht sehr disponiert. Vorher hatte Herr Boruttau die Partie
des Waldemar beinahe vom Blatt gesungen, selbstverständlich,
ohne irgend welche Wirkung aus der Sache herauszuholen. Frau
Mildenburg war schlecht disponiert und die übrigen Mitwirkenden
standen ebenfalls nicht ganz auf der Höhe. Das Orchester war
zu laut und Vieles sehr verwischt. Ich bin also mit den grössten
Befürchtungen in die gestrige Aufführung gegangen und es freut
mich, gestehen zu müssen, dass das Bild gestern ein vollkommen
anderes war und dass bis auf einige unwichtige Kleinigkeiten,
die Aufführung gerechten Ansprüchen vollkommen entsprochen hat.
Allerdings kann trotzdem nicht geleugnet werden, dass Frau Maria

Freund die Waldtaube viel besser singt als Frau Mildenburg,
deren hohe Töne entweder falsch oder aber so scharf klingen,
dass sie einem weh tun. In der Mittellage und im Ausdruck
ist Frau Mildenburg allerdings prächtig. Die Förstel bietet
zwar eine prachtvolle Leistung, insbesonders dort, wo sie mit
ihrer silberhellen Höhe glänzen kann aber im Grossen und Ganzen
ist ihr die Partie doch entschieden zu tief und das Meiste für
die Stimme der Winternitz besser geeignet. Dass Nachod kein
idealer Waldemar ist, wissen wir ja. Er war auch hier anfangs
zaghaft, später mutiger, ohne auch nur annähernd den Inhalt
der Partie auszuschöpfen. Gregori stand in seiner Leistung
weit hinter der von Frau Zehme zurück. Ich glaube, wenn wir nicht
einen so musikalischen männlichen Sprecher finden wie es Frau
Zehme als Sprecherin ist, dann müsste der Sprecher von einem
Sänger gesprochen werden, der bei Beibehaltung des Sprechtones
die erforderliche melodische und rhythmische Wirkung hervorbringt.
Das Orchester war gestern ganz ausgezeichnet. Schreker hatte
es vollständig in der Hand und er hat mit der gestrigen Aufführung
mehr geboten, als ich mit Hinblick auf die geringe Anzahl von
Proben und manches Missgeschick (Einspringen Nachods, etc.) für
möglich gehalten hätte. Er hat dem Orchester, sowie jedem Sänger
jeden einzelnen Einsatz gegeben und war seiner Aufgabe besser ge-
wachsen, als im Vorjahre bei der Erstaufführung2.
Die Aufnahme beim Publikum war schon nach dem ersten Teil
eine enthusiastische und die 12–15 Minuten dauernde Pause
zum II. Teil wurde zum grossen Teil durch-applaudiert. Auch nach
dem Schluss wollte der Applaus an dem sich ein grosser Teil des
Publikums beteiligte, nicht früher ein Ende nehmen, als bis die

Lichter im Saale successive langsam abgelöscht wurden. Die
Journallie war vollständig vertreten und wird wahrscheinlich
wieder Tiefsinniges ausbrüten.
Montag hoffe ich, Ihnen die Partitur zugehen lassen zu
können, damit Sie sie vor Stich noch gründlich durchsehen können.
Schreker behauptet, dass in den Stimmen, trotzdem sie in Leipzig
gespielt wurden, noch zahlreiche Fehler enthalten waren, die er
alle auskorrigieren liess. Ich bitte Sie, die Aenderungen die
Sie in der Partitur nun noch nachträglich vornehmen, in derart
auffälliger Weise zu machen (grüner oder gelber Stift oder solche Tinte),
damit man sie leicht in die Stimmen übertragen kann, denn sonst
gibt es wieder unendliche Schwierigkeiten und grosse neue Spesen.
Ich hatte sowohl bei Ihrer Aufführung3 in Leipzig, als auch
gestern bei der hiesigen Aufführung, eigentlich nicht mehr die
Empfindung grosser Ueberladenheit. Vorgestern allerdings hat das
Orchester die Sänger stark gedeckt und ich habe das Schreker in
eindringlichster Weise dargelegt. Er meinte hierauf, dass die
Instrumentation schuld daran sei, d. h., die stellenweise starke
Besetzung, wodurch ein Pianissimo oder Piano in vielen Fällen gar
nicht möglich erscheine, insbesonders nicht bei der kolossalen
Schar von Aushilfsmusikern, die ja auch bei der sorgfältigsten
Auslese nicht erstklassig sind. Als ich ihm hierauf entgegnete,
dass es in Leipzig doch ging, schien ihm das doch nicht ganz
einzuleuchten. Gestern Abend jedoch war erfreulicherweise das
Orchester viel gedämpfter und er zeigte mir auch abends stolz
einen Zettel, den er in mehr als 100 Exemplaren noch gestern an

das Orchester verteilen liess, und in welchem er das Orchester in dringendster
Weise um leises Begleiten und dergl. mehr,
ersucht.
Diese Aufforderung hat zweifellos ihre Wirkung getan und ich er-
wähne Ihnen diesen Umstand deswegen, weil ich glaube, dass gerade
auf dem Gebiete der Vortragszeichen noch vielleicht Manches bei
Ihrer letzten Retouche berücksichtigt werden könnte.
Wenn ich Ihre Aufführung der gestrigen in Bezug auf Orchester-
und Chorleistung vergleichen soll, so muss ich die Ihrige als viel
subtiler und sauberer bezeichnen, während die gestrige im Klang und
in der Farbe sowie stellenweise im Tempo lebhafter und Manches effektvoller war. Die Solisten
waren in Leipzig durchwegs besser, sogar die Beiden, (Nachod und
Boruttau), die beide Aufführungen mitmachten.
Was nun die Kammersymphonie betrifft, so lasse ich zunächst
die Partitur-Korrekturen auf den Platten vornehmen und hoffe, dass
wir bald Korrektur-Exemplar erhalten werden. Ihre Idee, dass die
Stimmen handschriftlich korrigiert werden sollen, bedeutet viel-
leicht eine sehr gute Lösung und verbilligt die Angelegenheit.
Sobald die Stich-Korrekturen in der Partitur gemacht sein werden,
werde ich Sie bitten, dem jungen Menschen, der für M 2.50 bis M 3.–
Tagesverdienst diese Arbeit übernehmen könnte, eine einzelne Stimme
zu übersenden, die er ja dann etwa 20 mal auszubessern hätte. Wir
würden dann feststellen, wie lange die Korrektur einer solchen Stimme

dauert und ob die Arbeit auf diesem Wege gemacht werden soll.
Ihre Mitteilungen, betreffend die Kammer Symphonie Ausgaben für Orchester habe
ich bestens zur Kenntnis genommen. Die Piertot-Korrekturen, sowie
das Georgelieder-Manuskript4, erwarte ich. Das Aufführungsrecht von

Pierrot lunaire“ macht mir auf Grund ihrer Aufklärung keine
weiteren Sorgen und ich werde, sobald wir die Partitur vollständig
fertig haben, an die Vervielfältigung der Stimmen gehen.
Was die englische Uebersetzung von Wood betrifft, so werde
ich, sobald eine definitive Annahme von ihm vorliegt, diesbzgl.
an ihn herantreten, und von ihm möglichst wörtliche Uebersetzung
verlangen. Selbstredend sollen Sie dieselbe erst prüfen, bevor sie
gedruckt wird.
Wegen des achthändigen Arrangements-Manuskriptes5 lasse ich
zunächst bei Webern, Berg oder Stein anfragen6. An Herrn Dornay,
Berlin, liess ich den Klavierauszug der Gurre-Lieder abgehen.
Ich glaube, damit Ihr gestriges Schreiben vollständig beant-
wortet zu haben. Was aber den Brief vom 24. Februar betrifft, den
Sie erst jetzt vorgefunden haben, so verstehe ich, offen gestanden,
Ihre Einwendungen bzgl. der Harmonielehre nicht. Ich kann mir nämlich
gar nicht denken, dass man die Verrechnungsfrage anders lösen könnte,
als ich es Ihnen vorgeschlagen und auch im Vertrage zum Ausdruck
gebracht habe. Ich weiss insbesonders nicht, ob Sie bei der Verrech-

nungsart bzgl. der Harmonielehre, d. i. die Hälfte des Reingewinnes
bleiben wollen oder ob Sie die Verrechnungsart ändern wollen.
Wenn Sie bei der Verrechnungsart bleiben wollen, dann kann man ja
absolut nichts anderes tun, als die Eingänge für die Harmonielehre

zur Tilgung der bisherigen Ausgaben zu verwenden, denn wenn nicht
in dieser Weise vorgegangen wird, können wir ja niemals eine Basis
für einen Reingewinn haben. Sobald nun ein Reingewinn da sein wird,
so kommt er auf Ihr Konto und zwar auf das einzig zu führende
Gesamt-Verrechnungs-Konto. Sie verwechseln da die Detail-Konti,
die ja über jedes einzelne Werk geführt werden müssen, mit dem
Haupt-Verrechnungs-Konto. – Ich glaube, ich habe Ihnen das aber
alles schon geschrieben und wenn Sie sich trotzdem mit meiner
seinerzeitigen Antwort nicht einverstanden erklären, so weiss ich
wirklich nicht, welche Verrechnungsart Sie eigentlich wünschen.
Vielleicht geben Sie mir diesbzgl. Aufklärungen, damit ich mich
darüber äussern kann.
Für Ihre Tochter lasse ich gleichzeitig einen gebundenen
Klavierauszug der „Gurre-Lieder“ von Leipzig aus abgehen.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr in Verehrung ergebener

W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Vor allem freue ich mich herzlich, Ihnen mitteilen zu können, dass die gestrige Gurrelieder-Aufführung1 einen glänzenden Erfolg hatte. Ich war nach der vorgestrigen Generalprobe schrecklich deprimiert, denn es hatte sich Alles verschworen, um die Sache so stimmungslos und schlecht als nur möglich zu gestalten. Herr Nachod traf, wie Ihnen ja bekannt, erst um 3/4 10 Uhr, unmittelbar vor Beginn des III. Teiles ein und war nicht sehr disponiert. Vorher hatte Herr Boruttau die Partie des Waldemar beinahe vom Blatt gesungen, selbstverständlich, ohne irgend welche Wirkung aus der Sache herauszuholen. Frau Mildenburg war schlecht disponiert und die übrigen Mitwirkenden standen ebenfalls nicht ganz auf der Höhe. Das Orchester war zu laut und Vieles sehr verwischt. Ich bin also mit den grössten Befürchtungen in die gestrige Aufführung gegangen und es freut mich, gestehen zu müssen, dass das Bild gestern ein vollkommen anderes war und dass bis auf einige unwichtige Kleinigkeiten, die Aufführung gerechten Ansprüchen vollkommen entsprochen hat. Allerdings kann trotzdem nicht geleugnet werden, dass Frau Maria Freund die Waldtaube viel besser singt als Frau Mildenburg, deren hohe Töne entweder falsch oder aber so scharf klingen, dass sie einem weh tun. In der Mittellage und im Ausdruck ist Frau Mildenburg allerdings prächtig. Die Förstel bietet zwar eine prachtvolle Leistung, insbesonders dort, wo sie mit ihrer silberhellen Höhe glänzen kann aber im Grossen und Ganzen ist ihr die Partie doch entschieden zu tief und das Meiste für die Stimme der Winternitz besser geeignet. Dass Nachod kein idealer Waldemar ist, wissen wir ja. Er war auch hier anfangs zaghaft, später mutiger, ohne auch nur annähernd den Inhalt der Partie auszuschöpfen. Gregori stand in seiner Leistung weit hinter der von Frau Zehme zurück. Ich glaube, wenn wir nicht einen so musikalischen männlichen Sprecher finden wie es Frau Zehme als Sprecherin ist, dann müsste der Sprecher von einem Sänger gesprochen werden, der bei Beibehaltung des Sprechtones die erforderliche melodische und rhythmische Wirkung hervorbringt.
Das Orchester war gestern ganz ausgezeichnet. Schreker hatte es vollständig in der Hand und er hat mit der gestrigen Aufführung mehr geboten, als ich mit Hinblick auf die geringe Anzahl von Proben und manches Missgeschick (Einspringen Nachods, etc.) für möglich gehalten hätte. Er hat dem Orchester, sowie jedem Sänger jeden einzelnen Einsatz gegeben und war seiner Aufgabe besser gewachsen, als im Vorjahre bei der Erstaufführung2.
Die Aufnahme beim Publikum war schon nach dem ersten Teil eine enthusiastische und die 12–15 Minuten dauernde Pause zum II. Teil wurde zum grossen Teil durch-applaudiert. Auch nach dem Schluss wollte der Applaus an dem sich ein grosser Teil des Publikums beteiligte, nicht früher ein Ende nehmen, als bis die Lichter im Saale successive langsam abgelöscht wurden. Die Journallie war vollständig vertreten und wird wahrscheinlich wieder Tiefsinniges ausbrüten.
Montag hoffe ich, Ihnen die Partitur zugehen lassen zu können, damit Sie sie vor Stich noch gründlich durchsehen können. Schreker behauptet, dass in den Stimmen, trotzdem sie in Leipzig gespielt wurden, noch zahlreiche Fehler enthalten waren, die er alle auskorrigieren liess. Ich bitte Sie, die Aenderungen die Sie in der Partitur nun noch nachträglich vornehmen, in derart auffälliger Weise zu machen (grüner oder gelber Stift oder solche Tinte), damit man sie leicht in die Stimmen übertragen kann, denn sonst gibt es wieder unendliche Schwierigkeiten und grosse neue Spesen.
Ich hatte sowohl bei Ihrer Aufführung3 in Leipzig, als auch gestern bei der hiesigen Aufführung, eigentlich nicht mehr die Empfindung grosser Ueberladenheit. Vorgestern allerdings hat das Orchester die Sänger stark gedeckt und ich habe das Schreker in eindringlichster Weise dargelegt. Er meinte hierauf, dass die Instrumentation schuld daran sei, d. h., die stellenweise starke Besetzung, wodurch ein Pianissimo oder Piano in vielen Fällen gar nicht möglich erscheine, insbesonders nicht bei der kolossalen Schar von Aushilfsmusikern, die ja auch bei der sorgfältigsten Auslese nicht erstklassig sind. Als ich ihm hierauf entgegnete, dass es in Leipzig doch ging, schien ihm das doch nicht ganz einzuleuchten. Gestern Abend jedoch war erfreulicherweise das Orchester viel gedämpfter und er zeigte mir auch abends stolz einen Zettel, den er in mehr als 100 Exemplaren noch gestern an das Orchester verteilen liess, und in welchem er das Orchester in dringendster Weise um leises Begleiten und dergl. mehr, ersucht. Diese Aufforderung hat zweifellos ihre Wirkung getan und ich erwähne Ihnen diesen Umstand deswegen, weil ich glaube, dass gerade auf dem Gebiete der Vortragszeichen noch vielleicht Manches bei Ihrer letzten Retouche berücksichtigt werden könnte.
Wenn ich Ihre Aufführung der gestrigen in Bezug auf Orchester- und Chorleistung vergleichen soll, so muss ich die Ihrige als viel subtiler und sauberer bezeichnen, während die gestrige im Klang und in der Farbe sowie stellenweise im Tempo lebhafter und Manches effektvoller war. Die Solisten waren in Leipzig durchwegs besser, sogar die Beiden, (Nachod und Boruttau), die beide Aufführungen mitmachten.
Was nun die Kammersymphonie betrifft, so lasse ich zunächst die Partitur-Korrekturen auf den Platten vornehmen und hoffe, dass wir bald Korrektur-Exemplar erhalten werden. Ihre Idee, dass die Stimmen handschriftlich korrigiert werden sollen, bedeutet vielleicht eine sehr gute Lösung und verbilligt die Angelegenheit. Sobald die Stich-Korrekturen in der Partitur gemacht sein werden, werde ich Sie bitten, dem jungen Menschen, der für M 2.50 bis M 3.– Tagesverdienst diese Arbeit übernehmen könnte, eine einzelne Stimme zu übersenden, die er ja dann etwa 20 mal auszubessern hätte. Wir würden dann feststellen, wie lange die Korrektur einer solchen Stimme dauert und ob die Arbeit auf diesem Wege gemacht werden soll.
Ihre Mitteilungen, betreffend die Kammer Symphonie Ausgabe für Orchester habe ich bestens zur Kenntnis genommen. Die Pierot-Korrekturen, sowie das Georgelieder-Manuskript4, erwarte ich. Das Aufführungsrecht von „Pierrot lunaire“ macht mir auf Grund ihrer Aufklärung keine weiteren Sorgen und ich werde, sobald wir die Partitur vollständig fertig haben, an die Vervielfältigung der Stimmen gehen.
Was die englische Uebersetzung von Wood betrifft, so werde ich, sobald eine definitive Annahme von ihm vorliegt, diesbzgl. an ihn herantreten, und von ihm möglichst wörtliche Uebersetzung verlangen. Selbstredend sollen Sie dieselbe erst prüfen, bevor sie gedruckt wird.
Wegen des achthändigen Arrangements-Manuskriptes5 lasse ich zunächst bei Webern, Berg oder Stein anfragen6. An Herrn Dornay, Berlin, liess ich den Klavierauszug der Gurre-Lieder abgehen.
Ich glaube, damit Ihr gestriges Schreiben vollständig beantwortet zu haben. Was aber den Brief vom 24. Februar betrifft, den Sie erst jetzt vorgefunden haben, so verstehe ich, offen gestanden, Ihre Einwendungen bzgl. der Harmonielehre nicht. Ich kann mir nämlich gar nicht denken, dass man die Verrechnungsfrage anders lösen könnte, als ich es Ihnen vorgeschlagen und auch im Vertrage zum Ausdruck gebracht habe. Ich weiss insbesonders nicht, ob Sie bei der Verrech nungsart bzgl. der Harmonielehre, d. i. die Hälfte des Reingewinnes bleiben wollen oder ob Sie die Verrechnungsart ändern wollen. Wenn Sie bei der Verrechnungsart bleiben wollen, dann kann man ja absolut nichts anderes tun, als die Eingänge für die Harmonielehre zur Tilgung der bisherigen Ausgaben zu verwenden, denn wenn nicht in dieser Weise vorgegangen wird, können wir ja niemals eine Basis für einen Reingewinn haben. Sobald nun ein Reingewinn da sein wird, so kommt er auf Ihr Konto und zwar auf das einzig zu führende Gesamt-Verrechnungs-Konto. Sie verwechseln da die Detail-Konti, die ja über jedes einzelne Werk geführt werden müssen, mit dem Haupt-Verrechnungs-Konto. – Ich glaube, ich habe Ihnen das aber alles schon geschrieben und wenn Sie sich trotzdem mit meiner seinerzeitigen Antwort nicht einverstanden erklären, so weiss ich wirklich nicht, welche Verrechnungsart Sie eigentlich wünschen. Vielleicht geben Sie mir diesbzgl. Aufklärungen, damit ich mich darüber äussern kann.
Für Ihre Tochter lasse ich gleichzeitig einen gebundenen Klavierauszug der „Gurre-Lieder“ von Leipzig aus abgehen.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr in Verehrung ergebener
Hertzka

28. März 1914


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 28. März 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17526.

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