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Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Soeben aus Graz, wo eine Aufführung1 von MahlersAchter
unter Weis-Ostborn einen recht schönen Erfolg hatte, zurückge-
kehrt, – ich habe seit Mittwoch voriger Woche fünf Nächte im
Eisenbahnwagen verbracht – beeile ich mich, an Sie einige
Zeilen zu richten. Ich erhielt nämlich aus London die Mitteilung,
dass Wood eine Aufführung der Kammersymphonie beabsichtigt.* Da
das Material umgehend verlangt wurde nehme ich an, dass die Auf-
führung noch im Juni oder Juli erfolgen soll und ich bitte Sie,
mir postwendend mitzuteilen, welches Material geliefert werden
soll. Sie wollten zwar szt. mit der Herstellung des Materials für
Aufführungen in grossen Sälen noch warten, bis Sie selbst eine
Aufführung dirigiert haben, ich glaube aber, dass man im Interesse
der Verbreitung des Werkes jetzt schon Wood ein Material zur Ver-
fügung stellen soll. Es handelt sich nur darum, ob das Material
so geliefert werden kann, wie es jetzt in Berlin bei dem jungen
Mann, der die Einrichtung der 10 Materiale besorgt, vorhanden ist.
Sollten Sie damit einverstanden sein, dann bitte ich Sie umgehend
veranlassen zu wollen, dass ein mit der neuen Partitur in Einklang

gebrachtes Material an uns gesandt werde und zwar mit de folgenden
Doubletten:
Was die Format-Frage der Monodram-Partitur betrifft, so
habe ich lange hin und her überlegt, welche Plattengrösse wir
wählen sollen. Ich will ja Ihren Wünschen weitgehendst Rechnung
tragen, aber die Breite von 30 cm, die Sie vorschlagen, ist sehr
schwer durchzuführen und mit grossen Mehrkosten verbunden, weil
die Platten in diesem Format nicht zu haben sind. Es müssten
grössere Platten genommen werden und dadurch würde sich ein grosser
Material-Abfall ergeben. Ausserdem müsste Geidel das ganze Manus-
kript
2 wieder von neuem einteilen, was nicht nur Mühe und Zeitver-
lust bedeutet, sondern auch sehr kostspielig ist.
Schliesslich ist auch Druck und Broschur in diesem Format mit
grossen Schwierigkeiten verbunden, weil die Maschinen auf die
üblichen Formate eingerichtet sind. Ich hoffe daher dass Sie
einverstanden sind, wenn wir die Breite um 2 cm, also auf 27 cm
erweitern und die Höhe mit 33 cm belassen, eventuell aber 34 cm
nehmen. Das Papierformat wird sich ja dann von selbst ergeben.
Ich gebe gleichzeitig der Firma Geidel Auftrag, in diesem Format
zu stechen und hoffe, dass Sie bald Korrektur erhalten werden.
Verzeihen Sie, dass ich heute nicht auch noch die übrigen Briefe
vollkommen erledigen kann, aber ich habe rasend zu tun. – Hoffent-
lich ist das Gurrelieder-Material inzwischen bei Ihnen eingetroffen.
Mit herzlichen Grüssen Ihr Ihnen freundschaftlich ergebener

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Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Soeben aus Graz, wo eine Aufführung1 von MahlersAchter“ unter Weis-Ostborn einen recht schönen Erfolg hatte, zurückgekehrt, – ich habe seit Mittwoch voriger Woche fünf Nächte im Eisenbahnwagen verbracht – beeile ich mich, an Sie einige Zeilen zu richten. Ich erhielt nämlich aus London die Mitteilung, dass Wood eine Aufführung der Kammersymphonie beabsichtigt. Da das Material umgehend verlangt wurde nehme ich an, dass die Aufführung noch im Juni oder Juli erfolgen soll und ich bitte Sie, mir postwendend mitzuteilen, welches Material geliefert werden soll. Sie wollten zwar szt. mit der Herstellung des Materials für Aufführungen in grossen Sälen noch warten, bis Sie selbst eine Aufführung dirigiert haben, ich glaube aber, dass man im Interesse der Verbreitung des Werkes jetzt schon Wood ein Material zur Verfügung stellen soll. Es handelt sich nur darum, ob das Material so geliefert werden kann, wie es jetzt in Berlin bei dem jungen Mann, der die Einrichtung der 10 Materiale besorgt, vorhanden ist. Sollten Sie damit einverstanden sein, dann bitte ich Sie umgehend veranlassen zu wollen, dass ein mit der neuen Partitur in Einklang gebrachtes Material an uns gesandt werde de[?]
Was die Format-Frage der Monodram-Partitur betrifft, so habe ich lange hin und her überlegt, welche Plattengrösse wir wählen sollen. Ich will ja Ihren Wünschen weitgehendst Rechnung tragen, aber die Breite von 30 cm, die Sie vorschlagen, ist sehr schwer durchzuführen und mit grossen Mehrkosten verbunden, weil die Platten in diesem Format nicht zu haben sind. Es müssten grössere Platten genommen werden und dadurch würde sich ein grosser Material-Abfall ergeben. Ausserdem müsste Geidel das ganze Manuskript2 wieder von neuem einteilen, was nicht nur Mühe und Zeitverlust bedeutet, sondern auch sehr kostspielig ist.
Schliesslich ist auch Druck und Broschur in diesem Format mit grossen Schwierigkeiten verbunden, weil die Maschinen auf die üblichen Formate eingerichtet sind. Ich hoffe daher dass Sie einverstanden sind, wenn wir die Breite um 2 cm, also auf 27 cm erweitern und die Höhe mit 33 cm belassen, eventuell aber 34 cm nehmen. Das Papierformat wird sich ja dann von selbst ergeben. Ich gebe gleichzeitig der Firma Geidel Auftrag, in diesem Format zu stechen und hoffe, dass Sie bald Korrektur erhalten werden.
Verzeihen Sie, dass ich heute nicht auch noch die übrigen Briefe vollkommen erledigen kann, aber ich habe rasend zu tun. – Hoffentlich ist das Gurrelieder-Material inzwischen bei Ihnen eingetroffen.
Mit herzlichen Grüssen Ihr Ihnen freundschaftlich ergebener Hertzka

16. Juni 1914


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 16. Juni 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17547.

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