Universal-Edition an Arnold Schönberg
11. August 1914
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 11. August 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
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Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 11. August 1914.
W
Buchhaltung
Sehr geehrter Herr Professor!
Wir beziehen uns auf unser Ergebenes von gestern und
gestatten
uns, Ihnen über die in Ihrem Geehrten vom 1. ds. angeführten Diffe-
renzen Folgendes mitzuteilen:
uns, Ihnen über die in Ihrem Geehrten vom 1. ds. angeführten Diffe-
renzen Folgendes mitzuteilen:
A) Harmonielehre. Die
Hälfte der Eingänge, das sind M 206.92 werden
wir Ihnen nach Ablauf des Moratoriums überweisen.
wir Ihnen nach Ablauf des Moratoriums überweisen.
B) Notenabrechnung. Ueber die Materialgebühren für
Gurre-Lieder be-
merken wir Folgendes: In Leipzig1 wurden die Gurre-Lieder das erste-
mal ohne Entschädigung aufgeführt. Die zweite zu honorierende Auf-
führung2 hat noch nicht stattgefunden. Das Material für München3 wurde
noch nicht geliefert. Ebenso das Material fürAmsterdam4. Das Material
für Wien5 wurde vom Wiener Philharmonischen Chor noch nicht bezahlt.
merken wir Folgendes: In Leipzig1 wurden die Gurre-Lieder das erste-
mal ohne Entschädigung aufgeführt. Die zweite zu honorierende Auf-
führung2 hat noch nicht stattgefunden. Das Material für München3 wurde
noch nicht geliefert. Ebenso das Material fürAmsterdam4. Das Material
für Wien5 wurde vom Wiener Philharmonischen Chor noch nicht bezahlt.
Zu Punkt 3 Ihres Geehrten teilen wir Ihnen mit, dass wir
Orchesterlieder an Alexander v. Zemlinsky in Prag6 gratis geliefert
haben. Das Material „Natur7“ für Paris wurde Ihnen bereits im Dezem-
ber 1913 verrechnet. Die beiden Materiale „Natur“ und „Wenn Vöglein
klagen“8 wurden vom Kammersänger Soot9 noch nicht bezahlt. Für die
Aufführung10 der „Waldtaube“11 in Paris haben wir keine Materialleihge-
bühr erhalten. Es wurde lediglich Herrn Direktor Hertzka, der das
Material wie Ihnen ja bekannt, persönlich nach Paris brachte, eine Entschädi-
Orchesterlieder an Alexander v. Zemlinsky in Prag6 gratis geliefert
haben. Das Material „Natur7“ für Paris wurde Ihnen bereits im Dezem-
ber 1913 verrechnet. Die beiden Materiale „Natur“ und „Wenn Vöglein
klagen“8 wurden vom Kammersänger Soot9 noch nicht bezahlt. Für die
Aufführung10 der „Waldtaube“11 in Paris haben wir keine Materialleihge-
bühr erhalten. Es wurde lediglich Herrn Direktor Hertzka, der das
Material wie Ihnen ja bekannt, persönlich nach Paris brachte, eine Entschädi-
gung für die Reisespesen geleistet.
Als Aufführungsorte für die 5 verrechneten Orchester-Materiale
der „Kammersymphonie“ haben folgende Städte zu gelten: Leipzig12,
Berlin13, Haag , Kopenhagen , Köln14 (Orchester-Stimmen). Das von Ihnen
angeführte Material von Graz15 wurde vom Deutschen Konzertverein noch
nicht bezahlt; daher auch noch nicht verrechnet. Die Ihnen gutge-
brachten M 300.- für „Gurre-Lieder“ betreffen kein Orchester-Material,
sondern Chorstimmen, die wir nach München geliefert haben.
der „Kammersymphonie“ haben folgende Städte zu gelten: Leipzig12,
Berlin13, Haag , Kopenhagen , Köln14 (Orchester-Stimmen). Das von Ihnen
angeführte Material von Graz15 wurde vom Deutschen Konzertverein noch
nicht bezahlt; daher auch noch nicht verrechnet. Die Ihnen gutge-
brachten M 300.- für „Gurre-Lieder“ betreffen kein Orchester-Material,
sondern Chorstimmen, die wir nach München geliefert haben.
Ihren letzten Vertrag, der Ihre Tantièmen neu regelt, haben
wir vorgemerkt und Ihnen auf Grund dieses Vertrages für eine Par-
titur „Pierrot lunaire“ die Differenz, von 10 % auf 12 ½ %, d. i.
M –.38 (à 117.50) = K –.44 gutgebracht, die wir in der nächsten
Abrechnung aufnehmen werden.
wir vorgemerkt und Ihnen auf Grund dieses Vertrages für eine Par-
titur „Pierrot lunaire“ die Differenz, von 10 % auf 12 ½ %, d. i.
M –.38 (à 117.50) = K –.44 gutgebracht, die wir in der nächsten
Abrechnung aufnehmen werden.
Schliesslich haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie in den
zukünftigen Abrechnungen die Angabe der Städte verlangen, in denen
Ihre Orchester-Werke aufgeführt werden.
zukünftigen Abrechnungen die Angabe der Städte verlangen, in denen
Ihre Orchester-Werke aufgeführt werden.
Wir hoffen, dass Ihnen unsere Ausführungen die gewünschten
Aufklärungen geben werden und empfehlen uns hochachtungsvoll W
Aufklärungen geben werden und empfehlen uns hochachtungsvoll W
Leipzig
Aufführung
Eine Wiederholung der
Leipziger Aufführung
6. März 1914, Leipzig, Alberthalle war für 3. November
1914 angesetzt, wurde jedoch kriegsbedingt abgesagt
(Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 25. April 1914; ASCC
18526; Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 31. August 1914;
ASCC 18541).
München
Die für 16. Februar 1914 angesetzte Münchener Erstaufführung der Gurre-Lieder
musste auf die kommende Saison verschoben werden, da Bruno Walter parallel mit der
Einstudierung von Franz Schreker, Der ferne
Klang befasst war (Bruno Walter an Arnold Schönberg, 12.
Dezember 1913; ASCC
18041;
Allgemeine Zeitung
1914). Wegen kriegsbedingtem Mangel an Chorsängern kam es Anfang 1915 zu einer weiteren Verschiebung.
Die Aufführung kam schließlich nicht zustande (Bruno Walter an Arnold
Schönberg, 3. Jänner 1915; ASCC
18040).
Amsterdam
Schönberg hielt im
Sommer Proben für geplante Aufführungen
der Gurre-Lieder im Dezember ab, die Konzerte fanden kriegsbedingt jedoch nicht
statt (Jo Beukers van Ogtrop an Arnold
Schönberg 24. April 1914; Algemeen Handelsblad
1914).
Wien
Prag
Natur
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1.
Natur“ und „Wenn Vöglein klagen“
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1, Wenn Vöglein klagen op.
8/6.
Kammersänger Soot
Aufführung
„Waldtaube“
Gurre-Lieder: Lied der Waldtaube.
Leipzig
Berlin
Köln
Graz
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 11. August 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien 11. August 1914.
W
Buchhaltung
Sehr geehrter Herr Professor!
Wir beziehen uns auf unser Ergebenes von gestern und
gestatten uns, Ihnen über die in Ihrem Geehrten
vom 1. ds. angeführten Differenzen Folgendes mitzuteilen:
A) Harmonielehre. Die
Hälfte der Eingänge, das sind M 206.92 werden wir Ihnen nach Ablauf des
Moratoriums überweisen.
B) Notenabrechnung. Ueber die Materialgebühren für
Gurre-Lieder bemerken wir Folgendes: In Leipzig1 wurden die Gurre-Lieder das
erstemal ohne Entschädigung aufgeführt. Die zweite zu honorierende
Aufführung2 hat noch nicht stattgefunden. Das Material für München3 wurde noch nicht geliefert. Ebenso das Material
fürAmsterdam4. Das Material für Wien5 wurde vom Wiener Philharmonischen Chor noch nicht bezahlt.
Zu Punkt 3 Ihres Geehrten teilen wir Ihnen mit, dass wir
Orchesterlieder an Alexander v. Zemlinsky in Prag6 gratis geliefert
haben. Das Material „Natur7“ für Paris
wurde Ihnen bereits im
Dezember 1913 verrechnet. Die beiden Materiale „Natur“ und „Wenn Vöglein klagen“8 wurden vom Kammersänger Soot9 noch nicht
bezahlt. Für die
Aufführung10 der „Waldtaube“11 in Paris haben wir keine
Materialleihgebühr erhalten. Es wurde lediglich Herrn Direktor Hertzka, der das Material wie Ihnen ja
bekannt, persönlich nach Paris
brachte, eine Entschädigung für die Reisespesen geleistet.
Als Aufführungsorte für die 5 verrechneten Orchester-Materiale der „Kammersymphonie“ haben folgende Städte zu gelten:
Leipzig12,
Berlin13, Haag
, Kopenhagen
, Köln14
(Orchester-Stimmen). Das von Ihnen angeführte Material von Graz15 wurde vom Deutschen Konzertverein noch nicht bezahlt;
daher auch noch nicht verrechnet. Die Ihnen gutgebrachten M 300.- für „Gurre-Lieder“ betreffen kein Orchester-Material, sondern
Chorstimmen, die wir nach München
geliefert haben.
Ihren letzten Vertrag, der Ihre Tantièmen neu regelt, haben wir vorgemerkt und Ihnen auf
Grund dieses Vertrages für eine Partitur „Pierrot lunaire“ die
Differenz, von 10 % auf 12 ½ %, d. i. M –.38 (à 117.50) = K –.44
gutgebracht, die wir in der nächsten Abrechnung aufnehmen werden.
Schliesslich haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie in den zukünftigen
Abrechnungen die Angabe der Städte verlangen, in denen Ihre Orchester-Werke
aufgeführt werden.
Leipzig
Aufführung
Eine Wiederholung der
Leipziger Aufführung
6. März 1914, Leipzig, Alberthalle war für 3. November
1914 angesetzt, wurde jedoch kriegsbedingt abgesagt
(Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 25. April 1914; ASCC
18526; Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 31. August 1914;
ASCC 18541).
München
Die für 16. Februar 1914 angesetzte Münchener Erstaufführung der Gurre-Lieder
musste auf die kommende Saison verschoben werden, da Bruno Walter parallel mit der
Einstudierung von Franz Schreker, Der ferne
Klang befasst war (Bruno Walter an Arnold Schönberg, 12.
Dezember 1913; ASCC
18041;
Allgemeine Zeitung
1914). Wegen kriegsbedingtem Mangel an Chorsängern kam es Anfang 1915 zu einer weiteren Verschiebung.
Die Aufführung kam schließlich nicht zustande (Bruno Walter an Arnold
Schönberg, 3. Jänner 1915; ASCC
18040).
Amsterdam
Schönberg hielt im
Sommer Proben für geplante Aufführungen
der Gurre-Lieder im Dezember ab, die Konzerte fanden kriegsbedingt jedoch nicht
statt (Jo Beukers van Ogtrop an Arnold
Schönberg 24. April 1914; Algemeen Handelsblad
1914).
Wien
Prag
Natur
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1.
Natur“ und „Wenn Vöglein klagen“
Arnold Schönberg, Sechs Lieder für Gesang und
Orchester op. 8: Natur op. 8/1, Wenn Vöglein klagen op.
8/6.
Kammersänger Soot
Aufführung
„Waldtaube“
Gurre-Lieder: Lied der Waldtaube.
Leipzig
Berlin
Köln
Graz
11. August 1914
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11. August 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17561.